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Warum rote Tomaten nicht immer besser sind

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Warum rote Tomaten nicht immer besser schmecken

28.06.2012, 12:56 Uhr | dpa, ug, dpa

Warum rote Tomaten nicht immer besser sind. Tomaten aus dem Supermarkt sind oft außen hui, aromatisch pfui. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Tomaten aus dem Supermarkt sind oft außen hui, aromatisch pfui. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Verführerisch rot, gleichmäßig geformt und knackig frisch liegen sie in den Supermärkten und Discountern: Tomaten - das Lieblingsgemüse vieler Deutschen. Doch oft sehen sie nur super aus, schmecken aber fad. Biologen haben jetzt die Ursache dafür entdeckt.

Das Gen fehlt, der Geschmack auch

Manche Supermarkttomaten haben wenig Aroma, weil sie jahrelang auf perfektes Aussehen getrimmt wurden. Sie wurden genetisch so umprogrammiert, dass sie sich makellos rot färben. Das Problem: Dabei wurde ein Gen zerstört, dass eigentlich für die Bildung von Geschmacksstoffen zuständig ist, berichten Biochemiker um Ann Powell von der University of California.

Grüne Stelle ein gutes Zeichen

Ist dieses Gen intakt, sorgt es in den Tomaten für die vermehrte Bildung von kleinen Zellbestandteilen, den Chloroplasten. Diese verleihen unreifen Tomaten ihre grüne Farbe und sorgen für Zucker und Carotinoide. Wird die Tomate reif, verhindert das Gen aber auch eine vollständige Rotfärbung. Am Stängelansatz bleibt oft eine grüne Stelle zurück.

70 Jahre Forschung für die perfekte Tomate

Der Verbraucher schätzt aber rundum rote Tomaten. Deshalb versuchen Züchter seit mehr als 70 Jahren, ihren Tomaten ein gleichmäßiges Rot zu verleihen. Dabei wurde das jetzt identifizierte Gen in vielen modernen Sorten zerstört. Das Ergebnis: Tomaten im perfekten Rot, aber mit wenig Süße und Aroma. Die Forscher sehen jetzt eine Möglichkeit, die Tomate genetisch so zu verändern, dass sie den Geschmack steigern, ohne jedoch die makellose Färbung einzubüßen.

Massig Vitamine aus der Dose

Unabhängig vom Geschmack gilt: Das rote Gemüse ist eine Nährstoffbombe und reich an dem Carotinoid Lycopin, das schädliche Radikale im Körper abfängt. Außerdem enthalten Tomaten beträchtliche Mengen an Kalium, Vitamin C und B-Vitaminen. Die gute Nachricht, falls die Tomate mal wieder nicht schmeckt: Nicht nur in den frischen sind die wertvollen Nährstoffe enthalten. Auch Tomatenpüree, Tomatensoße und sogar Ketchup können damit aufwarten.

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