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Italienisches Essen für Männer

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Italien. Eine kulinarische Reise

20.12.2013, 09:59 Uhr | GQ-Autor Peter Praschl

Italienisches Essen für Männer. Lassen Sie sich nichts von Kochbüchern vorschreiben. (Quelle: imago/Chromorange)

Lassen Sie sich nichts von Kochbüchern vorschreiben. (Quelle: Chromorange/imago)

GQ-Autor Peter Praschl will sich nicht länger von Kochbuch-Animateuren herumschubsen lassen.

Foto-Serie mit 5 Bildern

Es ist ganz einfach, sagen sie, du musst bloß tun, was wir dir sagen, dann wird das was mit dir. Sprich sie an, wenn sie mit ihren Haaren spielt, bau dir ein Netzwerk auf, koch ihr etwas Sämiges, leg dir Muskeln zu, wir zeigen dir genau, wie das geht, wie könnte man dir dann noch widerstehen? Man kann.

Diese Anmaßung, erwachsenen Menschen zu erklären, wie man sich anzieht, wie man Computer verstöpselt, was man sagen soll, wenn man mehr Geld, einen Job, sich in der Diskussion durchsetzen will. Als ob irgendeine Frau mit einem ins Bett wollte, bloß weil man sich Neurolinguistisches Programmieren hat antrainieren lassen. Als ob es für einen spräche, wenn es eine doch täte.
Statt Entdeckungen machen zu lassen, traktieren sie einen mit Handlungsanweisungen, bei deren Lektüre man sich fühlt, als wäre man einer durchgeknallten Sonderpädagogin zum Opfer gefallen. >>

Da steht dann, dass der Topf, in dem man etwas schmort, einen dicken Boden haben sollte. Dass man Teig mit beiden Händen kneten soll. Und Schlagsahne fertig ist, sobald sie fest zu werden beginnt. Hallo? Warum sollte man sie sonst schlagen?

Und in jedem Kochbuch finden sich dann doch dieselben Gerichte: ein paar Salate, ein paar Pastasoßen, ein paar Fische, ein paar Steaks. Es reicht ja, wenn der Koch auf zwei Dutzend Fotos grinst und dem Ganzen den Fusion-Dreh mitgibt. Ingwer reinhacken, essbare Blüte drauf, schon hat jede blöde Currywurst einen Chefkochtouch, den sich jeder aneignen kann. Vorausgesetzt, man tut, was einem gesagt wird. Aber so lernt man das Kochen nicht. So bleibt man ein Depp, der sich von Animateuren herumschubsen lässt.

Deswegen ist mein Lieblingskochbuch nach den Regeln der Branche gar keins. Es heißt "Italien. Eine kulinarische Reise", hat bis auf das Titelbild – ein gemaltes Still-Leben eines unbekannten Meisters – keine Abbildungen und zwingt einen dazu, sich jedes erwähnte Gericht vorzustellen. >>

Es gibt keinerlei Rezepturen, keine Maßangaben. Das Einzige, was man bekommt, ist ein ausufernder Katalog von Dingen, die man in den Regionen Italiens aß, ehe auch dort die Gegenwart ausbrach. Zum Beispiel: Lepre in agrodolce, Hase in süßsaurer Soße: "In der römischen Campagna und fast überall im Latium wird der Hase im Topf mit Backen- oder Bauchspeck vom Schwein, Knoblauch, getrockneten Pilzen, Thymian, ganzen Gewürznelken und Rotwein geschmort. Zum Fond werden die gehackte Leber und das Blut des Tieres gegeben. Die Römer alter Schule bereiten ihn jedoch süßsauer mit Essig, Zucker, Backpflaumen und Schokolade zu und lassen dafür die Pilze und andere nicht geeignete Zutaten weg."

Ein Essen, das man sich hätte nicht ausdenken können

Viel mehr steht da nicht, aber es ist mehr, als man sich von allen Jamie-Oliver-Kochbüchern erwarten darf: eine Entdeckung, ein Essen, das man sich nicht hätte ausdenken können, eine Kühnheit (Pflaumen, Schokolade), eine Offenbarung – auch wenn ich mich noch nicht an diesem Rezept versucht habe. Aber ein anderes Gericht aus diesem Buch habe ich bereits zusammengekocht: Sarde a beccaficu, gefüllte Sardinen sizilianischer Art. Die aufgeschnittenen Sardinen werden gesalzen und gepfeffert, die Innenseiten mit einer Farce aus Petersilie, Knoblauch, Parmesan, Semmelbröseln, Chilischote, Essig und Eiern bestrichen, mit einer Eipanade im Öl gebraten und mit Zitrone gereicht. Fertig. Und während Sie das zubereiten, mache ich mich auf die Suche nach etwas Hasenblut. Vielleicht finde ich jemanden, der mir das verkauft.

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