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Indische Befruchtungskliniken werben um Ausländerinnen

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Künstliche Befruchtung  

Indische Befruchtungskliniken werben um Ausländerinnen

06.11.2008, 15:34 Uhr | mmh

Hausfrauen aus einfachen Familien

Auch an Spenderinnen herrscht kein Mangel. "Die Einstellung gegenüber der Eizellenspende ändert sich schnell", sagt Malpani. "Vor 30 Jahren scheuten die Inder noch davor zurück, Blut zu spenden. Das ist heute anders." Die Mehrheit der indischen Eizellenspenderinnen sind Hausfrauen aus einfachen Familien. Abhängig von ihrer Herkunft und ihrem Bildungsgrad bekommen sie umgerechnet zwischen 90 und 600 Euro für die Entnahme ihrer Eizellen. Kritiker werfen den Kliniken vor, bedürftige Frauen auszunutzen und mit ihren billigen Behandlungen die Gesundheit der Patientinnen zu gefährden. "Das Geschäft läuft so wie jede andere Outsourcing- Industrie", sagt Puneet Bedi, ein Reproduktionsexperte im Apollo-Krankenhaus von Neu Delhi. "Mit dem Unterschied, dass die Behandlung hier sehr dürftig ist."

Nur Kosmetik -Gesetzesentwurf

Die Ärzte machten es sich möglichst einfach, kritisiert Bedi. Sie pflanzten mehr Embryonen ein als notwendig, was die Risiken für die Mutter erhöhe. Auch den Gesetzentwurf zur Regulierung der künstlichen Fortpflanzung, der demnächst im indischen Parlament debattiert werden soll, hält Bedi nur für Kosmetik. "Es wurde langsam peinlich für die Regierung sagen zu müssen, dass es kein Gesetz dazu gibt. Deswegen mussten sie irgendetwas vorlegen."

Anhaltender Boom erwartet

Befruchtungskliniken und Reiseagenturen stellen sich auf einen anhaltenden Boom ein. Die Agentur Life Smile hat Pauschalpakete im Angebot, die von der Kinderwunschbehandlung bis zur Rundreise alles beinhalten, was Patienten in Indien brauchen - einschließlich des Medizinvisums, das die Regierung vor drei Jahren einführte, um den Gesundheitstourismus zu fördern. Laut einer Studie von 2004 könnte Indien bis 2012 jährlich zwei Milliarden Dollar an Patienten aus dem Ausland verdienen, unfreiwillig kinderlose Paare eingeschlossen.

Ärzte: Auch Inder profitierten

Ärzte argumentieren, davon profitierten auch die Inder selbst. Durch die steigende Nachfrage aus dem Ausland könnten die Behandlungskosten sinken. "Das ist Marktwirtschaft", sagt Klinikchef Malpani. "Die schlechten Ärzte verschwinden, und den Nutzen haben schließlich auch die Patienten in den kleineren Städten."

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