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Wein: Rosé ist der Frühlingshit

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Wein  

Der Wein-Frühling kommt - in Rosarot

11.04.2009, 12:01 Uhr | Uwe Kauss

Weine: So schmeckt der Frühling: erfrischender Rosé. (Foto: imago)So schmeckt der Frühling: erfrischender Rosé. (Foto: imago)Es duftet nach Blüten, Erdbeeren und Äpfeln. Die feine Süße, vollsaftige Aromen mit ein paar angenehmen Bitternoten und eine erfrischende Säure machen Lust auf ein zweites Glas. Die Farbe des Weins zum lang ersehnten Frühling ist rosarot: Roséweine gehören derzeit zu den Lieblingen der deutschen Weinfreunde. Nach aktuellen Zahlen des deutschen Weininstitutes (DWI) legte der Handelsabsatz allein von Rosé aus deutscher Produktion im vergangenen Jahr um satte 7,5 Prozent im Vergleich zu 2007 zu, während der von Weißwein um drei Prozent sank. Fast jede zehnte verkaufte Flasche Wein trägt mittlerweile die Bezeichnung Rosé, Weißherbst oder Blanc de Noir. Allen drei Weinarten ist eins gemeinsam: Sie werden aus klassischen Rotweintrauben hergestellt, obwohl ihre Farbe von zartem Lachs bis zum kräftigen Rosarot variiert.

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Der Saft ist auch bei Rotweintrauben weiß

Die deutschen Rosé stammen meist aus den roten Traubensorten Spätburgunder, Dornfelder und Portugieser. Die fruchtigen Frühlingsaromen entstehen durch den Herstellungsvorgang. Dabei werden die Rotweintrauben angepresst. Der herabfließende Most kommt nur für kurze Zeit mit den Schalen in Berührung. „Der Saft ist auch bei Rotweintrauben weiß – nur in den Schalen stecken die Farbpigmente sowie die typischen Aromabestandteile“, sagt der badische Winzer Konrad Salwey aus Oberrotweil am Kaiserstuhl, der Rosés höchster Qualität produziert.

Herstellungsart sorgt für das gewisse Etwas im Aroma

„Bei der Rotweinherstellung lassen wir die Schalen und das Fruchtfleisch intensiv miteinander vermengen, um ganz viele Aromen und Farbstoffe aus den Schalen im Saft zu lösen. Beim Rosé ist diese Phase des ‚Maischens’ nur sehr kurz – so lösen sich weniger Farb- und Aromastoffe in den Most“, erklärt er das Prinzip. Andere Winzer nutzen den angefärbten Most, der bereits in der Traubenmühle entsteht. Auch trennt Salwey, anders als beim Rotwein, vor der Gärung den Most von den Schalen und verarbeitet ihn wie Weißwein. Daraus entsteht nicht nur die optimistische Farbe, sondern auch das fruchtige, schmelzige, im besten Fall elegante Aroma des Rosé mit einer Süße-Säure-Balance.

Der „Weißherbst“ ist keine Jahreszeit

Den Unterschied zwischen Rosé und Weißherbst erklärt er so: „Ein Weißherbst ist ein definierter Begriff im Weinrecht. Das ist ein Rosé, der nur aus einer einzigen Traubensorte bestehen darf, und sie muss auf dem Etikett aufgeführt sein.“ Der Begriff habe aber nichts mit dem fröstelnden Herbst zu tun. „Bei uns am Kaiserstuhl hieß der Spätburgunder in der alemannischen Mundart ‚Arbst`“, berichtet er. Wurde daraus Rotwein gemacht, war dies der „Rote Arbst“, wurde er hell gekeltert, war es der „Weiße Arbst“. Daraus wurde im Lauf der Jahrhunderte der „Weißherbst“.

Auf die Qualität der Trauben kommt es an

Auch bei Salwey steigt die Nachfrage nach Rosa, und so versucht der detailbesessene 35-Jährige, immer bessere Weißherbste zu produzieren, die mehr sind als ein Terrassenwein. „Viele Winzer machen Rosé und Weißherbst aus Rotweintrauben minderer Qualität. Wenn das Lesegut für einen Roten nicht gut genug ist, macht man Rosé, bevor man gar keinen Wein hat“, beschreibt er das Vorgehen mancher Winzerkollegen. Klar, dass damit keine tollen Aromen hinter der schönen Farbe hervor kommen. „Bei uns wird der Weißherbst nur aus völlig gesunden, reifen, ganzen Trauben produziert, und bei der Produktion achten wir sehr auf die Balance zwischen Gerbstoffen, Fruchtaromen und Säure“, erzählt Konrad Salwey.

Billiger Rosé aus Weißwein und Rotwein

Ganz anders entsteht der Rosé in Übersee, beispielsweise in Chile, Kalifornien oder Südafrika. Dort ist die Herstellungsweise nicht vorgeschrieben, und so geht’s da oft ganz einfach: Das Rosa stammt aus einem Weißwein, der mit zehn Prozent eines Rotweins verschnitten wird. So stimmt zwar die Farbe, das dünne Aroma der meist billigen Weine hat aber mit einem frischen Weißherbst nichts zu tun.

EU plant Weinmarktreform

Mit der geplanten Weinmarktreform will die EU diese Herstellungsweise auch in Deutschland erlauben – denn importiert werden darf der Schein-Rosé schon längst und steht daher massenweise in den Regalen von Discountern und Supermärkten. Wie bereits in Frankreich beschlossen, könnte der echte Weißherbst künftig mit der Bezeichnung „traditionell erzeugt“ auf dem Etikett in die Läden kommen. Denn so hat der Kunde ein wenig mehr Sicherheit, dass der Wein nicht nur nach Frühling aussieht, sondern auch so schmeckt.

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