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Gourmetstadt London: Besser als ihr Ruf

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Londons ungewöhnliche Genüsse

10.01.2013, 16:21 Uhr | Franz Michael Rohm , srt

Gourmetstadt London: Besser als ihr Ruf . Die Schlemmermeile "Ropewalk" in London lässt Gourmet-Herzen höher schlagen.    (Quelle: srt (11.01.2013/Franz M. Rohm))

Die Schlemmermeile "Ropewalk" in London lässt Gourmet-Herzen höher schlagen. (Quelle: srt (11.01.2013/Franz M. Rohm))

Jahrzehntelang hatte die britische Küche einen miserablen Ruf. Inzwischen fährt man nicht mehr nur zum Shoppen nach London, sondern auch zum Schlemmen. Von High-End-Burgern über schottischen Wildlachs bis hin zu kolumbianischen Empanadas gibt es an der Schlemmermeile "Ropewalk" Essen, das echte Gourmets zum Schwärmen bringt.

Foto-Serie mit 10 Bildern

"Woher kommen die Austern?", fragt Gastro-Fachmann Adrian Bevan den weißhaarigen Mann mit der Idealfigur eines Kochs. "Gestern frisch an der nordschottischen Küste geerntet", antwortet Keith Bagley. Der Mittsechziger, dem man ansieht, dass er gern isst, hat schon in vielen Restaurants gearbeitet. Jetzt verkauft er in London feines Streetfood für die Firma "Gourmet Market". Samstags von neun bis 15 Uhr steht er in einem backsteinernen U-Bahnbogen nahe der London Bridge. "Ropewalk" heißt die Schlemmermeile in der heruntergekommenen Maltby Street südlich der Themse.

High-End-Hamburger

Für den nächsten Kunden bereitet Chef Bagley einen High-End-Hamburger zu. Dazu schichtet er nach neuester Sous-Vide-Technik im vakuumierten Beutel bei 70 Grad im Wasserbad gegarte Rinderbrust mit hausgemachtem Coleslaw zwischen einem selbstgebackenen Brötchen.

Am Stand nebenan gibt es kolumbianische Empanadas für umgerechnet circa zwei Euro, ein Stück weiter rohen schottischen Wildlachs in Sashimi-Qualität auf Weißbrot. In einem Antiquitätenmarkt wird das Glas Prosecco für umgerechnet circa sechs Euro verkauft, weiter unten gibt es prämierten Kaffee aus Jamaika und leckere Sandwiches.

An den rund zwei dutzend Ständen flanieren Touristen und Londoner Bohème entlang, naschen hier eine regionale, dort eine internationale Leckerei. Noch gilt die kleine Straße nur zwanzig Fußminuten vom riesigen "Bourogh-Market" als Geheimtipp.

Kulinarischer Hotspot

"Ropewalk hat sich in nur zwei Jahren zum kleinen kulinarischen Hotspot entwickelt", berichtet Adrian Beaver. Der 51-jährige Food-Tourismus-Experte freut sich über die Entwicklung der letzten zehn Jahre. "Unser Image von miesen Gerichten mit Minzsoße, serviert in übel riechenden Pubs ist ein für allemal passé", sagt er.

Dazu haben Star-Köche wie Heston Blumenthal und vor allem Jamie Oliver beigetragen. Letzterer hat Ende Oktober eine neue Geschäftsidee vorgestellt: schnelles, gesundes und preiswertes Mittagessen.

Gesundes Mittagessen

Das finden hungrige Büromenschen immer häufiger in Imbisswagen, die teilweise kunterbunt bemalt um die Aufmerksamkeit der Kunden buhlen. "Man muss die richtigen Gerichte anbieten", sagt Justin, der mit seinem Partner Ross in einer Passage an der U-Bahn-Station Kings Cross den Wagen "Spit and Roast" betreibt. Neben Brathähnchen verkaufen sie in Buttermilch eingelegte Hühnerbrust, die mit einem Würzteig kross in Öl ausgebacken wird. Dazu gibt es koreanisch inspirierte Coleslaw aus Pak Choi und Karotten, abgeschmeckt mit Koriander. Nebenan blubbert eine asturianische Fabada über der Gasflamme, weiße Bohnen mit Speck, Chorizo und Blutwurst. Einen Stand weiter wickeln zwei junge Männer indisches Curry-Hähnchenfleisch mit Salat und Hummus in dünnes Fladenbrot.

Brockley Market

Justin und Ross stehen auch samstags auf dem neuen "Brockley-Market" im südöstlichen Vorort St. John, auf dem rund dreißig Händler Imbiss-Essen, Bauernhof-Lebensmittel und internationale Produkte anbieten. "Wir wollten weg vom Farmers-Market-Angebot", sagt Initiator Toby Allen. Auf den Bauernmärkten dürfen nur Nahrungsmittel verkauft werden, die in einem Umkreis von nicht mehr als 50 Meilen hergestellt wurden. Auf dem "Brockley-Market" findet man Demeter-Fleisch, kretisches Olivenöl oder Scottish Eggs. Sean Lawson verkauft die tennisballgroßen Kugeln für umgerechnet circa vier Euro. In der Mitte der panierten und frittierten Kugeln befindet sich ein weichgekochtes Ei, um das verschiedene Fleischpasten gerollt werden. Dazu gibt es "Holy-Fuck-Hot-Sauce", die ihrem Namen durch Höllenschärfe alle Ehre macht.

Neben mehr als 10.000 Restaurants gibt es in der Acht-Millionen-Metropole etwa 7000 Pubs. Auch hier hat sich in den letzten Jahren viel zum Positiven verändert. Schick und licht eingerichtete Pubs mit gutem Essen zu bezahlbaren Preisen, sind das Erfolgsrezept.

"Die sogenannten Gastro-Pubs sind mittlerweile eine Klasse für sich", sagt Gastro-Fachmann Bavan. Er schwärmt vom "Anchor and Hope" in der Nähe der U-Bahn-Station Waterloo East, wo es frittierten Schweinekopf oder geschmortes Kaninchen mit weißen Bohnen und, tatsächlich, Minzsoße zu lokalen Real-Ale-Bieren gibt. Mittlerweile produzieren in London rund dreißig Mikrobrauereien. Neben Neuinterpretationen britischer Klassiker finden sich in den Gastro-Pubs zahlreiche internationale Gerichte von Currys bis zu arabischen Mezze-Vorspeisen.

Pop-Up-Restaurants

Beim neuen Brit-Food sind der Phantasie der Chefs keine Grenzen gesetzt. Viele Konzepte würden als Pop-Up-Restaurant ausprobiert, "falls es klappt, wird eine Location für ein festes Lokal gesucht". Eine wichtige Rolle spielen soziale Medien wie Facebook und Twitter. Damit könnten Chefs und Gastro-Unternehmer ihre potenzielle Kundschaft schnell erreichen. "Die Gäste lieben gutes Essen. Auf dem Smart-Phone sieht man sofort, wer wo was Neues macht, was Interessantes in der Nähe ist oder was heute auf der Speisekarte des Lieblingslokals steht", sagt Adrian Bevan und checkt kurz die neuesten Gastro-Nachrichten. Bilder zu den kulinarischen Hot-Spots in London finden Sie in unserer Foto-Show.

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