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Die wichtigsten jüdischen Feiertage: Von Sabbat bis Chanukka

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Rituale und Feierlichkeiten  

Die wichtigsten jüdischen Feiertage: Von Sabbat bis Chanukka

14.12.2015, 16:29 Uhr | uc (CF)

Die wichtigsten jüdischen Feiertage: Von Sabbat bis Chanukka. Die Tora beschreibt den ersten Teil der hebräischen Bibel. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Tora beschreibt den ersten Teil der hebräischen Bibel. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vom Feiertag bis zum tagelangen Festakt: Das Judentum gehört zu den ältesten Weltreligionen und birgt eine jahrtausendealte Geschichte voller Rituale und Feierlichkeiten. Einige der Wichtigsten, wie zum Beispiel das jüdische Neujahrsfest, können Sie hier kennenlernen.

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Rosch Haschana: Das jüdische Neujahrsfest

Anders als im Christentum wird das Neujahrsfest Rosch Haschana im Judentum im Spätsommer bis Herbst gefeiert. Es dauert zwei Tage an. Zu diesem Feiertag, der auch als Tag des Gerichts gilt, wird um die Vergebung der Sünden gebetet. Der Bund zwischen Gott und dem Menschen wird erneuert und nach der inneren Einkehr der Segen erhalten.

Die Männer verbringen den Tag bei einem bis zu fünfstündigen Neujahrsgottesdienst. Die Synagoge ist für Rosch Haschana festlich geschmückt. Weiß ist die vorherrschende Farbe beim Gottesdienst: Sie findet sich im Vorhang des Toraschranks und auch in der Kleidung der Vorbeter. Diese Farbgebung steht für die angestrebte Reinheit. Der Rabbiner bläst zu dem Gottesdienst ins Schoffa: Der durchdringende Ton dieses Widderhorns soll die Teilnehmer an ihre moralischen Pflichten erinnern.

Häusliche Rituale zum Neujahrsfest

Am Nachmittag wird der sogenannte Taschlich-Brauch durchgeführt. Durch das Wegwerfen kleiner Gegenstände, wie Brotkrumen oder Steinen ins Wasser, werden die Sünden am Feiertag symbolisch fortgewaschen.

Doch auch in den vier Wänden des Zuhauses gibt es Bräuche, die Rosch Haschana begleiten. Sobald die Männer aus der Synagoge heimkehren, wird ein Festessen aufgetischt, das die Frauen am Vorabend vorbereitet haben. Ein Bestandteil davon ist das Challa, ein Weißbrot, das in Honig getaucht wurde. Es steht für den Jahreskreislauf. Auch süßer Wein wird aufgetischt, der ein Symbol der Freude ist. Segenssprüche für die Baumfrüchte werden gesprochen und Äpfel in Honig getaucht. Dieser Brauch soll der Familie das Jahr versüßen.

Sukkot: Gedenken an die Wanderschaft

Sukkot ist ein siebentägiges Wallfahrtsfest im Herbst, das im Judentum in Gedenken an die Wanderschaft der Hebräer durch die Wüste gefeiert wird. Über den Zeitraum des Festes ziehen viele Gläubige in eine provisorische Laubhütte. Der Bau dieser Sukka führt dem Menschen in Erinnerung, das Materielles vergänglich, doch Gott ewig ist. In ihm und nicht in einem Haus finden die Menschen dauerhafte Sicherheit. Aufgrund dieser Tradition wird der Feiertag auch als das Laubhüttenfest bezeichnet.

Verlauf des Wallfahrtsfestes

Schon am Abend vor Beginn von Sukkot werden festliche Lichter innerhalb der Laubhütte entzündet. Es folgt ein Abendgottesdienst, der die Gläubigen auf die Feiertage einstimmt. Auch der erste Tag des Laubhüttenfestes beginnt mit einem Gottesdienst. Er ist geprägt von Dankesliedern, Gebeten und einer Toralesung.

