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Kinderportal: Private Daten

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Kinderportal: Private Daten von Kindern waren öffentlich

07.12.2009, 14:16 Uhr

Von Kindern, die sich in Social-Network-Plattformen bewegen, können Daten gesammelt werden.Von Kindern, die sich in Social-Network-Plattformen bewegen, können Daten gesammelt werden. (Bild: Imago)Private Daten von tausenden Kindern und Jugendlichen waren auf dem Kinderportal haefft.de für jeden Interessierten frei zugänglich, berichtet der Chaos Computer Club (CCC). Haefft.de ist eines von mehreren Social-Network-Unternehmen in Deutschland über die Schüler Informationen wie Fotos, Adressdaten, private Nachrichten, Freunde und Hobbies untereinander austauschen.

Daten mühelos einsehbar

Der Chaos Computer Club bemängelt, dass zwar jedes Kind einen passwortgeschützten Zugang hatte. Doch konnte jeder ohne Mühe und Kenntnis eines Passworts alle hinterlegten Daten der Schüler einsehen. Selbst die Administratorenkonten der Plattform sollen frei zugänglich gewesen sein. Durch diese Sicherheitslücke war es möglich, dass sich jeder als angemeldetes Kind ausgeben und innerhalb der Community agieren konnte.


Vom Netz genommen

Der Betreiber von haefft.de, der Münchener Haefft-Verlag, hat das Angebot mittlerweile vom Netz genommen. In einer Pressemitteilung gehen die Münchener davon aus, dass bisher noch keine Daten der minderjährigen User missbraucht worden sind. Der Haefft-Verlag wolle das Kinderportal einer eingehenden Prüfung einer Security-Firma unterziehen, bevor es wieder freigeschaltet werde.

Programmierer machten Anfängerfehler

Der Sprecher des CCC, Dirk Engling, weist auf massive Programmierfehler hin: "Die Entwickler von haefft.de haben sich so ziemlich alle Anfänger-Programmierfehler geleistet." So gelangten die Daten der Kinder unverschlüsselt an die Datenbank.

Sozialen Netzwerken nicht unbesehen vertrauen

Nach den jüngsten Skandalen um SchülerVZ und andere Plattformen warnt der Computer-Club, sozialen Netzwerken unbesehen zu vertrauen, da manche Anbieter nicht einmal ein Mindestmaß an Sicherheit gewährleisten könnten. Im Fall von haefft.de spricht er der verantwortlichen Werbeagentur schlicht jeglichen Sachverstand ab.

Gesetzliche Regelungen zum Schutz der Kinder gefordert

Der CCC fordert seit Jahren die "Verschärfung der Haftung für derartige Datenverbrechen". Gerade zum Umgang mit den sensiblen Daten von Kindern seien dringend gesetzliche Regelungen notwendig, um solche Geschäftsmodelle zu unterbinden.


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