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Geschichte: Das sollten Schüler bis zur 10. Klasse wissen

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Historische Ereignisse  

Das sollten Schüler bis zur zehnten Klasse in Geschichte wissen

04.10.2017, 13:34 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli, t-online.de


"Was gehen mich denn Könige und irgendwelche Kriege von anno dazumal an. Mit meinem Leben hat das doch nichts zu tun." So oder ähnlich äußern sich nicht selten Schüler, wenn sie nach zentralen historischen Ereignissen gefragt werden, die schon länger zurückliegen. Doch nicht nur bei längst vergangenen Epochen, sondern auch bei der neueren Geschichte – nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 etwa – steht es nicht zum Besten mit dem Interesse der Schüler.

Studie: Große Wissensdefizite in der neueren Geschichte

Entsprechend mager fallen auch die historischen Kenntnisse über diese und die darauffolgenden Jahrzehnte aus. Wie groß hier die Defizite sind, fand 2016 Studie der Freien Universität Berlin heraus, bei der 4600 Schüler aus verschiedenen Bundesländern der Klasse neun und zehn nach ihren Urteilen zur Nazi-Zeit, zur DDR sowie der alten und wiedervereinigten Bundesrepublik befragt wurden. Demnach kennt mehr als die Hälfte der Schüler das Jahr des Mauerbaus (1961) nicht, nur jeder Dritte weiß, dass die Mauer von der DDR gebaut wurde und genauso viele sind davon überzeugt, dass es in der DDR freie Wahlen gegeben hat.

Begriffe wie "Diktatur" und "Demokratie" können nicht definiert werden

Der für die Studie verantwortliche Politologe Klaus Schroeder bewertet die Resultate als besorgniserregend, denn aus ihnen ging auch hervor, dass die Schüler Strukturen politischer Systeme nicht kennen würden. Gegenüber der "Zeit" sagte er, dass zu viele leider gar nicht wüssten, was Demokratie eigentlich bedeute und wodurch sich etwa eine freie demokratische Wahl auszeichnete: "Unsere Ergebnisse sind schockierend: Ein Teil der Schüler identifiziert die alte Bundesrepublik nicht als Demokratie und den Nationalsozialismus und die DDR nicht als Diktaturen."

Außerdem, so der Politologe weiter, könnten sich viele nichts unter Begriffen wie Meinungsfreiheit oder Menschenrechte vorstellen. "Ein Drittel der Befragten war der Auffassung, dass alle vier Systeme – vom NS-Staat über die BRD und die DDR bis zur wiedervereinigten Bundesrepublik – keine Rechtsstaaten waren!"

"Historischer Analphabetismus" in allen Epochen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, kommentiert in der "FAZ" diesen Wissensmangel als "skandalös unterbelichtet" und ergänzt, dass die geringen historischen Kenntnisse unter der Schülerschaft noch zunehmen, je weiter eine Epoche zurück liegt.

"Unter den jungen Leuten können an die 80 Prozent weder mit 1789 (Französische Revolution) noch mit 1848 (Deutsche Revolution, auch "Märzrevolution") etwas anfangen", schreibt Kraus in dem Artikel. "Würde man nach dem Mittelalter oder gar nach der Antike fragen, so wäre die Bilanz noch ernüchternder."

Immer weniger Unterrichtsstunden

Schuld an dem "historischen Analphabetismus", so Kraus, sei vor allem der Stellenwert des Fachs Geschichte im Schulalltag. Ständig würde vom Stoffvolumen "amputiert", immer weniger Unterrichtszeit sei für das Fach reserviert. So erlebe ein Schüler einer nichtgymnasialen Schulform in seiner gesamten Schullaufbahn maximal nur noch 250 und ein Gymnasiast 350 Geschichtsstunden. Dies sei zu wenig für vier Jahrtausende komplexe Historiographie.

Die Eigenständigkeit verloren

In manchen Bundesländern wie beispielsweise in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz ist dem Schulfach Geschichte sogar teilweise seine Eigenständigkeit abhanden gekommen, in dem es etwa mit Politik, Sozialkunde oder Geographie zusammengelegt wurde und dann als Sammelsurium unter dem Begriff "Gesellschaftslehre", "Welt und Umwelt" oder "Weltkunde" unterrichtet wird.

Geschichtswissen ist wichtig für die Wertorientierung junger Menschen

Um hier eine Umkehr einzuleiten, fordert Josef Kraus eine Neubesinnung auf den "Bildungswert" von Geschichte – womöglich sogar als relevantes Kernfach, das einen wichtigen Beitrag zur kulturellen, wertorientierten Identität junger Menschen leistet: "Geschichte fördert das Gefühl für Veränderungsprozesse," schreibt Kraus. "Es vermittelt einerseits Skepsis gegenüber Großideologien, Machbarkeitswahn, Geschichtsmythen, Manipulation und Missbrauch von Geschichte; es ermuntert andererseits Chancen für Veränderungen abzuwägen und wahrzunehmen."

In unserem Quiz können Sie und Ihre Kinder Ihr Wissen in Geschichte testen. Die Fragen sollte man spätestens bis zum Ende der zehnten Klasse beantworten können.

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