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"Hart aber fair": Stellt Plasberg Fleischesser "an den Pranger"

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"Hart aber fair" zu Fleischkonsum  

"Drei Schweine in einem Bett, das ist zu viel"

16.06.2015, 10:10 Uhr | Von Nico Damm, t-online.de

"Hart aber fair": Stellt Plasberg Fleischesser "an den Pranger" . Bei Frank Plasbergs "Hart aber fair" ging es diesmal um die Wurst. (Quelle: dpa)

Bei Frank Plasbergs "Hart aber fair" ging es diesmal um die Wurst. (Quelle: dpa)

Das Thema versprach ein Renner zu werden: Schon am Nachmittag droschen Vegetarier und Fleischesser auf der Facebook-Seite der Sendung aufeinander ein. In über 800 Kommentaren wurde auch nach der Sendung unerbittlich darüber gestritten, ob Fleischesser zu Recht am Pranger stehen. Dass sie das tun, obwohl rund 96 Prozent der Deutschen Fleisch essen, setzte Frank Plasberg einfach mal voraus und fragte bangend: "Heißt es bald: Die Wurst essen Sie bitte vor der Tür?"

Lust auf Fleisch machte die Sendung jedenfalls nicht. Spätestens dann nicht, als die Grünen-Politikerin und langjährige nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn einen interessanten Vergleich präsentierte. Im Moment lebten in konventionellen Zuchtbetrieben drei 110 Kilo schwere Schweine in einer Box von einem mal zwei Meter - eine Fläche so groß wie ein durchschnittliches Bett. "Und drei Schweine in einem Bett, das ist zu viel."

"90 Prozent der Tiere sind krank"

Großes Gelächter in der Runde und im Publikum. Auch wenn das Thema ein eher unschönes ist, denn die Schweine, so Höhn, würden in ihren eigenen Exkrementen leben. Wenn Untersuchungen zeigten, dass 90 Prozent der Schweine Antibiotika bekommen, wie eine Untersuchung in Nordrhein-Westfalen ergeben habe, "dann heißt das, dass 90 Prozent der Tiere krank sind. Da müssen wir was tun." Applaus.

UMFRAGE
Können Sie sich vorstellen, künftig weniger oder gar kein Fleisch mehr zu essen?

Da widersprach auch Fleischfabrikantin Sarah Dhem nicht. Derweil räumte TV-Entertainer Jürgen von der Lippe mit Blick auf den Sendungstitel ein, seine Wurst tatsächlich oft draußen zu essen - allerdings freiwillig, weil der leidenschaftliche Koch auf Tournee oft zu Fast Food greift. Ein Bekenntnis, das der jungen Veganerin Nicole Just gar nicht schmeckte.

"Zahle gern mehr für gutes Fleisch"

"Warum probieren Sie nicht mal ein paar Wochen lang vegetarisches Essen aus?", fragte die ehemalige Fleischesserin, die sich seit sechs Jahren nur noch von Pflanzen ernährt und heute erfolgreich Kochbücher schreibt.

Eine Antwort darauf wusste von der Lippe nicht, konnte dafür aber wortgewandt erklären, warum Fleischvieh anders schmeckt als Milchvieh. Und überhaupt: "Ich zahle gern mehr für gutes Fleisch." Und wenn gerade nur Zeit für die Dönerbude bleibt? Dann muss er sich wohl durchbeißen.

"Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie", zitierte Plasberg Otto von Bismarck. Doch Fleischermeisterin Dhem, Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Fleischwarenindustrie, findet die Wurstproduktion gar nicht eklig, sondern viel besser als früher. "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft", bemühte die Mittdreißigerin, die im eigenen Familienbetrieb im Münsterland Wurst produziert, einen alten Slogan der Fleischindustrie.

60 Kilo Fleisch essen die Deutschen pro Jahr - das sind rund 50 Prozent mehr als der durchschnittliche Weltbürger. Diese Zahlen erwähnte Plasberg aber leider nicht.

"Geht darum, wie gut es der Sau geht"

Indessen lenkte Sterne-Koch Alexander Herrmann das Gespräch aus der Sackgasse: "Wir führen die falsche Diskussion. Es geht nicht um die Verarbeitung, sondern darum, wie gut es der Sau geht."

Letztlich ließ sich aber keiner von Plasbergs Gästen so richtig aus der Reserve locken. Veganerin Just will Fleischesser nicht bekehren, Fleischerin Dhem ist für mehr Tierschutz und sammelte mit kecken Sprüchen Sympathien ("Schinken ist der Arsch vom Schwein") und Jürgen von der Lippe will künftig weniger Schweine im Bett.

Überhaupt wollen ja alle eigentlich weniger Fleisch essen und wenn, dann eher nur sonntags und Bio, und der Metzger aus dem nächsten Einspieler macht jetzt auch vegane Wurst. Welche Folgen hat der weltweit steigende Fleischkonsum für das Klima und Entwicklungsländer? Wie viel Bio-Fleisch kann sich eine Familie leisten, die von Hartz IV lebt? Und wie steht es um die Arbeitsbedingungen in deutschen Schlachthöfen? Für solche Fragen blieb da kein Platz mehr.

Ein wahrer Kuschel-Talk, bei dem jeder jeden ausreden ließ und über den sich Uli Hoeneß am meisten gefreut haben dürfte - denn seine Wurst, mit Marke und Preis ganz groß im Bild, soll recht lecker sein.

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