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Heike S., Kaufmännische Angestellte: "Die Chefs zeigen Verständnis, aber ich habe ein ungutes Gefühl

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Heike S., Kaufmännische Angestellte: "Die Chefs zeigen Verständnis, aber ich habe ein ungutes Gefühl

| Spiegel Online

"Ein Jahr Elternzeit, dann ein Jahr Teilzeit - das war mein ursprünglicher Plan. Sechs Monate nach der Geburt habe ich deshalb das Gespräch mit meinem Arbeitgeber gesucht. Von Kollegen wusste ich, dass in meiner Abteilung 'Land unter' herrschte und dringend Ersatz für eine kranke Kollegin gesucht wurde.

Mein Chef freute sich über meinen Anruf, er sagte sofort, man brauche mich. Ich solle ihm mitteilen ab wann, für wie viele Stunden und an welchen Tagen ich arbeiten möchte. Gesagt, getan - und tatsächlich meldete sich bald die Personalabteilung. Das Gespräch verlief locker und entspannt. Die Stundenzahl und die Arbeitstage durfte ich mir aussuchen. Man versicherte mir, dass mein Kind immer an erster Stelle stehe und dass ich mir keine Sorgen bei Krankheit oder ähnlichem machen solle. Fehlzeiten könne ich ja nacharbeiten.

Allerdings war das nicht alles. Als die wichtigsten Punkte geklärt waren, sagte die Kollegin aus der Personalabteilung, dass der Etat bereits ausgeschöpft sei. Deshalb habe die Geschäftsführung meiner Teilzeitstelle nur unter einer Bedingung zugestimmt - dass ich Zugeständnisse beim Gehalt mache. Natürlich seien die Aufgaben der niedrigeren Gehaltsstufe angepasst, und ich müsse keine Überstunden machen. Trotz der netten Gesprächsatmosphäre und der entgegenkommenden Haltung habe ich ein ungutes Gefühl. Haben meine Chefs die Chance genutzt, um aus mir eine 'billige' Arbeitskraft zu machen? Werde ich im nächsten Jahr mein altes Arbeitsgebiet in meiner alten Gehaltsstufe zurückbekommen?

Der Vorteil: Mit meinem jetzigen Vertrag ist alles möglich - die Stundenzahl kann jederzeit verkürzt oder verlängert werden. Also eine gute Zwischenlösung. Der Nachteil: Ich bin mir nicht sicher, ob dies nicht eine Sackgasse ist. Und die niedrige Gehaltsstufe wurmt mich. Schließlich habe ich meine Fähigkeiten nicht verloren, als ich ein Kind bekommen habe."

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