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Familie: Im Mittelpunkt stehen die Kinder

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Familienentwicklung  

Im Mittelpunkt stehen die Kinder

17.04.2009, 12:22 Uhr | mmh, dpa

Familie: Im Mittelpunkt stehen die Kinder. Kindergipfel fordert Wahlrecht schon mit 16 Jahren.

Kindergipfel fordert Wahlrecht schon mit 16 Jahren. (Bild: Imago)

Wahlrecht schon mit 16 Jahren, freie Bildung für alle, mehr Kulturaustausch - mit deutlichen Forderungen hat sich jetzt der "1. Europäische Kindergipfel" in Karlsruhe in die große Politik der Erwachsenen eingemischt und einen Zukunftsvertrag formuliert.

Anfangs wollten die Väter und Mütter des Grundgesetzes im Parlamentarischen Rat noch die Ehe "und die aus ihr wachsende Familie" unter den besonderen Schutz der Verfassung stellen. Doch am Ende verzichtete man auf die enge Verknüpfung der beiden - ohnehin fast synonym verstandenen - Begriffe und einigte sich auf den heutigen Artikel 6 Absatz 1: "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung."

Sechs Jahrzehnte später zeigt sich: Die Geschwister Ehe und Familie sind getrennte Wege gegangen. Die "Ehe" ist auf dem Rückzug, während die "Familie" - "dort, wo Kinder sind" auf dem Vormarsch ist. Nicht nur statistisch, sondern auch juristisch.

Eine Hauptsorge im Parlamentarischen Rat hatte - Folge des kriegsbedingten Frauenüberschusses - den "unehelichen Kindern" gegolten. Ihnen wurden die "gleichen Bedingungen" wie den ehelichen Kindern zugesagt. Ein Versprechen, dessen Einlösung lange auf sich warten ließ: Erst 2007 kippte das Bundesverfassungsgericht die Nachteile Unverheirateter beim Unterhalt für die Kindesbetreuung. Wie viel Zuwendung ein Kind benötige, richte sich nicht danach, "ob es ehelich oder nicht ehelich geboren ist", befand das Gericht.

In kaum einem Rechtsgebiet lässt sich eindrücklicher nachvollziehen, wie eng gesellschaftliche und rechtliche Entwicklungen verquickt sind. Bestens zu beobachten beim Thema Gleichberechtigung in der Ehe: Das letzte Wort, das der Vater in Erziehungsfragen haben sollte, wurde 1959 in von Karlsruhe für nichtig erklärt. Ähnlich lief es beim Namensrecht - etappenweise drängten die Richter die männliche Dominanz beim Nachnamen zurück.

Ein Anliegen der jüngeren Vergangenheit ist die steuerliche Entlastung der Familien - mehrfach von Karlsruhe angemahnt und mit einem fulminanten Beschluss von 1998 schließlich durchgesetzt. Das Leitmotiv, das auch in anderen Entscheidungen anklingt: Wer Kinder großzieht, tut etwas für den Fortbestand der Gesellschaft und muss deshalb unterstützt werden. Was gar nicht so weit von der Weimarer Reichsverfassung von 1919 entfernt ist - geschützt war dort die Ehe "als Grundlage des Familienlebens und der Erhaltung und der Vermehrung der Nation".

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