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Diktatoren-Vokabular: Die gefährliche Sprache des Donald Trump

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Diktatoren-Vokabular  

Die gefährliche Sprache des Donald Trump

21.02.2017, 10:29 Uhr | rok

Diktatoren-Vokabular: Die gefährliche Sprache des Donald Trump. US-Präsident Donald Trump setzt seine Attacken gegen die Medien fort. (Quelle: dpa)

US-Präsident Donald Trump setzt seine Attacken gegen die Medien fort. (Quelle: dpa)

Schon im Wahlkampf überschritt Donald Trump immer wieder die Grenzen der politischen Auseinandersetzung. Er nannte seine Rivalin Hillary Clinton über Wochen nur "Crooked Hillary“ ("betrügerische Hillary"), warf diversen kritischen Medien ohne jeden Beweis vor, sie würden "fake news" verbreiten und polterte auf Twitter gegen jeden, der nicht bedingungslos hinter ihm stand.

Kurz nach der Wahl lieferte Trumps Regierungsteam ein Beispiel seiner ganz eigenen Auffassung von Tatsachen ab. Pressesprecher Sean Spicer behauptete, bei Trumps Amtseinführung wären mehr Menschen als bei der von Vorgänger Barack Obama gewesen. Diese – falsche - Einschätzung verteidigte wenig später Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway mit dem Argument, sie beruhe auf "alternativen Fakten".

Trump nennt Medien "Volksfeinde" und sorgt für "fake news"

Nach seiner ersten Pressekonferenz im Amt, in der Trump die Medien scharf attackierte, legte der US-Präsident auf Twitter nach und postete: "Die Fake-News-Medien New York Times, NBC News, ABS, CBS und CNN sind nicht nur meine Feinde, sondern sie sind die Feinde des amerikanischen Volkes!" Nur wenige Tage später sorgte Trump dann selber für "fake news", als er einen "Flüchtlingsvorfall" in Schweden erfand und den in Verbindung mit Terrorismus brachte. Er musste – natürlich auf Twitter – kurz danach klarstellen, dass es einen solchen Vorfall in Schweden nicht gegeben hat und dass er seine "Informationen" aus einer Dokumentation des Senders Fox News habe .

"Fake news", "fake media", "alternative facts" und schließlich "Medien als Volksfeinde": Trumps Sprachwahl ist nicht nur bedenklich, sondern gefährlich. "Alternative Fakten" sind keine Fakten, sondern Lügen. Egal wie kritisch bestimmte Medien über Trump berichten – sie pauschal als "fake media" zu bezeichnen, ist diffamierend.

Auch die Nationalsozialisten sprachen von "Volksfeinden"

Die gefährlichste Aussage von Trump ist sein Tweet, in dem er Teile der Presse als Volksfeind bezeichnet. Mit dieser Sprachwahl stellt sich der US-Präsident in eine Reihe mit Stalin, den Diktatoren in Albanien und Jugoslawien sowie nicht zuletzt mit den Nationalsozialisten, die Juden, Kommunisten und Sozialdemokraten als "Volksfeinde" bezeichneten - sicher nicht die passende Gesellschaft für einen Präsidenten der USA.

Sogar der republikanische Hardliner und US-Senater John McCain distanzierte sich deutlich von der Attacke seines Parteikollegen Trump und erklärte, dass "eine freie und häufig auch feindliche Presse" für den Bestand einer Demokratie nötig sei. "Ohne eine freie und auch "häufig gegnerische Presse" drohe der Verlust individueller Freiheiten. "So legen Diktatoren los", warnte McCain.

Das Gefährliche und Perfide an Trumps Aussagen ist, dass man sich ihnen – millionenfach auf allen Kanälen verbreitet – nicht entziehen kann. Nahezu alle Nachrichtenportale diskutieren über die angeblichen "fake news" und "alternative facts". Die Begriffe und die damit verbundenen Assoziationen setzen sich zwangsläufig in den Köpfen der Leser und Zuschauer fest – egal wie wahrheitsgetreu oder erfunden sie sind. Sie unterwandern so die Glaubwürdigkeit der gesamten Presse - nicht nur der Medien, die über Trump kritisch berichten.

Trump muss Kritik aushalten und annehmen

Die US-Bürger – Trump-Anhänger wie Trump-Skeptiker – müssen sich darauf verlassen können, dass die Nachrichten glaubwürdig sind. Bei der Einschätzung und Kommentierung der Fakten darf und muss es unterschiedliche Meinungen geben. Das ist eine der Hauptaufgaben der Medien als Vierte Gewalt in der Demokratie. Diese verschiedenen Sichtweisen muss Trump wie jeder andere US-Präsident vor ihm aushalten, wenn er sein Amt würde- und respektvoll erfüllen will. Mit dem Eindruck, den Trump derzeit vermittelt, dass nur seine Nachrichten die richtigen und wahren Nachrichten sind, begibt er sich erneut in den Dunstkreis von Diktatoren.

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