Sukkot endet mit dem Feiertag Hoschana Rabba. Nach sieben Festtagen ist der achte Tag ein Ruhetag.

Feststrauß zum Laubhüttenfest

Untrennbar mit dem Sukkot verbunden ist die Tradition des Feststraußes Lulav. Dieser wird aus vier Pflanzenarten gebunden: einem Palmzweig, zwei Bachweidenzweigen, drei Myrtenzweigen und einem Zweig der Zitrusfrucht Etrog. Diese Pflanzen sollen die Vegetation im biblischen Israel nachbilden. Doch auch die Menschen werden in den Zweigen des Feststraußes widergespiegelt.

Zum Laubhüttenfest wird der Lulav während des Segens in alle Himmelsrichtungen geschwenkt.  Das geschieht ein Mal täglich. Mit diesem Ritual wird Dankbarkeit für die reichen Gaben Gottes ausgedrückt.

Simchat Tora: Feier zu Ehren der Tora

An diesem Feiertag, der der Festwoche Sukkot folgt, wird das wichtigste Schriftstück im Judentum gefeiert: die Tora. Bei der Simchat Tora handelt es sich um ein außerordentliches Freudenfest im Judentum. Alle Torarollen werden aus ihrem Schrein genommen und tanzend und singend durch die Synagoge getragen.

Die Tora enthält die Weisungen Gottes in Form der Bücher Mose. Sie werden im jüdischen Jahresverlauf Woche für Woche während des Gottesdienstes vorgelesen. Simchat Tora markiert den Tag, an dem das letzte Kapitel der Tora erreicht wurde und gleichzeitig der Neubeginn der Lesung mit der Schöpfungsgeschichte beginnt. Die Lesung der Tora endet also nie. Dabei ist es eine große Ehre, als Vorleser erwählt zu werden.

Kinder feiern das Freudenfest

Besonders Kinder lieben den fröhlichen Feiertag. Am Simchat Tora genießen die Kleinen Narrenfreiheit und dürfen in der Synagoge Streiche spielen. Auch bekommen sie von den Erwachsenen viele Süßigkeiten zugesteckt. Weitere Geschenke sorgen dafür, dass die Kinder sich besonders auf diesen Feiertag freuen. In Israel wird Simchat Tora auch auf den Straßen mit Tänzen und Gesang gefeiert. Diese feierlichen Umzüge gelten als beeindruckendes Schauspiel für Touristen.

Chanukka: Sieg über die Griechen

Das Judentum feiert zwischen November und Dezember mit Chanukka die Befreiung Palästinas von den Griechen durch die Makkabäer. In Gedenken an den Sieg 164 vor Christus findet eine achttägige Feier statt. Unter der Fremdherrschaft war es den Juden nicht gestattet, ihre Religion auszuüben. Mit der Rückeroberung wurde der jüdische Tempel in Jerusalem, in dem zuvor die Griechen ihre Gottheiten anbeteten, gereinigt und neu geweiht. Diesem Umstand verdankt der Feiertag seinen Namen: Chanukka, zu deutsch Weihung.

Lichterfest: Wunder im Tempel

Die Legende besagt, dass sich im Tempel nur ein Kännchen geweihtes Öl befand. Diese Menge reicht in der Regel aus, um einen der traditionellen mehrarmigen Leuchter einen Tag zu beleuchten. Doch laut Legende brannte der Leuchter ganze acht Tage und bestimmte damit die Dauer des bis heute begangenen Festes.

Im Gegensatz zum siebenarmigen Leuchter Menora wird zum Lichterfest ein achtarmiger Leuchter entzündet. Um dieses Wunder auch heute noch zu ehren, werden zu Chanukka Leuchter in die Fenster der Häuser gestellt. Sie erinnern an das Tempelwunder. Dabei wird täglich von rechts nach links ein Licht mehr entzündet, bis am achten Tag der ganze Leuchter leuchtet. Besonders im Zuge der jüdischen Diaspora, also der Zerstreuung der Juden, gewann der Feiertag Chanukka für das Judentum weltweit an Bedeutung.

