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Mythos Jahrhundertwein

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Der Mythos des Jahrhundertweins

29.04.2013, 08:46 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Mythos Jahrhundertwein. Jahrhundertweine gibt es viele.  (Quelle: imago/Chromorange)

Jahrhundertweine gibt es viele. (Quelle: Chromorange/imago)

Gleich am Anfang dieses Artikels steht das Ende einer Illusion: Es gibt nicht den einen Jahrhundertwein. Der Begriff Jahrhundert-Jahrgang wird mittlerweile inflationär gebraucht. Jetzt aber  die gute Nachricht: Wir haben für Sie die Faktoren aufgelistet, die einen Top-Wein ausmachen und nennen Ihnen außerdem einige außergewöhnliche Weine.

Gourmets können ja so zynisch sein: Einen Jahrhundert-Wein zu keltern sei gar nicht schwer. Denn sonst würden die Weinbarone aus dem Bordeaux nicht jedes zweite Jahr den allerbesten Rebsaft aller Zeit anpreisen, sagen Spötter. Für die meisten Kenner steht eines fest: Aus dem Südwesten Frankreichs stammen die Top-Weine der Welt.
Dicht auf den Fersen folgen Produkte aus dem Süden im Rhone-Tal. In beiden Gebieten ist zum einen die Kelter-Tradition am ältesten und das Handwerk am weitesten entwickelt. Zum anderen sind die klimatischen und geologischen Bedingungen besonders: Es ist warm und mild, aber auch der Einfluss des Atlantik, respektive des Mittelmeers macht sich bemerkbar.

Und welche Jahrgänge werden nun als außergewöhnlich gehandelt? Immer wieder wird 1945 genannt. Top-Qualität wird zudem französischen Weinen aus den Jahren 1947 und 1961 bescheinigt. >>

Auch dem Jahrgang 1989 wird im Bordelais immer wieder als Jahrhundertwein gehuldigt: Zu einem sensationell frühen Zeitpunkt hatte die Weinlese in der Region begonnen. Nach einem trockenen Winter und einem kühlen Frühjahr mit einer relativ kurzen, frühen Blütezeit profitierten die Reben während des Sommers im Bordeaux-Gebiet von lange und intensiv scheinender Sonne. In den Monaten März bis Juli lag die Sonnenscheindauer rund 200 Stunden über dem Durchschnitt der voran gegangenen 30 Jahre. Zudem fiel in diesem Jahr im Bordeaux-Gebiet 464 Millimeter Niederschlage, erheblich weniger als die rund 650 Millimeter des langjährigen Mittels.

Experten schwärmten außerdem 2005 von wahren Wein-Wundern: Ein trockener, aber nicht zu heißer Sommer und ein optimaler Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht schufen ein beeindruckendes Gleichgewicht aus reifen, runden Tanninen und frischer Säure. Die Wucht des Spitzen-Weines erfasste die beiden Gironde-Ufern des Bordelais, bei Roten wie bei Weißen. >>

Entsprechend sind Weine dieses Jahrgangs enorm teuer – vor allem da 2005 der Wein-Papst Robert Parker mit einigen Höchstbewertungen die Gebote in die Höhe trieb. Die jungen Weine wurden rund dreimal so teuer verkauft, wie die Weine aus dem Jahr 2004.

Immer wieder Rhone und Bordeaux Und welche Weingüter versprechen den absoluten Hochgenuss? Die Rhone und Bordeaux streiten sich beim Weinpapst Robert Parker um den Spitzenplatz. Siebenmal erreichte der "Chateau La Mission Haut-Brion, Pessac-Leognan" aus dem Bordeaux die Bestnote von 100 Punkten – und zwar in den Jahren 1955, 1959, 1982, 1989, 2000, 2009 und 2010. Ebenfalls siebenmal räumte der "Guigal 'La Landonne'", von der Cote Rotie ab – das bedeutet geröstete Hänge und liegt im nördlichen Teil des Anbaugebietes Rhone. Die Topnote gab es für die Jahre 1985, 1988, 1990, 1998, 1999, 2003 und 2005. Premier Cru für die Genießer Für die meisten Genießer steht ein Premier Grand Cru noch über allen anderen: Der "Chateau Pétrus" aus dem Bordeaux, konkret aus dem Pomerol in der Region Libournais. Gleich neunmal erzielte ein Wein von hier die Höchstwertung des Weinpapstes Robert Parker: 100 Punkte ergatterten die Jahrgänge 1921, 1929, 1947, 1961, 1989, 1990, 2000, 2009 und 2010. Nur ein anderer Wein, der "Guigal 'La Mouline', Cote Rotie" von der Rhone, wurde ebenfalls neunmal von Parker mit der Topnote geehrt. Primus inter pares: Chateau Pétrus

Chateau Pétrus erzielt aber die höchsten Preise. Das Gut existiert seit dem Ende des 18. Jahrhundert, als die Familie Arnaud die Rebflächen anlegte. Eine Steinfigur des Apostel Petrus ist Namensgeber des kleinen Weingutes. Weinkenner mit feinen Geschmacksnerven bescheinigen Pétrus konzentrierte Aromen von schwarzen Johannisbeeren, Brombeeren und Maulbeeren, zuweilen auch Minze.

Das Besondere an diesem Wein ist der Boden: Das Pomerol ist voll von lehmigem Grund; das Chateau Pétrus liegt zudem auf der höchsten Kuppe des Gebietes, unter einer Kies-Schicht liegt schwerer, eisenhaltiger Lehm. Französische Geologen nennen dies das "Knopfloch von Pétrus". Die Tonschicht verleiht dem Pétrus seine üppige runde Fülle, die immer über die Tannine dominiert und im Alter für die trüffelartigen Aromen verantwortlich ist.

Teure Lese per Hand  

                        Eine weitere Besonderheit ist für die Qualität verantwortlich: Im Weingut Pétrus wird eine selektive, manuelle Traubenlese betrieben. Dabei wird eine Parzelle mehrfach geerntet und immer nur reife Trauben ausgelesen – das ist teuer, aber mittlerweile bei Spitzenweinen üblich. Chateau Pétrus wird nicht verkauft, sondern zugeteilt. Bereits zum Zeitpunkt der Auslieferung en primeur hat dieser Wein um zweistellige Prozentsätze an Wert gewonnen. Häufig wird erst bei einem Kauf anderer Weine im Wert von mindestens 4000 Euro eine Einzelflasche Pétrus an den Kunden verkauft. Gegen Fälschungen schützt sich der Winzer durch Hologramme auf dem Etikett oder Gravuren im Glas. Fazit: Dutzende Weine sind inzwischen mit Top-Ratings geehrt worden. Jahrhundert-Weine gibt es somit wie Sand am Meer - Genießer sollten sich also stets von ihrem Weinhändler beraten lassen.

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