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Mama, die Trinkerin

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Alkoholismus  

Mama, die Trinkerin

| Spiegel Online, Spiegel Online

von Julia Jüttner

"Dann kullert ein Underberg aus dem Bücherregal"

1,7 Millionen Menschen in Deutschland sind der Hauptstelle für Suchtfragen zufolge alkoholabhängig, weitere 1,7 Millionen konsumieren Alkohol "missbräuchlich", wie es im Fachdeutsch heißt. Fast ein Drittel dieser Menschen hat mindestens einen Elternteil, der alkoholabhängig war oder ist.

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Kinder sind doppelt vernachlässigt

Die Kinder leiden an einer doppelten Vernachlässigung. Der Süchtige ist krankhaft auf sein Suchtmittel fixiert - und auch sein Partner richtet die ganze Aufmerksamkeit auf ihn. Auf der Strecke bleibt das Kind.

Eigenes Trinkverhalten wird durch das der Eltern beeinflusst

Die Häufigkeit und die Umstände, unter denen ihre Eltern trinken, beeinflusst das eigene spätere Trinkverhalten. In vielen Fällen greifen die Kinder früher zur Flasche oder zu anderen Drogen als Gleichaltrige.

In allen Gesellschaftsschichten

"Alkoholkranke Eltern gibt es in allen Gesellschaftsschichten - auch da, wo es von außen bürgerlich, gesetzt und unauffällig zugeht", sagt Nacoa-Chef Mielke. "Sucht ist eine fortschreitende Krankheit. Am Anfang wird sie kaschiert, dann kullert einem mal ein Underberg aus dem Bücherregal entgegen, und irgendwann steht auch bei einem Professor die Bude voller leerer Flaschen."

Offener Umgang: Kindern die Scham nehmen

Um Kinder von Suchtkranken zu entlasten, sei es wichtig, als Gesellschaft offen über Sucht zu sprechen. "Es wäre für die Kinder viel gewonnen, wenn Sucht in der Familie nicht mehr dieses schreckliche Tabu wäre. Wir können den Kindern zwar die Sucht ihrer Eltern nicht ersparen - ihnen aber die Last der Scham von den Schultern nehmen", sagt Mielke. "Wenn Kinder über die Alkoholkrankheit ihrer Eltern in Familie, Schule und Freundeskreis so selbstverständlich sprechen könnten wie über Diabetes, wäre das für sie eine enorme Erleichterung."

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