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Falsche Werbeversprechen der Lebensmittelindustrie

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Gesunder Zucker?  

Dextro Energy verliert vor Gericht

27.06.2017, 08:39 Uhr | hcy/ut, dpa, AFP, t-online.de, AFP

Falsche Werbeversprechen der Lebensmittelindustrie. Traubenzucker soll Energie liefern (Quelle: imago/Hoch Zwei)

Traubenzucker soll schnell Energie liefern (Symbolbild) (Quelle: imago/Hoch Zwei)

Der deutsche Hersteller Dextro Energy darf auch künftig nicht mit angeblichen gesundheitlichen Vorzügen von Traubenzucker werben. Für schnelle Energie gibt es laut Experten gesündere Alternativen. 

Der Europäische Gerichtshof hat eine Klage des Unternehmens abgewiesen. Dieses wollte sein Produkt mit Sätzen wie "Glucose unterstützt die normale körperliche Betätigung" anpreisen. Die EU-Kommission hatte dies nicht zugelassen, deshalb zog die Firma vor Gericht. Dextro Energy darf für seine Traubenzuckerquadrate weiterhin nicht mit gesundheitsbezogenen Angaben zu Glucose werben. 

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg wies in einem Urteil den Einspruch des Unternehmens gegen ein erstinstanzliches Urteil zurück. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch begrüßte die Entscheidung und forderte von der Politik klare gesetzliche Regeln zu Gesundheitsversprechen bei der Lebensmittelwerbung. (Az: C-296/16)

Dextro Energy machte falsche Versprechen

Dextro Energy hatte 2011 die Zulassung mehrerer Aussagen beantragt, etwa: "Glucose trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei" oder "Glucose unterstützt die körperliche Betätigung". Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa bestätigte, dass diese Aussagen richtig und auch weitere formale Kriterien erfüllt seien.

Dennoch verweigerte die EU-Kommission die Zulassung der Werbung. Sie sende "ein verwirrendes Signal an die Verbraucher", hieß es damals zur Begründung. Denn die Werbung rufe zum Verzehr von Zucker auf, obwohl weltweit eine Verringerung des Zuckerkonsums empfohlen werde.

Dieser Auffassung folgte in erster Instanz im März 2016 das Gericht der Europäischen Union (EuG) und nun auch der Europäische Gerichtshof. Die von Dextro Energy vorgebrachten Argumente griffen nicht, begründete der Luxemburger Gerichtshof seine Entscheidung.

Foodwatch begrüßt Urteil

Foodwatch erklärte, es sei nun "höchstrichterlich bestätigt", dass ungesunde Produkte "nicht mit irreführenden Gesundheitsversprechen werben" dürften. Nun aber sei die Politik gefragt, um gesetzliche Regeln für den Verbraucherschutz an dieser Stelle aufzustellen. Nur gesunde Lebensmittel, die den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation entsprächen, dürfen mit Gesundheitsversprechen werben, erklärte Foodwatch.

Bananen sind besser als Traubenzucker

Die Lebensmittelindustrie wirbt damit, dass Traubenzucker die Konzentration fördern soll. "Dabei ist er nicht mehr als eine Energiespritze ohne Vitamine und Mineralstoffe, deren Wirkung nicht lange anhält", erklärt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern.

Der Stoff Dextrose wird schnell vom Blut ins Gehirn transportiert, sagt Krehl. Er sei aber auch schnell wieder verbraucht. Besonders gesund ist Traubenzucker außerdem nicht: Überschüssige Mengen davon wandelt der Körper in Fett um – genauso wie bei normalem Haushaltszucker. Darum sollten Verbraucher lieber zur Banane greifen, empfiehlt Krehl.

"Bananen enthalten auch Trauben- und Fruchtzucker, die schnell Energie liefern", sagt Daniela Krehl. "Sie enthalten aber auch Kohlenhydrate, die uns deutlich länger Energie bringen, und vor allem liefern sie uns Vitamine und Mineralstoffe." Generell sei es sinnvoller, ein gesundes Frühstück in Form eines Vollkornbrots oder Müslis zu sich zu nehmen. So könnte es gar nicht erst zum Leistungstief kommen, wie Sie in unserem Ratgeber lesen können.

Weitere irreführende Werbeversprechen der Lebensmittelindustrie, sehen Sie in unserer Fotoshow.

Nachtrag: Dextro Energy stoppt gesundheitsbezogene Werbung

Nach einer Abmahnung durch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat Dextro Energy seine gesundheitsbezogene Werbung gestoppt. Das Unternehmen habe eine Unterlassungserklärung abgegeben, mehrere Youtube-Videos aus dem Netz genommen und Werbetexte auf seiner Internetseite geändert, teilte Foodwatch am Dienstag mit. Die Abmahnung bezog sich demnach auf Werbesprüche wie Dextro Energy sei "natürliche Sofortenergie für Konzentration und Leistungsfähigkeit" und "hilft sofort beim Denken".

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