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Tiermedizin: Welche Impfungen braucht mein Haustier?

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Tiere | Impfen  

Welche Impfungen braucht mein Haustier?

08.02.2008, 09:13 Uhr | ug

Kleiner Pieks - große Wirkung: Impfungen schützen Haustiere vor gefährlichen Infektionskrankheiten. (Foto: Imago)Kleiner Pieks - große Wirkung: Impfungen schützen Haustiere vor gefährlichen Infektionskrankheiten. (Foto: Imago)Mit dem Haustier zum Impfen: Viele Tierbesitzer versäumen diesen wichtigen Termin beim Tierarzt. Nur jede dritte Katze und die Hälfte aller Hunde in Deutschland ist ausreichend geimpft, warnt der Tierärzteverband. Viele Halter wissen einfach nicht, dass sich ihre Haustiere, beim Gassi-Gehen und sogar in der Wohnung mit Infektionskrankheiten wie Tollwut, Staupe oder Katzenseuche und -schnupfen infizieren können. Und bringen so ihre Tiere unnötig in Gefahr: Oftmals können Infektionskrankheiten tödlich enden. Wir haben bei Experten nachgefragt und geben Ihnen Tipps rund ums Impfen von Haustieren.

Zum Durchklicken Impf-Tipps für Haustiere
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Schutz für Hund und Katze

„Tollwut, Staupe, Ansteckende Leberentzündung, Parvovirose und Leptospirose sind schwere, zum Teil tödlich verlaufende Erkrankungen“, warnt der Tierärzteverband. Daher sollten Hunde gegen diese Infektionskrankheiten geimpft werden. Katzenliebhabern rät Astrid Behr, Sprecherin des Tierärzteverbandes: „Sie sollten gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, Freigänger auch gegen Tollwut geschützt werden.“ Der kleine Pieks besitzt eine große Wirkung: „Erkranken Tiere ohne Schutz an Katzenschnupfen treten schwere Schluckbeschwerden und Entzündungen der Augen auf, so dass das Tier nicht mehr behandelt werden kann. An Katzenseuche sterben vor allem Jungtiere sehr schnell“, erklärt die Expertin.

Stubenhocker nicht vergessen

Ein weit verbreiteter Irrtum unter Tierbesitzern: Leben Haustiere wie Kaninchen oder einige Katzen nur in der Wohnung, besteht keine Ansteckungsgefahr. Wie gefährlich dieser Irrglauben werden kann, zeigt ein Beispiel: "Gerade im letzten Jahr hatten wir in Deutschland eine Riesewelle an Myxomatose. Die Kaninchen verenden elendig daran. Sind sie einmal erkrankt, kann der Tierarzt nichts mehr dagegen unternehmen." Die Seuche wird von Wildkaninchen auf die Haustiere übertragen. Doch auch ohne Direktkontakt können sie leicht mit der tödlichen Seuche infizieren. Der Hauptüberträger sind die Hausfliegen. Auch über Futter wie Heu, Stroh oder frisch gepflücktes Gras werden die Erreger übertragen. Besitzer von Kaninchen sollten sie daher unbedingt gegen Myxomatose und auch gegen Chinaseuche schützen lassen. "Die Impfsaison beginnt im Frühjahr", sagt Behr.

Auch Haustiere müssen zur Nachimpfung

Mit einem Mal Impfen ist es nicht getan: „Der Schutz gegen bakterielle Infektionen wie Leptospirose bei Hunden hält nicht so lange, da sich die Erreger schnell verändern können. Daher wird hier nach einem Jahr eine neue Impfung notwendig“, erklärt die Expertin. Bei Katzen sollte der Tierarzt nach einem Jahr neu gegen Katzenschnupfen impfen. Dann läuft die Immundauer ab – unabhängig davon ob das Tier ein Freigänger oder Stubentiger ist. "Der Schutz gegen Katzenseuche kann je nach Impfstoff bis zu drei Jahren wirksam sein, bevor eine Nachimpfung nötig wird", so die Tierexpertin. Auch bei Hunden variiert die Zeitspanne: Bei Tollwut hängt die Wiederholungsspanne vom Präparat ab, gegen Leptospirose muss jährlich, gegen Staupe und Parvovirose alle drei Jahre nachgeimpft werden.

Risiken und Kosten

Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welche Impfungen für Ihr Tier sinnvoll sind. „Auch moderne Impfstoffe können im Einzelfall Reaktionen an der Injektionsstelle oder Impfschäden hervorrufen“, so die Bundestierärztekammer. Ob das tierische Familienmitglied überhaupt impftauglich ist und wie viel der Besuch beim Tierarzt kostet, entscheidet der Mediziner vor Ort. „Zunächst muss vor jeder Impfung eine Allgemeinuntersuchung durchgeführt werden, bei der der Tierarzt prüft, ob das Tier gesund ist und somit geimpft werden darf“, sagt Behr. „Ein geschwächtes Immunsystem, falsche Ernährung, Arzneimittel, Stress oder Erkrankungen können die Wirksamkeit der Impfung beeinflussen“, so die Bundestierärztekammer. Daher ist die Untersuchung vorab notwendig, um Risiken so gering wie möglich zu halten. Sie kostet gemäß der Gebührenordnung für Tierärzte bei Hunden 10,74 Euro, bei Katzen 7,67 Euro. Dazu kommen 3,58 Euro für das Impfen selbst und 3,07 Euro für den anschließenden Eintrag im Impfpass des Tieres. Die Kosten für den Impfstoff selbst, sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, das sich unter anderem die Zusammensetzung immer wieder ändert. Somit müssen Tierhalter diesen Kostenpunkt und die Mehrwertsteuer zu den Grundkosten addieren.

Weiterem Leiden vorbeugen

Bestenfalls zahlt sich der Impftermin beim Tierarzt gleich mehrfach aus. "Man erspart seinem das Tier unnötige Qualen und im Falle einer Infektion wäre die Behandlung weitaus kostenintensiver als die vorbeugende Impfung", so die Expertin. Zudem schützt man so nicht nur sein eigenes Tier, sondern beugt Seuchen vor. "Generell sollten 70 Prozent einer Tierart geimpft sein, damit das Risiko einer Epidemie gering gehalten wird. Andernfalls kann sich der Erreger leichter durch Tiere ausbreiten und auch verändern", erklärt Behr. Dann sind im schlimmsten Fall selbst geimpfte Tiere nicht mehr geschützt.

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