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Initiation: Wie gehen Eltern mit dem Entwicklungsprozess der Kinder um? (2)

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Identität und Erwachsenwerden

28.11.2008, 14:13 Uhr | Robert Scholz

Die therapeutische Erfahrung 

Für 39 Prozent beginnt die Erwerbslosigkeit gleich nach Schulabschluss. Silvia Wagner ist Therapeutin und sieht gerade in dem immer weiter nach hinten verschobenen Berufseintritt eine große Hürde in der Zuweisung einer eigenen erwachsenen Identität. Auch die politisch viel diskutierte längere Verweildauer in den Bildungssystemen, verzögert den Übergang in die Gemeinschaft. In ihrer Praxis hat sie die Erfahrung gemacht, „dass vielleicht noch der Führerschein als äußeres Zeichen des Erwachsenwerdens eine gewisse Bedeutung für die Familie besitzt." Was aber ist Identität? Eine gute Selbsteinschätzung von Fehlern und Stärken.

Die Eltern

Diese Selbsteinschätzung lassen Eltern oft nicht zu. Nur ungern entlassen sie die eigenen Kinder in das Leben. Vor allem die ungute Symbiose zwischen Eltern und Kindern als Gleiche unter Gleichen, trägt zur späten Abnabelung der Jugend bei. Frau Wagner entdeckt in ihrem Praxisalltag „…immer mehr Eltern, die sich die eigene Jugend über das Kind länger erhalten wollen, in dem sie es an das Elternhaus binden.“ Man will cool und frisch sein, und damit dem allgegenwärtigen Marketinganspruch auf ewige Jugend gerecht werden, so die Leipziger Therapeutin weiter. Den Preis dafür zahlen die Kinder, mit einer zu späten und dann unzureichenden Entwicklung einer erwachsenen Ich-Identität.

Was sollten Eltern tun?

Die Ablösung sollte so früh als möglich vorbereitet werden. Vor allem durch die Verdeutlichung, dass Handeln Konsequenzen hat. Konsequenzen, die nicht immer von Mutter und Vater abgefedert werden müssen. Eltern müssen sich hingegen mit dem Prozess der Trennung bewusst befassen. Übergangsrituale sollten in der Familie selbst entwickelt werden, zum Beispiel durch Übertragung von Verantwortung. „Zuerst finden wir heraus, was wir nicht sind - erst später folgt die Erkenntnis was ich bin“, resümiert die Therapeutin. Versuch und Irrtum sollen zugelassen werden. Die allgegenwärtige Behütung verzerrt ab einem gewissen Punkt die Wirklichkeit. Dadurch wird sie unkenntlich und mehrdeutig. Das erwachsene Kind kann dann auf sie nicht reagieren, weil ihm dafür die Mittel fehlen.

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