Purim: Errettung durch Königin Esther

Im Frühjahr wird an Purim, was übersetzt so viel wie Los bedeutet, einem wichtigen Ereignis in der jüdischen Geschichte gedacht. Unter persischer Herrschaft wurde die Vernichtung der ansässigen Juden durch einen einflussreichen Minister namens Haman befohlen. Nur das Eingreifen der Königin Esther und ihres jüdischen Ziehvaters Mordechai konnte den Plan verhindern und den König zum Eingreifen bewegen.

Zu Purim wird das Buch Esther aus den Torarollen vorgelesen. Sobald der Name Haman fällt, klappern alle Mitglieder der Synagoge mit Rasseln und stampfen mit den Füssen. So soll an diesem Feiertag die Erinnerung an den Feind verblassen. Auch fasten viele Familien drei Tage vor dem jüdischen Fest, wie es Esther selbst getan hat.

Pflichten zum Fest

Das fröhliche Fest beinhaltet auch sieben Pflichten, die unbedingt eingehalten werden sollten. So soll jeder Gläubige beispielsweise mindestens zwei arme Menschen beschenken. Doch die Pflichten beinhalten auch Lesungen, Gebete und Festmahlzeiten. Ein besonderes Merkmal des Festes ist, dass sich alle verkleiden und an festlichen Umzügen teilnehmen, die an Karneval erinnern.

In Form von Theaterstücken wird der Geschichte des Feiertages gedacht. Gerne werden zu den Feierlichkeiten sogenannte Hamantaschen gereicht, die eine Füllung aus Mohn, Rosinen und vielerlei mehr enthalten. Übrigens ist es an Purim ausdrücklich erlaubt, sich zu betrinken. Schon im Buch Esther steht nämlich, dass ein Trinkgelage als Gedenken stattgefunden hat.

Der Sabbat: Ruhetag und höchster Feiertag zugleich

Der wichtigste Feiertag im Judentum findet auch am häufigsten statt. Der Sabbat wird jede Woche von Freitagabend bis Samstagabend begangen. In dieser Zeit soll der Gläubige keiner Arbeit nachgehen. Der Feiertag erinnert an die Erschaffung der Welt durch Gott in sechs Tagen. Der siebte Tag, im jüdischen Kalender der letzte Tag der Woche, ist der heilige Ruhetag.

Doch schon tagsüber sind Gläubige mit den Vorbereitungen für den Sabbat beschäftigt. Die Wohnung wird geputzt, es werden Einkäufe getätigt und Speisen vorgekocht. Anschließend reinigen sich die Menschen selbst gründlich und legen Festtagskleidung an. Nun erfolgt die Sabbat-Zeremonie in der Synagoge, in welcher der Sabbat als "Braut" begrüßt wird. Die Zeremonie endet mit der Heiligung des Festes, dem sogenannten Kiddusch, über einem Becher Wein.

Häusliche Rituale am Sabbat

Zuhause empfängt die Mutter ihre Familie mit Sabbatlichtern, die sie vor Beginn des Feiertages entzündet hat. Außerdem hat sie zwei Becher Wein und einen mit einem Tuch bedeckten Teller mit Broten bereitgestellt. Die Eltern legen nun den Kindern die Hände auf und segnen sie. Es werden während des Sabbats mindestens drei Mahlzeiten gemeinsam eingenommen. Bevor das festliche Essen beginnt, ist eine rituelle Waschung vorgesehen. Auch wird jedes Mal der Kiddusch gesprochen, der die Speisen segnet. Der Sabbat endet Samstagabend mit der Hawdalla-Zeremonie, zu der eine Kerze als Symbol der neuen Woche angezündet wird.

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