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Hebammen: Krankenkassen sollen mehr zahlen

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Hebammenkrise  

Gröhe will Versicherungsprobleme der Hebammen mit Beitragsgeld lösen

30.04.2014, 09:53 Uhr | dpa

Hebammen: Krankenkassen sollen mehr zahlen. Eine Lösung der Hebammenkrise ist in Sicht - die Krankenkassen sollen mehr zahlen. (Quelle: dpa)

Eine Lösung der Hebammenkrise ist in Sicht - die Krankenkassen sollen mehr zahlen. (Quelle: dpa)

Wie können Hebammen unter finanziellem Druck weitermachen, obwohl ihre Haftpflichtprämien steigen? Die Krankenkassen sollen einspringen. Andere Vorschläge finden in der Regierung keine Unterstützung.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will den teilweise um ihre Existenz bangenden Hebammen in Deutschland mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen helfen. Die Hebammen beklagen seit langem steigende Prämien für ihre Haftpflichtversicherungen. Viele können die jüngsten Prämienanstiege mit den bisher von den Krankenkassen dafür vorgesehenen Mitteln nicht bezahlen.

Auch Hebammen mit wenigen Geburten bekommen Hilfe

Das Problem stellt sich für Hebammen mit wenigen Geburten, denn hier reichen bisher schon fließende Gelder der Krankenkassen nicht aus, um die Versicherungsprämien zu zahlen.

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Ein Vorschlag Gröhes sieht nun vor, dass die Kassen einen Sicherstellungszuschlag bezahlen, damit auch freie Hebammen mit nur wenigen Geburten die Kosten für die Versicherung bezahlen können. Das geht aus einem Schreiben Gröhes hervor. Der Radiosender NDR Info hatte zuerst darüber berichtet.

Darin heißt es: "Die Krankenkassen sollen (...) als kurzfristig wirksame Maßnahme zusätzlich gesetzlich verpflichtet werden, für Geburtshilfeleistungen, bei denen typischerweise nur wenige Geburten betreut werden, über die bei Prämiensteigerungen übliche Anpassung hinaus Mittel bereit zu stellen, um die Vergütung angemessen zu erhöhen."

Hohe Versicherungsprämien gefährden freiberufliche Hebammen

Über Monate hatte eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung mehrerer Bundesministerien das Problem beraten. Die Beratungen gestalteten sich nach dpa-Informationen äußerst schwierig. Sämtliche anderen Vorschläge - etwa die Einrichtung eines Fonds - fanden keine Mehrheit. Das Thema gilt in der Koalition als sehr sensibel. Die Hebammen-Organisationen hatten mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit viele Sympathien in der Bevölkerung erlangt, auch wenn sie sehr unterschiedlich betroffen sind.

Einschränkung der Regressansprüche

Regress-Ansprüche der Krankenkassen gegenüber den Versicherungen im Schadensfall sollen zudem eingeschränkt werden: Kranken- und Pflegeversicherung sollen sich demnach künftig kein Geld mehr von den Haftpflichtversicherungen zurückholen können. Dies spare im Gegenzug Maklercourtage und Versicherungssteuer, so eine Sprecherin Gröhes.

Warum die Kosten steigen

Zahlten Hebammen 2004 noch 1352 Euro für die Versicherung, werden es ab Juli dieses Jahres 5091 Euro sein. Gerichte schraubten im Fall eines Fehlers der Hebammen bei der Geburt die Entschädigungssummen für die Betroffenen immer weiter in die Höhe - auch weil ein behindertes Kind heute wegen des medizinischen Fortschritts oft viel länger lebt als früher.

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