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Bier: Deutschlandbier in Schwarz, Rot, Gold

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Schwarz-Rot-Gold - Deutschlandbier ist dreifarbig

18.06.2010, 10:27 Uhr | jlu, t-online.de

"Wir sind Deutschland": Gerade jetzt zur Fußball-WM bekennen viele Deutsche Flagge - die meisten mit Fahnen, T-Shirts, Schals oder Schminke. Doch die Nationalfarben gibt es jetzt auch zum Trinken, und zwar als Bier. Eine kleine Brauerei aus Schwalenberg in Nordrhein-Westfalen braut das so genannte Deutschlandbier. Der Clou: Der Gerstensaft ist Schwarz-Rot-Gold.

Dreifarbiges Bier ist Zufallsentdeckung

Das Deutschlandbier ist ein Zufallsprodukt. Bei einem Fest der Schwalenberger Brauzunft im Jahr 2008 zapften die Brauer helles und dunkles Bier aufeinander. Dabei stellten sie fest, dass sich die Biere voneinander trennen, wenn das dunkle und stärkere Bier zuerst gezapft wird. Insgesamt tüftelten die Bierbrauer mehr als drei Jahre, bis es ihnen gelang, das dreifarbige Bier herzustellen. Die Brauzunft aus Schwalenberg ist ein gemeinnütziger Verein, dessen 30 Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht haben, die alte Brautradition im Ort wieder aufleben zu lassen.

Die richtige Malzsorte färbt das Bier in den Nationalfarben

Damit sie die Farben Schwarz, Rot und Gold erhalten, müssen die Brauer drei verschiedene Biere herstellen. Ein Geheimnis ist dabei die Malzsorte: Je nachdem, welche Sorte verwendet wird, ändert sich die Farbe des Getränkes. Insgesamt werden für das Deutschlandbier zehn Malzarten, drei Hopfensorten sowie untergärige Hefe verarbeitet.

Alkoholgehalt sorgt für Dreiteilung

Doch warum vermischen sich die drei Gerstensäfte im Glas nicht? Hinter dem Mysterium der farblichen Dreiteilung verbirgt sich ein physikalisches Gesetz: Je mehr Kohlensäure im Bier steckt, desto leichter ist es und je mehr Alkohol der Gerstensaft enthält, desto schwerer ist er. Das Gold unten ist ein hochprozentiges Bockbier mit wenig Kohlensäure, es hat also das größte Gewicht. Darüber kommt das rote Bier, ein Braunbier, das durch Spezialmalz noch röter wird. Ganz oben befindet sich ein kohlensäurereiches und alkoholarmes Schwarzbier - und fertig ist das Deutschlandbier

Deutschlandbier gibt es nur im Glas

Das Problem: Das Deutschlandbier gibt es nicht in der Flasche, da sich die farbigen Gerstensäfte nur im Glas trennen. Der Vertrieb ist auch deshalb schwierig, weil die Brauzunft ein gemeinnütziger Verein ist und als solcher keine Gewinne erzielen darf. Wer die flüssige Deutschlandflagge trotzdem probieren will, muss nach Schwalenberg fahren.

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