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"Ignore No More!"-App: die neue Waffe der Helikopter-Eltern

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"Ignore No More!"-App  

Die neue Waffe der Helikopter-Eltern

22.08.2014, 13:58 Uhr | t-online.de, Pressetext

"Ignore No More!"-App: die neue Waffe der Helikopter-Eltern. Und wieder ist der Sohn nicht ans Handy gegangen - eine neue App soll das verhindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Und wieder ist der Sohn nicht ans Handy gegangen - eine neue App soll das verhindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie behüten und kontrollieren ihren Nachwuchs auf Schritt und Tritt: die sogenannten Helikopter-Eltern. Erziehungsexperten beobachten schon länger, dass Eltern ihre Kinder zunehmend mit übertriebener Fürsorge in ihrer Entwicklung einschränken. Jetzt gibt es eine neue "Waffe" für Eltern mit Kontrollzwang - in Form einer Smartphone-App.

Die amerikanische Ex-Soldatin und Mutter Sharon Standifird hat eine App entworfen, die ihre Kinder zwingt, ihre Anrufe entgegenzunehmen. "Ignore No More!" nennt sich die Anwendung, die automatisch das Smartphone des Users sperrt, sobald ein Anruf einer voreingestellten Person nicht angenommen wird.

Deinstallieren ist fast unmöglich

Ignoriert ein Kind den Anruf, so wird das Handy mit einem Passwort gesperrt. Internet, Anrufe, SMS und Spiele sind dann deaktiviert. Die einzige erhaltene Funktion ist das Wählen des Notrufes. Die Eltern bestimmen Kontakte, die im Falle des Sperrens angerufen werden können. Um das Smartphone zu entsperren, bleibt den Teenagern kein anderer Ausweg, als die Eltern anzurufen und um das Passwort zu bitten.

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Es ist beinahe unmöglich die Applikation zu deinstallieren. Hierfür werden Benutzername, Passwort und E-Mail-Adresse der Eltern benötigt. Sobald Kinder versuchen, diese Hürde mit dem Device-Administrator zu umgehen, werden die Eltern per E-Mail benachrichtigt und können das Handy des Kindes mit einem Passwort sperren lassen.

"Es brauchte eine App, die das Smartphone komplett außer Betrieb setzt, wenn sie nicht reagieren“, sagt Standifird dem Sender CBS.

Nutzer der App vertrauen ihren Kinder nicht

Wie die Entwicklerfirma der Android-App angibt, wurde sie entwickelt, um eine gute Kommunikationsbasis zwischen Eltern und ihren Kindern herzustellen. Tatsächlich dürfte die App eher das Gegenteil bewirken.

"Die Erziehung der Kinder liegt in den Händen der Eltern und kann individuell gehandhabt werden, je nachdem welche Werte sie den Kindern vermitteln wollen. Es ist wichtig, eine Vertrauensbasis zwischen Eltern und Kind zu schaffen", erklärt Kindergarten-Pädagogin Vanessa Simon. "Mit so einer App wird dem Kind deutlich vermittelt, dass man ihm nicht vertraut."

Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre

"Diese App hindert meiner Meinung nach die Kinder daran, Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein zu entwickeln sowie Vertrauen und Ehrlichkeit aufzubauen und wertzuschätzen", meint Simon. "Jede Sorge und Fürsorge um sein Kind ist gut, solange sie mit Maß und Ziel behandelt wird."

Laut der Expertin habe jedes Kind ein Recht auf eine Privatsphäre. "Wird einem Kind genügend Vertrauen entgegengebracht, so wird dieses Vertrauen auch zurückgegeben und ein solcher Kontrollzwang wird überflüssig."

Helikopter-Eltern schaden ihrem Nachwuchs

Das Verhalten der Helikopter-Eltern, das durch eine solche App verstärkt wird, kann sich ganz unterschiedlich auf das Kind auswirken, wie die Hamburger Familienberaterin Felicitas Römer weiß: "Die Kinder werden ängstlich und zögerlich." Weil sie sich sehr wenig zutrauen, könne es lange dauern, bis sie endlich auf eigenen Beinen stehen.

Aber auch Aufmüpfigkeit ist für diese permanent kontrollierten und beschützten Kinder nicht ungewöhnlich. Um sich endlich zu befreien, lehnen sie sich auf. Das könne vor allem in der Pubertät heftig werden. "Oft haben diese Kinder keinerlei Rückzugsmöglichkeiten. Oft lassen sie woanders Dampf ab, rebellieren zum Beispiel in der Schule", erläutert Römer.

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