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Kinderbetreuung: Was lässt sich beim Finanzamt geltend machen?

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Kinderbetreuung  

Kinderbetreuung - Was ist beim Finanzamt absetzbar?

29.07.2010, 11:25 Uhr | cst, t-online.de

Kinderbetreuung: Was lässt sich beim Finanzamt geltend machen?. Steuerformular mit zwei Ein-Euro-Münzen.

Kosten für die Kinderbetreuung werden nicht im vollem Umfang vom Finanzamt anerkannt. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Kinderbetreuung kostet viel Geld und ist meist ein großer Posten im Familienbudget. Doch was lässt sich davon bei der Steuererklärung geltend machen? Wie viel Eltern vom Finanzamt zurück bekommen, hängt vor allem vom Alter der Kinder und der beruflichen Situation der Eltern ab.

Erwerbstätige Eltern und erwerbstätige Alleinerziehende mit Kindern von Null bis 14 Jahren

Berufstätige Eltern, die ihr Kind betreuen lassen, können die Kosten vom ersten Euro an absetzen und zwar zu zwei Dritteln und bis zu einem Maximum von 4000 Euro pro Kind. Wer also 6000 Euro für die Kinderbetreuung bezahlt hat, kann demnach 4000 Euro als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ansetzen. Dabei ist es unerheblich, wo und von wem das Kind betreut wird. Dies kann in einer Einrichtung geschehen, wie etwa in einer Kinderkrippe, einem Kindergarten oder einem Hort oder bei einer Tagesmutter oder auch zu Hause. Auch die Kosten für Au-Pair-Mädchen, Kinderfrauen oder Familienmitglieder, wie beispielsweise die Großeltern, können veranschlagt werden, wenn es einen entsprechenden Vertrag gibt. Es bleibt jedoch die Frage, warum die Kosten nur zu zwei Dritteln absetzbar sind.

Alleinverdiener-Eltern und nicht erwerbstätige Alleinerziehende mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren

Bei Familien, in denen nur ein Partner berufstätig ist, können nur die Kosten der drei- bis sechsjährigen Kinder veranschlagt werden. Und zwar als Sonderausgaben zu zwei Dritteln und bis zu einem Maximum von 4000 Euro pro Kind.

Alleinverdiener-Eltern mit Kindern zwischen Null und drei Jahren sowie zwischen sechs und 14 Jahren

Haben Familien mit nur einem Verdiener und Alleinerziehende, die nicht arbeiten, Kinder im Alter von Null bis drei oder zwischen sechs und 14 Jahren, können Kosten für Kinderbetreuung als "haushaltsnahe Dienstleistung" veranschlagt werden. Allerdings nur dann, wenn die Betreuung im eigenen Haushalt stattfindet. Auch hier können Familienmitglieder die Betreuung übernehmen, diese müssen dann aber in einem anderen Haushalt wohnen.

Nicht erwerbstätige Eltern und nicht erwerbstätige Alleinerziehende

Bei Familien, die kein Einkommen haben und somit auch keine Steuern zahlen, geht der Gesetzgeber davon aus, dass auch keine Kinderbetreuungskosten anfallen, weil die Elternbeträge in Betreuungseinrichtungen in diesem Fall sehr gering ausfallen oder die Kosten für die entsprechenden Plätze von der Jugendhilfe übernommen werden. Was aber ist zum Beispiel mit einer Studentin, die keinen Krippenplatz für ihr Kind bekommen hat? Dass sie theoretisch wenig oder keine Gebühr für einen Krippenplatz zahlen müsste, nutzt ihr in der Praxis nichts. Es bliebe die Möglichkeit, ihr Kind zu Hause von einer Tagesmutter betreuen zu lassen, denn diese Kosten könnte sie dann als "haushaltsnahe Dienstleistung" veranschlagen. Allerdings auch nur, wenn das Kind zu Hause und nicht etwa im Haushalt der Tagesmutter betreut wird. Wer aber kein Einkommen hat, kann auch keine Sonderausgaben geltend machen.

Fazit

Familien mit zwei Verdienern und berufstätige Alleinerziehende profitieren von der bestehenden Regelung. Auch für die anderen Einkommens- und Familienmodelle gibt es Vergünstigungen, die aber deutlich geringer ausfallen. Benachteiligt sind Familien, die kein Einkommen haben, keinen Platz in einer Betreuungseinrichtung bekommen haben, aber trotzdem auf Kinderbetreuung angewiesen sind.

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