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Verbreitetes Gerücht  

Können Hummeln stechen oder beißen?

08.06.2017, 09:38 Uhr | uc

Können Hummeln stechen oder beißen?. Mit ihrem Beißwerkzeug kann eine Hummel geschlossene Blüten öffnen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit ihrem Beißwerkzeug kann eine Hummel geschlossene Blüten öffnen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hummeln stechen nicht? Diese Annahme ist weit verbreitet, stimmt aber nicht. Hummeln stechen durchaus zu, wenn sie sich bedroht fühlen. Allerdings sehr viel seltener als Wespen. Dass sie Menschen beißen, ist allerdings ein Mythos.

Hummeln sind friedliche Insekten

Wie bei Bienen und Wespen haben auch bei den Hummeln nur die weiblichen Tiere einen Stechapparat. Die Drohnen, also die männlichen Insekten, haben keinen Stachel.

Hummeln sind generell sehr friedlich und wehren sich nur selten. Bevor eine Hummeln sticht, sendet sie eine Reihe von Warnsignalen aus. Fühlt sich eine Hummel bedroht, streckt sie dem potenziellen Angreifer zunächst nur ihr mittleres Bein entgegen. Bei massiverer Bedrohung brummt eine Hummel sehr laut und wendet dem Angreifer ihr Hinterteil mit dem Stachel zu.

In welchen Situationen stechen Hummeln zu?

Hummeln sind – im Gegensatz zu Wespen – nicht in der Lage, ihren Stachel aktiv durch die menschliche Haut zu rammen. Der Stich entsteht durch die Wucht des Aufpralls, wenn eine Hummel mit dem Stachel voran auf die Haut trifft. Auch wenn Sie auf eine Hummel treten oder sie festhalten, kann der Stachel die Haut durchdringen. Im Gegensatz zu Bienen bleibt der Stachel einer Hummel aber nicht in der Haut stecken, da er keine Widerhaken besitzt.

Aktiv stechen Hummeln, wenn ihnen ihr Nest bedroht scheint. Je nach Hummelart ist dabei ein unterschiedliches Aggressionspotential zu beobachten. Baumhummeln können sich im Sommer bereits bedroht fühlen, wenn Sie dem Nest nur zu nahe kommen. Erdhummeln hingegen sind deutlich entspannter und reagieren erst beim Öffnen ihres Nests aggressiv. In der Regel beißen sie aber nicht, denn ihre Beißwerkzeuge sind nicht zur Verteidigung gedacht.

Die männlichen Hummeln zeigen bei Bedrohung dasselbe Abwehrverhalten wie ihre weiblichen Artgenossen, obwohl sie nicht stechen können.

Was gefährlich sind Hummelstiche?

Der Stich einer Hummel führt zu ähnlichen Symptomen wie der Stich einer Wespe oder Biene. Der Stich kann durch das eingespritzte Gift sehr schmerzhaft sein, ist aber für die meisten Menschen ungefährlich. Es kommt zu einer geröteten, juckenden Schwellung in Verbindung mit einem Brennen. Bei einigen Menschen kann der Stich einer Hummel jedoch zu schweren allergischen Reaktionen führen. Sollten Sie eine solche Reaktion bei sich bemerken, dann suchen Sie umgehend einen Arzt auf. 

Artenschwund auch bei Hummeln

Die pelzigen Insekten sind wichtige Helfer im Obst- und Gartenbau, da sie viele Nutzpflanzen bestäuben. Gerade im Frühjahr sind sie oft die einzigen Bestäuber. Hummeln stehen in Deutschland unter Naturschutz. Einige Arten werden sogar auf der roten Liste gefährdeter Arten geführt. Grund sind hauptsächlich das Schwinden von Nahrungsquellen und die Zerstörung der natürlichen Lebensräume.

Hummeln haben sich, anders als Bienen, auf spezielle Pflanzen- und Blumenarten spezialisiert, beispielsweise auf Rotklee oder Ackerbohnen. Aufgrund der zunehmenden Monokultur in der Landwirtschaft, geht den Tieren ein großer Teil der Nahrung verloren. Auch Überwinterungs- und Nistplätze sind in intensiv landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen rar.

Hummelsterben verhindern: So helfen Sie den Insekten

Um Hummeln zu schützen, muss ihr Nahrungsangebot verbessert werden. Mit einem naturnahen Garten können Sie selbst zur Versorgung der friedlichen Insekten beitragen. Legen Sie Wert auf nektarreiche, wilde Blütenpflanzen und säen Sie auch spät blühende Stauden ein. Gut geeignet sind laut Naturschutzbund (NABU) Artischocken, Efeu, verschiedene Klee-Arten, Lavendel und Stockrosen.

Mähen Sie Blumen erst nach der Blüte ab und bieten Sie den Tieren Rückzugsorte wie Totholzstapel oder Trockenmauern. Auch ein Schälchen mit Zuckerwasser hilft den hungrigen Insekten.

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