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Baby-Illusion: Darum bleiben Nesthäkchen immer die Kleinen

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Baby-Illusion  

Warum Nesthäkchen immer die Kleinen bleiben

17.12.2013, 19:09 Uhr | mmh, t-online.de

Baby-Illusion: Darum bleiben Nesthäkchen immer die Kleinen. Einmal Nesthäkchen, immer Nesthäkchen - das liegt an der Baby-Illusion.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Einmal Nesthäkchen, immer Nesthäkchen - das liegt an der Baby-Illusion. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nesthäkchen bleiben immer Nesthäkchen in einer Familie, selbst wenn sie erwachsen sind. Diesen Effekt versuchen nun Wissenschaftler mit einem ganz neuen Ansatz zu erklären: Die Baby-Illusion - das ist der Effekt, dem Mütter und Väter unterliegen.

Wenn der jüngste Sohn zu einem 1,90 Meter großen jungen Mann aufgeschossen ist, dann endet wohl der Effekt der "Baby-Illusion", dem bis dahin alle Mütter und Väter erliegen: Das jüngste Kind bleibt in ihrer Wahrnehmung immer kleiner als es wirklich ist. Diese Illusion beschreiben jetzt Wissenschaftler.

Die Baby-Illusion überträgt sich auf das jüngste Kind

Allerdings hält dieser Effekt nur bis ein jüngeres Geschwisterkind geboren wurde, dann schießt es in den Augen der Mutter plötzlich in die Höhe. Die Baby-Illusion überträgt sich nun auf das jüngere Kind.

Klar ist, der Kontrast spielt eine Rolle, neben dem zarten Neugeborenen wirkt das ältere Kind um einiges größer, so beschreiben die Wissenschaftler ihre Beobachtungen im Fachblatt "Current Biology". Um bis zu 7,5 Zentimeter verschätzen sich die Mütter dabei, wenn sie die Größe ihres Kindes angeben sollten. Das gilt sogar für Mütter von Einzelkindern.

Nicht nur der Kontrast zum Neugeborenen

Doch der Kontrast-Effekt ist den Forschern zu banal. "Das kommt nicht daher, dass das ältere Geschwisterkind mit dem Neugeborenen verglichen wird und deshalb 'alles größer wirkt neben einem neugeborenen Baby'", erklärt Studien-Autor Jordy Kaufmann, von der australischen Swinburne University of Technology in Hawthorn.

Die Wissenschaftler vermuten ein tieferes psychologisches Phänomen dahinter. Die Hypothese ist, Eltern schätzen gewohnheitsmäßig ihre jüngsten Kinder kleiner, als sie in Wahrheit sind, unabhängig von deren Alter. Dann, wenn ein neues Baby geboren wird, verschwindet diese Illusion. Die Eltern erkennen erstmals die tatsächliche Größe des Kindes. Der Eindruck, das Kind wäre stark gewachsen, resultiert aus dem Missverhältnis zwischen der jetzigen Wahrnehmung der tatsächlichen Größe und der abgespeicherten Erinnerung.

Mehr als 70 Prozent der befragten 747 Mütter bestätigten, dass sie ihr älteres Kind nach der Geburt eines weiteren Babys plötzlich größer wahrgenommen hätten.

Differenz von bis zu 7,5 Zentimeter

Auf die Spur des tatsächlichen Missverhältnisses zwischen der wahrgenommen und der tatsächlichen Größe waren die Forscher durch folgenden Versuch gekommen: Mütter, deren jüngstes Kind zwischen zwei und sechs Jahre alt war, sollten die geschätzte Größe ihres Kindes aus dem Gedächtnis an einer Wand markieren. Die Differenz lag bei bis zu 7,5 Zentimeter. Die Ergebnisse waren unabhängig von Alter und Geschlecht in dieser Altersgruppe, auch Einzelkinder werden so wahrgenommen. Je älter die Kinder, desto genauer war die Größe angezeichnet.

Effekt weckt die Fürsorge

Doch dies ist auch wichtig. Denn diese Art der "Verniedlichung" dient nämlich, so die Forscher dazu, dass die Eltern ihre Fürsorge dem Kleinsten widmen, je kleiner, desto mehr.

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