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Kriminologe Christian Pfeiffer kritisiert Väter

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"Väter sind emotionale Krüppel": Kriminologe erklärt die Krise der Jungs

10.12.2012, 15:35 Uhr | rev, t-online.de, dpa

Kriminologe Christian Pfeiffer kritisiert Väter. Jungs in der Krise: Kriminologe Christian Pfeiffer sieht die Schuld vor allem bei den Vätern. (Quelle: dapd)

Jungs in der Krise: Kriminologe Christian Pfeiffer sieht die Schuld vor allem bei den Vätern. (Quelle: dapd)

Jungs haben es heutzutage besonders schwer. Diese Behauptung ist nicht neu, wurde nun aber von Kriminologe Christian Pfeiffer (68) mit deutlichen Worten bekräftigt. Beim Jahresempfang der lutherischen Kirche im Sprengel Osnabrück erklärte der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen in seinem Vortrag über die "Krise der Männlichkeit", mit welchen Schwierigkeiten das männliche Geschlecht heute zu kämpfen hat.

"Zwei Drittel der Väter sind emotionale Krüppel"

Den größten Teil der Schuld an der Entwicklung von Jungen in der heutigen Gesellschaft sieht Christian Pfeiffer bei den Vätern, wie aus einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) hervorgeht. "Mehr Vaterliebe" wünsche sich Pfeiffer, tatsächlich sehe es aber ganz anders aus: "Zwei Drittel der Väter sind emotionale Krüppel" und das andere Drittel mache sich bei der Erziehung ganz "aus dem Staub", so der Kriminologe. Es gebe zu viele "gepanzerte Männer, die Emotionen nicht richtig rauslassen könnten".

Pfeiffer: Mädchen werden bevorzugt

Aus dem hohen Anteil der männlichen Schulabbrecher und Sitzenbleiber folgert Pfeiffer eine bedrohliche Krise der Männer. Die Ursache sieht er laut "NOZ" in einem "Wandel der Erziehungskultur": Bereits im Kindergarten kümmere man sich mehr um die Mädchen. Sie bekämen mehr Streicheleinheiten und würden öfter in den Arm genommen werden. Den Erzieherinnen sei diese Vernachlässigung der Jungs gar nicht bewusst, so Pfeiffer.

Warum das so ist: "Die Menschen investieren immer in Zukunft" und die scheine aufgrund der niedrigen Geburtenrate weiblich zu sein, glaubt Pfeiffer. Folge und zugleich Verstärker dieses Problems sei das exzessive Computerspielen. Auf diese Weise flüchteten sich Jungs in eine virtuelle Welt, in der noch männliche Dominanz gefragt sei. Vielmehr bräuchten Jungs jedoch Vorbilder, Gemeinschaften und Herausforderungen, an denen sie wachsen könnten und die "Lust auf Leben" bei ihnen wecken. Dabei sieht Pfeiffer besonders auch die Ganztagsschulen in der Pflicht.

Die männliche Bezugsperson ist unverzichtbar

Gerade in seinen Aussagen über die deutschen Väter lassen sich Pfeiffers Behauptungen anzweifeln. Väter verstehen sich - anders als zu früheren Zeiten - längst nicht mehr nur als Versorger oder Ernährer der Familie, sondern sind sich zu einem großen Teil auch ihrer erzieherischen Verantwortung bewusst.

Dass allerdings der Vater eine besondere Bedeutung für die Entwicklung seiner Kinder, besonders der Jungs, hat, steht außer Frage: Tatsächlich haben in Kindergarten und Grundschule vor allem Frauen das Sagen. Umso wichtiger ist die männliche Bezugsperson zu Hause. Väter sind für Söhne und Töchter gleichermaßen unentbehrlich. Aber für den Sohn ist der Vater das erste männliche Vorbild - und diese Funktion wird nicht erst in der Pubertät wichtig.

Was Jungs von ihren Vätern lernen

Alle gemeinsamen Aktivitäten von Vater und Sohn helfen dem Kind, eine männliche Identität zu entwickeln, erklärt Hans-Georg Nelles, Vorsitzender des Väter-Experten-Netzwerks in Düsseldorf (VEND). Der Vater sei dabei immer ein Vorbild für den Sohn, an dem er sich reiben und von dem er gleichzeitig lernen kann. Beim Rangeln mit dem Vater erfährt der Sohn die eigene Kraft. Mit ihm streitet, rivalisiert und konkurriert er. Dieses Lernen vom männlichen Vorbild fällt besonders leicht, wenn es eine enge Bezugsperson ist, also wenn eine starke emotionale Bindung vorhanden ist, wie sie auch Pfeiffer in seinem Ansprache fordert.

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