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Familienmonitor 2012: Erwartungen an die Familienpolitik

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Familienmonitor 2012: Das erwarten wir von der Familienpolitik

24.09.2012, 15:51 Uhr | AFP

Familienmonitor 2012: Erwartungen an die Familienpolitik. Kristina Schröder stellte am 24.9. in Berlin den Familienmonitor 2012 vor. (Quelle: dpa)

Kristina Schröder erarbeitet eine Reform der Elternzeit. (Quelle: dpa)

Die Förderung junger Familien ist vielen Bundesbürgern wichtiger als die Gesundheitsreform oder die Umsetzung des Atomausstiegs. Das geht aus dem neuen Familienmonitor 2012 des Allensbach-Instituts hervor, den Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) am 24. September in Berlin vorstellte.

Was die Bürger von unserer Familienpolitik erwarten

Bei den dringlichsten politischen Aufgaben hat zwar die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit für 79 Prozent immer noch Vorrang, gefolgt von sicheren Renten (76 Prozent) und Wirtschaftswachstum (66 Prozent). Für jeden zweiten Bürger gehört jedoch die stärkere Förderung von Familien zu den wichtigsten Aufgaben.

Das sind die zehn größten Erwartungen der Bürger an die deutsche Familienpolitik:

  1. Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern: 74 Prozent
  2. Personen unterstützen, die pflegebedürftige Angehörige zu Hause betreuen: 68 Prozent
  3. Besserer Schutz von Kindern vor Vernachlässigung und Gewalt: 60 Prozent
  4. Junge Familien fördern: 59 Prozent
  5. Bessere Bildungs- und Freizeitangebote für Kinder von bedürftigen Familien ermöglichen: 56 Prozent
  6. Voraussetzungen für den Wiedereinstieg in den Beruf nach der Familienphase verbessern: 56 Prozent
  7. Sich dafür einsetzen, dass das Elterngeld erhalten bleibt: 55 Prozent
  8. Das Angebot an Kinderkrippen ausbauen: 55 Prozent
  9. Für ein größeres Angebot an Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen sorgen: 50 Prozent
  10. Bundesfreiwilligendienst weiter ausgestalten: 22 Prozent

(Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach, BMFSFJ)

Ausbau der Betreuungsplätze: Die Mehrheit zweifelt

Drei Viertel der Befragten unterstützen den geplanten Ausbau der Betreuungsplätze für Kleinkinder. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) ist aber skeptisch, dass es gelingt, genug Plätze bereit zu stellen. So glauben nur zwölf Prozent, dass der Ausbau der Kinderbetreuung gelingen wird. Ab August 2013 sollen alle Eltern von ein- bis dreijährigen Kindern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter erhalten.

Eltern wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten

Viele Eltern sehen aber neben dem Staat zugleich auch die Arbeitgeber in der Pflicht. "Eltern wünschen sich seitens des Arbeitgebers eine Entlastung durch flexible Arbeitszeiten einerseits und durch eine betriebliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung andererseits", erklärte Kristina Schröder. Zwei Drittel der Mütter wünschten sich von ihrem Betrieb eine eigene Kinderbetreuung für die Mitarbeiter.

Die Familienministerin forderte die Unternehmen auf, verstärkt firmeneigene Betreuungsmöglichkeiten anzubieten. Das Familienministerium werde ab Oktober ein Förderprogramm starten, um Unternehmen, insbesondere aus dem Mittelstand, bei der Einrichtung betrieblicher Betreuungsplätze zu unterstützen.

Mehr Zeit für die Familie

Viele Arbeitnehmer wollen laut Studie generell mehr Zeit für ihre Familie - 73 Prozent der Eltern von Kindern unter 16 Jahren äußerten diesen Wunsch. Während Väter gerne weniger arbeiten würden, wünschen sich Mütter vor allem Entlastung im Familienalltag. So würden 50 Prozent der Väter gerne ihre Arbeitszeit reduzieren. Bei den Müttern wünschen sich hingegen 32 Prozent eine bezahlte Haushaltshilfe beziehungsweise eine stärkere Unterstützung des Partners in Haushalt und Erziehung (30 Prozent).

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