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Welchen Fisch man nicht mehr kaufen sollte

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Welchen Fisch man noch essen darf

30.10.2010, 13:45 Uhr | dapd

Welchen Fisch man nicht mehr kaufen sollte. Der WWF empfiehlt Dorsch aus der Ostsee zum Verzehr. (Foto: imago)

Der WWF empfiehlt Dorsch aus der Ostsee zum Verzehr. (Foto: imago)

Fisch gilt als gesund, aber nicht alle Fischbestände sind gesund. Die Umweltstiftung WWF rät vom Kauf bestimmter Fische und Meeresfrüche ab. Der Grund: die Überfischung der Bestände sowie schädliche Fang- oder Zuchtmethoden. Vor allem Pangasius sei laut WWF keine gute Wahl, Dorsch aus der Ostsee empfehlen die Umweltschützer. Worauf Verbraucher achten sollten - klicken Sie sich durch.

Auf das MSC-Logo achten

Grundsätzlich sollten Bio-Produkte und Fische mit dem MSC-Logo (Marine Stewardship Council) bevorzugt werden, sagte WWF- Fischereiexpertin Catherine Zucco bei der Vorstellung des neuen Ratgebers am Freitag in Hamburg. Insgesamt gelten 20 Arten als gute, 13 als zweite Wahl. Bei 29 Arten sagt der WWF "lieber nicht". Wer auf nachhaltig gefangenen Fisch setze, betreibe aktiven Meeresschutz, sagte Zucco: "Damit wir auch morgen noch Fisch genießen können."

WWF rät von Seezunge ab

Nach WWF-Angaben gelten 80 Prozent aller wirtschaftlich genutzten Fischbestände weltweit als zu stark oder bis an ihre Grenzen befischt. In Deutschland konsumiert jeder Mensch durchschnittlich 15,7 Kilogramm Fisch pro Jahr. Nur 15 Prozent davon kommen aus eigener Fischerei, der überwiegende Teil wird importiert. Zu den Fischen, von denen der WWF abrät, gehört die wertvolle und beliebte Seezunge. Für ihren Fang werde der Meeresboden regelrecht durchgepflügt. "Bis zu 90 Prozent der Tiere im Netz werden ungenutzt über Bord geworfen", rügte Zucco. Ein "Nein" gibt es vom WWF nach wie vor für Aal ("Der ist vom Aussterben bedroht"), den als Schillerlocke angebotenen Dornhai, Schwertfisch oder den Nordatlantik-Rotbarsch.

Dorsch-Bestände haben sich erholt

Der Dorsch (Kabeljau) in der östlichen Ostsee habe sich dagegen so gut entwickelt, dass er auf grün gesetzt wurde, nachdem er in der Auflage 2008/2009 des Ratgebers noch auf rot gestanden hatte. Für Kabeljau ohne MSC-Siegel aus der westlichen Ostsee, Island oder dem US-Pazifik vergibt der WWF nur einen gelben Punkt (zweite Wahl). Stammt der beliebte Fisch aus Nordostatlantik oder Pazifik (bis auf USA) gilt nach WWF-Empfehlung sogar: nicht kaufen.

Bei Garnelen kommt es auf die Herkunft an

Eine differenzierte Betrachtung gilt auch für Shrimps (Garnelen). Einen roten Punkt gibt der Ratgeber tropischen Züchtungen. Für die Teiche würden wertvolle Mangroven zerstört, die Umweltbelastungen seien zu groß. Die Nordseekrabbe schneidet mit einem gelben Punkt etwas besser ab, Empfehlungen gibt es für Kaltwassergarnelen mit MSC- Zertifikat. Der WWF rät vom Kauf ab, wenn die Eismeergarnelen aus dem Nordwestatlantik stammen. Wurden sie im Nordostatlantik gefangen, gibt es einen gelben Punkt für "zweite Wahl".

Grün für Lachs aus Alaska

Auch beim Lachs lohnt ein genauerer Blick auf die Herkunftsangabe. Grün gibt es für Biolachs oder Wildfang im Bereich Ostpazifik/USA sowie für MSC-Wildlachs aus Alaska. Lachs aus Norwegen, Irland und Schottland bekommt einen gelben Punkt und ein rotes "Stopp" gilt für Lachs aus Chile, dem Nordostatlantik und dem Pazifik (bis auf USA).

Kritik von der Fischindustrie

Der Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels e.V. lobte den WWF für die im Vergleich zu früheren Ratgebern differenziertere Darstellung der Dorschbestände in der Ostsee. Geschäftsführer Matthias Keller kritisierte aber die pauschale negative Kennzeichnung von Kabeljau aus dem Nordostatlantik oder Rotbarsch aus dem Nordatlantik. Sie verschweige Informationen über den positiven Zustand des Bestandes des nordostarktischen Kabeljaus und des isländischen Rotbarsches.


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