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Kugelfisch: Eine gefährliche Delikatesse

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Kugelfisch: Eine gefährliche Delikatesse

20.01.2012, 18:27 Uhr | tl (CF)

Manche Gourmets lieben nicht nur den Genuss exklusiver Delikatessen, sondern wünschen sich dazu noch einen kleinen oder auch großen Nervenkitzel. Vor allem Fans von Kugelfisch, denn wird dieser falsch zubereitet, kann er tödlich sein.

Der Kugelfisch hat eine spezielle Körperform, die sich von der anderer typischer Fische stark unterscheidet. Er ist rundlich und gedrungen, während seine Augen besonders hervorstechen. Auch sein Name kommt nicht von ungefähr, denn wenn eine Gefahr in den Tiefen des Meeres droht, dann kann der Kugelfisch seinen Körper aufpumpen, indem er Wasser in einer sackartigen Erweiterung seines Magens aufnimmt. Mit der vergrößerten Körperform versucht der Kugelfisch seine Feinde abzuschrecken, zusätzlich hat er Stacheln mit Widerhaken, die im normalen Zustand eng an seinem Körper liegen.

Raubfischen macht er es so sehr schwer, ihn zu fressen, doch er hat einen ganz bestimmten Feind, der sich von solchen Kleinigkeiten nicht abschrecken lässt: den menschlichen Feinschmecker. Doch auch Gourmets müssen äußerst vorsichtig sein, wenn Sie sich das Fleisch eines Kugelfischs munden lassen möchten, denn in der Haut, der Leber und in den Eierstöcken des Kugelfischs befindet sich ein starkes Nervengift, das Tetrodotoxin oder kurz TTX. >>

Dieses Gift gilt als eines der stärksten bekannten und nicht proteinartigen Gifte. Schon in einer kleinen Dosis wirkt es sich lähmend auf den ganzen Körper aus. Wer das Gift zu sich genommen hat, der verliert zunächst die Fähigkeit sich zu bewegen und zu sprechen, bleibt aber noch bei Bewusstsein. Doch mit der fortschreitenden Wirkung des Giftes werden schließlich die Lunge und das Herz gelähmt und der Betroffene stirbt an Herzstillstand oder erstickt. Rettung gibt es nur, wenn schnell genug Notfallmaßnahmen für den Vergifteten eingeleitet und seine Atmung und sein Kreislauf in Gang gehalten werden. Dann kann die Wirkung des Gifts innerhalb von ungefähr 24 Stunden nachlassen. Doch warum setzen sich Feinschmecker dieser Gefahr überhaupt aus?

Vor allem in Japan zählt der Kugelfisch zu den traditionellen Delikatessen und wird gerne von mutigen Gourmets gegessen. Sie lieben nicht nur den einmaligen Geschmack des Fischs, sondern auch den Nervenkitzel, der aufkommt, wenn sie Bissen für Bissen von der Spezialität kosten. Die dortige Zubereitungsart des Fischs nennt sich Fugu. Dabei handelt es sich, wie bei den meisten anderen Fischgerichten auch, nur um das Muskelfleisch, das zubereitet und serviert wird und nicht von dem Tetrodotoxin betroffen ist. Allerdings genügt schon ein kleiner Fehler des zuständigen Kochs, um dem Fleisch eine tödliche Note zu verpassen.

Zubereitung nur mit Lizenz

Daher darf auch nicht jeder in Japan einfach so Kugelfisch zubereiten - das wäre viel zu gefährlich. Wer in Japan Fugu zubereiten möchte, der muss ausgebildeter Koch sein und bereits mehrere Jahre in einem Fugurestaurant gearbeitet haben. Nach dieser Zeit legen die zukünftigen Fugu-Spezialisten außerdem eine Prüfung ab und erhalten, wenn sie bestanden haben, eine offizielle Lizenz für die Zubereitung von Kugelfisch. Zu der Prüfung gehört nicht nur, dass der Koch den Fisch zubereitet, er muss ihn auch noch selber essen. Und nicht nur die Köche werden kontrolliert, auch Händler und Fischer, die mit dem Kugelfisch ihr Geld verdienen, brauchen eine Lizenz. Diese Regelungen sind äußerst wichtig, denn sogar trotz der Einschränkungen, sterben immer wieder Menschen an falsch zubereitetem Kugelfisch. >>

Daher darf in Deutschland auch kein Fugu zubereitet werden. Auch die giftigen Überreste, die nach der Zubereitung zurückbleiben, dürfen nicht einfach in den Mülleimer geworfen werden, sondern müssen in verschlossenen Behältern aufbewahrt und vernichtet werden. Der Grund: Viele japanische Obdachlose starben an der Vergiftung, weil sie Reste aus den Abfalleimern der Fugurestaurants gegessen hatten.

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