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Schönheitswahn: Schon Kinder folgen ungesundem Körperkult

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Schönheitswahn  

Wenn Mädchen zur Diva werden

28.03.2012, 10:10 Uhr | nw, t-online.de

Schönheitswahn: Schon Kinder folgen ungesundem Körperkult. Jugendliche ahmen die Schönheitsideale der Erwachsenen nach. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jugendliche ahmen die Schönheitsideale der Erwachsenen nach. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vor allem in den USA gibt es Beauty-Salons und Wellness-Hotels für Kinder, die sich von ihren Eltern "aufhübschen" lassen. Diese Beauty-Welle ist mittlerweile auch nach Deutschland geschwappt. Denn was Madonna, Katie Holmes recht ist, ist auch anderen Eltern billig: Augenbrauen zupfen, Schokomasken oder Maniküre. Für die lieben Kleinen darf es gerne etwas Besonderes sein.

Die vierjährige Stella sitzt beim Friseur eines großen Nobelkaufhauses. Sie bekommt gerade Strähnchen gemacht. Ihre glitzernden rosa Fingernägel sind schon frisch gestylt und auch ihr Lippgloss ist bereits aufgetragen und schimmert in der Lieblingsfarbe Pink. Die Kosmetikindustrie trägt dem Trend mittlerweile Rechnung und produziert ganze Pflegeserien für die Kleinsten. Da gibt es das quitschrosa Prinzessinnen-Shampoo, das spezielle Kinderparfum und die Feuchtigkeitspflege für die junge Haut in entsprechend auffälligen und aufwändigen Verpackungen.

Kein Wunder, dass die Produkte bei den Kindern ankommen. Und sie finden auch bei den Eltern Zuspruch, obwohl viele Hautärzte warnen, solche Kosmetika könnten wegen der hohen Anteile an Duftstoffen Allergien auslösen. Auch in den Spa-Abteilungen vieler deutscher Nobel-Herbergen hat man sich mittlerweile auf die neue Kundschaft und deren Bedürfnisse eingestellt: Hier werden Schokomassagen oder andere Verwöhnprogramme speziell für Kinder zwischen acht und 15 Jahren angeboten.

Narzissmus wird gefördert

Viele Pädagogen und Psychologen warnen jedoch davor, dass solche Wellness-Anwendungen und Kosmetikbehandlungen, wenn sie zur Regelmäßigkeit werden, eher schaden als nützen. Denn durch die Häufigkeit solcher Aktionen kann dem Kind vermittelt werden, dass es ohne diese Behandlungen nicht liebenswert ist oder nicht nach den Wünschen der Eltern aussieht. Hierbei besteht die Gefahr, dass die Kinder sehr egozentrisches Ich-Gefühl entwickeln. Außerdem wird so das Ideal vermittelt, dass nur eine perfekt gestylte Erscheinung zählt und jegliche Natürlichkeit ein Makel ist.

Promi-Vorbilder zählen

Ein gepflegtes, modisch gestyltes Äußeres als Alleinstellungsmerkmal. Vor allem Mädchen kommen daran immer weniger vorbei. Nicht zuletzt durch Promi-Vorbilder, die häufig bei jeder Gelegenheit ihren perfekt gestylten Nachwuchs bereitwillig in die Kameras der Paparazzi halten. "Sich vor anderen zu profilieren gehört zum Starsein dazu. Und das `perfekte Kind´ ist dann der verlängerte Arm des eigenen Narzissmus", so der Neurologe und Psychiater Professor Borwin Bandelow, der sich in seinem Buch "Celebrities" und seinen Auswüchsen auseinandersetzt. Bei Eltern, die viel Wert auf Statussymbole wie Kosmetik oder teure Kleidung legen, funktioniere das im Umgang mit den eigenen Kindern oft ähnlich: Eigene Wünsche werden auf die Kinder projiziert, die im Extremfall als „Mini-Me“, also als Mini-Erwachsenen-Version, betrachtet und entsprechend gestylt werden.

Eigene Identität wird nicht entwickelt

„Das kann für die kindliche Persönlichkeitsentwicklung auch negative Folgen haben“, warnt Bandelow. Denn wer ständig auf sein Äußeres achtet, spielt vermutlich weniger im Matsch, klettert seltener auf Bäume und wählt vielleicht irgendwann auch seine Freunde vor allem nach äußeren Kriterien aus. Die Gefahr ist besonders groß für Mädchen, die schon früh engen Schönheitsidealen nacheifern und es so schwerer haben eine eigene Identität zu entwickeln. Denn ein Abweichen von der Norm erzeugt Ängste. Den Schönheitsidealen der Mütter nachzueifern ist besonders für Teenager problematisch: Denn wenn junge Mädchen nur den optischen Mustern ihrer "ewig jungen" Mütter nacheifern, wird eine notwendige und deutliche Abgrenzung während der Pubertät schwierig.

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