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Greenpeace  

Finger weg von Aal und Rotbarsch

18.04.2012, 15:43 Uhr | dpa/AFP

Greenpeace Fischratgeber . Der Greenpeace-Fischratgeber rät von Rotbarsch und Aal ab. (Quelle: dpa)

Der Greenpeace-Fischratgeber rät von Rotbarsch und Aal ab. (Quelle: dpa)

Verbraucher sollten seltener und bewusster Fisch essen, damit sich bedrohte Bestände erholen können - das fordert die Umweltorganisation Greenpeace. Ihr neuer Einkaufsratgeber zeigt mit Signalfarben, dass etwa Aal und Alaska-Seelachs nicht auf den Tisch sollten.


Karpfen und Forelle dürfen auf den Tisch

Ohne Gewissensbisse können Verbraucher laut Greenpeace nur noch zu Forelle oder Karpfen greifen. Bei allen anderen Arten muss auf das Fanggebiet geachtet werden, aus dem der Fisch stammt. Dieses sollte auf Konserven oder der Fischtheke angegeben sein. Zudem sind Meerestiere aus Öko-Aquakulturen in der Regel unproblematisch.

Beim Hering genau hinschauen


Bereits beim beliebten Hering heißt es nun: genau hinschauen. Fänge aus dem Nordatlantik sollten nicht verzehrt werden. Dies gilt auch für Makrelen aus dem Nordostatlantik. Der beliebte Tilapia ist nur empfehlenswert, wenn er aus den USA stammt oder in geschlossen Teichanlagen gezüchtet wurde. Pangasius aus Vietnam darf ebenfalls guten Gewissens verzehrt werden. Dies gilt auch für Kabeljau aus dem Atlantik und Pazifik, für den aus der Ostsee, wo er Dorsch genannt wird, dagegen nicht.


Aal und Rotbarsch meiden


Ganz gemieden werden sollten etwa Aal, Rotbarsch, Seehecht oder die aus Dornhai gefertigten "Schillerlocken". Tabu sind zudem Atlantischer Seelachs, Sprotten, Seezungen, aber auch Schwertfisch und Marlin. Tabu sind laut Greenpeace zudem alle Thunfischarten außer Bonito und Weißem Thunfisch. Kaltwassergarnelen und Kaisergranat sollten nur aus dem Nordostatlantik stammen und tropische Shrimps aus Thailand oder Bangladesch.

So lauten die Empfehlungen im neuen Einkaufsratgeber der Umweltorganisation Greenpeace. "Die Verbraucher müssen seltener und bewusster Fisch essen, weil viele Bestände überfischt sind", sagte Iris Menn, Meeres-Expertin von Greenpeace. Sie kritisierte, dass die Politik es nicht schaffe, sich gegen die wirtschaftlichen Interessen der Fischindustrie durchzusetzen. Es gebe eine riesige Überkapazität der EU-Fangflotte, die auch außerhalb Europas Schaden anrichte. Die Fischbestände könnten sich nicht erholen. "Die Fischereiminister versagen in der aktuellen Reform der gemeinsamen Fischereipolitik." Auch die deutsche Regierung zeige zu wenig Engagement.


80 gefährdete Fischarten

Greenpeace bewertete im aktuellen Einkaufsratgeber für Speisefische die Gefährdung von rund 80 Arten. Das kleine Faltblatt passt in die Geldbörse und soll beim Einkauf Hilfe bieten, ob die Ware aus einer nachhaltigen Fischerei stammt. Die Farbe Grüne steht für "empfehlenswert", Rot für "nicht empfehlenswert". Bei Kabeljau, Hering oder Lachs ist es wichtig, auf das Fanggebiet zu achten. "Um die richtige Wahl zu treffen, genügt der Blick auf die Kennzeichnung der Supermarktverpackung", sagte Menn. Bei der Bewertung berücksichtigte Greenpeace nach eigenen Angaben neben dem Gesundheitszustand der Fischbestände auch die Umweltauswirkungen der Fangmethoden.


Greenpeace: "Beutezug" vor armen Küstenländern

Die Umweltorganisation war in den vergangenen zwei Monaten auf Kontrollfahrt vor der Küste Westafrikas. "Wir konnten dokumentieren, wie dominant die europäischen Trawler in den Fischgründen vor Westafrika unterwegs sind", sagte Menn. "Sie fischen den Menschen die Nahrung vor der Nase weg." Auch Schiffe unter deutscher Flagge gingen in den Gewässern der armen Küstenländer "auf Beutezug". Die EU-Flotte bringe zwar Fisch auf den westafrikanischen Markt, dadurch werde aber der Aufbau einer heimischen Fischindustrie zerstört.
Kritik vom Verband der Hochseefischereien

Der Vorsitzende des Verbands der deutschen Hochseefischereien, Uwe Richter, entgegnete: "Es ist richtig, dass die EU-Fischereipolitik eine umfassende Reform braucht, um sie nachhaltiger zu gestalten. Wir sind bereit, unseren Teil dazu beizutragen." Es sei jedoch unfair, "wahllos" alle Fischerei-Aktivitäten vor Westafrika zu kritisieren. "Unser Fischfang ist transparent, legal und verantwortungsbewusst." Eine Verdrängung dieser Schiffe gefährde die Ernährungssicherheit, die Beschäftigung und die ökologische Nachhaltigkeit in der Region.

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