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Tag der Kinderrechte: Diese Rechte haben Kinder

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Diese Rechte haben Kinder

20.11.2017, 17:36 Uhr | CM

Tag der Kinderrechte: Diese Rechte haben Kinder. Zur Stärkung der Kinderrechte gibt es die UN-Kinderrechtskonvention. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Rawpixel)

Zur Stärkung der Kinderrechte gibt es die UN-Kinderrechtskonvention. (Quelle: Rawpixel/Thinkstock by Getty-Images)

Die Kinderrechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention verankert, die von fast allen Staaten unterzeichnet wurde. Trotzdem mangelt es vielfach noch an der konkreten Umsetzung dieser Rechte – vor allem in strukturschwächeren Ländern. Hier erfahren Sie, welche Grundrechte Kinder überhaupt haben und welche Erfolge bisher verzeichnet wurden.

UN-Kinderrechtskonvention: ein globales Übereinkommen

Zur Stärkung der Kinderrechte wurde am 20. November 1989 die UN-Kinderrechtskonvention (vollständiger Titel: Übereinkommen über die Rechte des Kindes) von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Bis auf die USA haben alle UN-Mitgliedsstaaten dieses Abkommen ratifiziert.

Die Konvention legt Standards zum Schutz der Kinder fest, zudem wird die Einhaltung der Kinderrechte durch die UN kontrolliert. Alle fünf Jahre müssen die Staaten einen Bericht zur Lage der Kinder in ihrem Land vorlegen und ihn mit dem UN-Kinderrechtsausschuss diskutieren. Im Abstand von etwa zehn Jahren findet die UN-Sondergeneralversammlung zu Kindern statt, der sogenannte Weltkindergipfel. Der Tag der Konventionsunterzeichnung, der 20. November, ist seit 1989 der Internationale Tag der Kinderrechte.

54 Artikel und zehn Grundrechte

Die UN-Kinderrechtskonvention umfasst 20 Seiten und besteht aus 54 Artikeln. Davon beinhalten 40 Artikel konkrete Rechte von Kindern. Die Kinderrechtskonvention beruht auf vier Grundprinzipien:

  • das Recht auf Gleichbehandlung
  • der Vorrang des Kindeswohls
  • das Recht auf Leben und Entwicklung
  • die Achtung vor der Meinung des Kindes

Unicef, das Kinderhilfswerk der UN, hat folgende zehn Grundrechte festgelegt:

  • Recht auf Gleichheit
  • Recht auf Gesundheit
  • Recht auf Bildung
  • Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung
  • Recht auf eigene Meinung
  • Recht auf gewaltfreie Erziehung
  • Recht auf Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung
  • Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht
  • Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause
  • Recht auf Betreuung bei Behinderung

Die Grundrechte gelten für Jungen und Mädchen bis 18 Jahren, unabhängig von Religion, Herkunft und Hautfarbe.

Kinderrechte in Deutschland

Am 5. April 1992 trat die Kinderrechtskonvention in Deutschland in Kraft. Im Grundgesetz selbst sind keine Kinderrechte verankert. Artikel 6 befasst sich aber mit der Familie. Der Paragraph legt zum einen fest, dass Pflege und Erziehung der Kinder Pflicht der Eltern sind. Zum anderen müssen eheliche und nicht eheliche Kinder gleich behandelt werden.

In den meisten Landesverfassungen sind ebenfalls Kinderrechte verankert. Lediglich in Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg ist das nicht der Fall. Auf kommunaler Ebene gibt es laut dem Deutschen Kinderhilfswerk Soll-, Muss- und Kann-Formulierungen. In Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt gibt es keine Regelungen. Seit 2007 läuft die Kampagne "Kinderrechte ins Grundgesetz", die sich dafür einsetzt, diese Rechte auch in der Verfassung zu verankern.

In Deutschland sind die Bedingungen für Kinder relativ gut. Doch einige Hilfsorganisationen weisen auf Nachholbedarf an mehreren Stellen hin. Der Genfer UN-Kinderrechtsausschuss fordert eine bessere Bekämpfung von Kinderarmut sowie mehr Unterstützung für benachteiligte Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund. Das Deutsche Kinderhilfswerk dagegen wünscht sich eine deutlichere Bekanntmachung der Kinderrechte und eine stärkere Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen bei politischen Entscheidungen.

Recht auf Leben: Kindersterblichkeit gesunken

Die UN-Kinderrechtskonvention wurde von fast allen Staaten unterzeichnet. Obwohl die Umsetzung nicht immer reibungslos läuft, kann Unicef in ihren Jahresberichten regelmäßig eine positive Entwicklung vermelden. Beispielsweise ist die Kindersterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren laut Unicef in den letzten 25 Jahren weltweit um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Trotzdem sterben jährlich immer noch 5,9 Millionen Kinder. Das sind elf Kinder pro Minute. Häufig sind Krankheiten die Ursache, welche leicht vermeidbar wären.

Wie Unicef 2016 mitteilte, hat ein kontinuierlicher Rückgang der Kindersterblichkeitsrate seit 2000 das Leben von 48 Millionen Kindern gerettet.

Kinderrechte weltweit: Erfolge und Missstände

Das Recht auf Bildung (Artikel 28 der Kinderrechtskonvention) ist in immer mehr Ländern zumindest grundlegend gegeben. 2008 besuchten 89 Prozent der Kinder weltweit eine Grundschule – im Jahr 2000 lag diese Zahl noch bei nur 71 Prozent. Aber noch immer gehen weltweit etwa 75 Millionen Kinder im Alter von drei bis 18 Jahren nicht zur Schule. Auch bei der Qualität des Schulunterrichts gibt es laut Unicef in vielen Ländern Verbesserungsbedarf.

Dramatischer sieht es beim Schutz der Kinder in Konflikt- und Krisengebieten aus. Der Unicef-Report von 2016 gibt an, dass in diesen Regionen knapp 250 Millionen Kinder aufwuchsen. Gleichzeitig haben die Komplexität und die Dauer von Notsituationen zugenommen – ob in Afghanistan, Syrien, Jemen oder Südsudan. Durch Kriege und bewaffnete Konflikte befanden sich fast 50 Millionen Kinder auf der Flucht.

Einsatz als Kindersoldaten

Weltweit werden schätzungsweise 250.000 Kindersoldaten eingesetzt, meldet Unicef. Jährlich veröffentlicht die Organisation eine sogenannte "Liste der Schande". In dieser werden alle Länder aufgeführt, in deren Armeen oder bewaffneten Gruppen Minderjährige dienen. Dazu gehören beispielsweise Afghanistan, Kolumbien, die Philippinen oder der Südsudan. Im letztgenannten Staat wurden fast 12.000 minderjährige Kämpfer zwangsweise rekrutiert.

Eine flächendeckende Durchsetzung der Kinderrechte im Sinne der Kinderrechtskonvention ist also nach wie vor eine Herausforderung für die Weltgemeinschaft und ihre einzelnen Staaten. Vor allem strukturschwächeren Ländern, in denen grundsätzlich schwierige Lebensbedingungen herrschen, fällt es schwer, die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen.

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