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Spieluhren fallen bei "Öko-Test" durch - zu laut und schadstoffbelastet

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Spielwaren  

Hörschäden durch Spieluhren

24.09.2009, 10:05 Uhr | dpa, t-online.de

Spieluhren fallen bei "Öko-Test" durch - zu laut und schadstoffbelastet . Kleinkind mit Spieluhr.

"Öko-Test" hat Spieluhren getestet. (Bild: Imago)

Es gibt kaum ein Kinderbettchen, in dem keine Spieluhr liegt. Welch Gefahrenpotenzial in diesem Spielzeug jedoch steckt, hat nun das Frankfurter Verbrauchermagazin "Öko-Test" ans Tageslicht gebracht. Die Untersuchung von 20 Modellen zeigte, dass die Mehrzahl von ihnen viel zu laut ist. "Fünf Uhren beschallen die Babys mit mehr als 80 Dezibel", berichtet Chefredakteur Jürgen Stellpflug. "Damit überschreiten sie den Wert, der laut der Spielzeugnorm EN71 maximal für ohrnahes Spielzeug erlaubt ist." Babys sind nicht in der Lage, sich bei Krach die Ohren zuzuhalten. Die Folge von lauten Geräuschen können neben Hörschäden auch andere gesundheitliche Beeinträchtigungen sein.

Lärm und Schadstoffe

Doch nicht nur der hohe Lärmpegel mancher Spieluhren gibt Anlass zur Kritik. Bei drei Produkten fand das beauftragte Labor den Farbstoffbestandteil Anilin, der sich im Tierversuch als krebserzeugend erwiesen hat. Der Preis gibt wieder einmal keinen Aufschluss über die Qualität des Spielzeugs, erklärt "Öko-Test". So entdeckte das Labor bei der teuersten Spieluhr im Test verschiedene polybromierte Flammschutzmittel, die teilweise sogar in Elektro- und Elektronikgeräten verboten sind. "Die Diskussion darüber, ob es sich bei einer Plüsch-Spieluhr um ein Elektro- oder Elektronikgerät handelt, ist unserer Sicht nach müßig. Wir sind der Ansicht, dass derartige Stoffe nicht in Spielzeug verwendet werden dürfen", hebt Jürgen Stellpflug hervor. "Öko-Test" empfiehlt Eltern, die bereits eine der schlecht getesteten Spieluhren gekauft haben, diese in das Geschäft zurückzubringen. Es besteht zwar kein gesetzlicher Anspruch auf Rückgabe, doch viele Geschäfte reagieren einsichtig.

Lauter als Bohrmaschine

Vor dem Kauf einer Spieluhr halten Eltern besser das gewählte Modell ans Ohr. Denn manche Spieluhren erreichen eine Lautstärke von bis zu 100 Dezibel. Liegen sie direkt neben dem Babyohr, lasse sich der Geräuschpegel mit dem einer Bohrmaschine vergleichen, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder" in Bonn. Um die Ohren der Kinder zu schützen, sollten Eltern eine Spieluhr kaufen, die ein GS-Zeichen trägt. 80 Dezibel sind das Maximum. Sinnvoll ist außerdem, ein Modell ohne Zugschnur zu wählen. Mit einer langen Schnur könnten sich Babys strangulieren.

Testergebnisse

Nur zwei der getesteten Spieluhren schnitten mit der Gesamtnote "gut" ab, nämlich die "Schäfchen-Spieluhr" von Ravensburger und "Musical Box Bär" von Sigikid. 14 mal verteilte "Öko-Test" die Gesamtnote "ungenügend", darunter auch das teuerste Produkt, nämlich mit 29,95 Euro "Sambär" von Käthe Kruse.

Spielzeug: Keine Unbedenklichkeits-Garantie

Trotz Auflagen und technischer Checks kann niemand garantieren, dass Kinder nur absolut unbedenkliches Spielzeug in die Finger bekommen. Der beste Schutz ist immer noch die Umsicht der Eltern.

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