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Der Ameisenigel: Ein eierlegendes Säugetier ohne Zähne

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Eierlegender Igel ohne Zähne  

Kennen Sie schon den Ameisenigel?

20.03.2017, 16:48 Uhr | jb

Der Ameisenigel: Ein eierlegendes Säugetier ohne Zähne. Ameisenigel (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/pelooyen)

Der Ameisenigel ist mit dem hier bekannten Igel nicht verwandt (Quelle: pelooyen/Thinkstock by Getty-Images)

Er sieht aus wie ein zu klein geratenes Stachelschwein. Doch dieser kleine Geselle hat es faust dick hinter den Ohren. Was den Ameisenigel – auch Schnabeligel – so besonders macht, wo Sie ihn sehen können und was er frisst, erfahren Sie hier.

Was ist ein Ameisenigel?

Der Ameisenigel gehört zu den ältesten Säugetierarten der Welt. Er lebt auf Neuguinea, auf Tasmanien und in Australien, wo er weit verbreitet ist.

Die auffälligsten Merkmale des Ameisenigels, auch Schnabeligel genannt, sind seine riesigen Stacheln, die ihn vor heimischen Fressfeinden wie Dingos oder Waranen schützen. Bei Gefahr kann sich das Säugetier, wie ein europäischer Igel, zusammenrollen – allerdings kann er sich zusätzlich noch so stark am Untergrund festhalten, dass er sich nicht aufheben oder bewegen lässt.

Zwar ähneln die Ameisenigel dem hier bekannten Igel, sie sind jedoch nicht verwandt. Ameisenigel

  • haben zwischen ihren Stacheln Fell, das sie bei kalten Temperaturen wärmt.
  • werden bis zu 77 Zentimeter lang und 16 Kilogramm schwer.
  • legen Eier – Igel gebären lebend.
  • haben keine Zähne, sondern zerkleinern ihre Nahrung mithilfe von Hornplatten auf der Zunge.
  • haben keine Ohrmuschel.

Was fressen Ameisenigel?

Ameisenigel ernähren sich hauptsächlich von Termiten und Ameisen. Aber auch Regenwürmer gehören auf die Speisekarte des Fleischfressers.

Dank seiner großen und starken Krallen kann das dämmerungsaktive Säugetier Termitenhügel aufbrechen und mithilfe seiner langen Zunge sogar schmackhafte Beute aus kleinen Löchern in Bäumen herausholen.

Leben Ameisenigel in Herden?

Der Fleischfresser ist kein geselliges Tier. Er lebt alleine und bleibt am gleichen Standort – was sicherlich auch auf seine gemächliche, schlurfende Gangart zurückzuführen ist. Nur während der Paarungszeit im Juli und August kommen die Tiere zusammen. Auf der Nordhalbkugel ist die Paarungszweit zwischen November und Februar.

"Während der Paarungszeit bilden die Ameisenigel sogenannte Echidna-Trains (Kurzschnabeligel-Kolonnen). Diese bestehen aus mehreren Männchen (zwei bis sieben), die im Gänsemarsch einem einzelnen Weibchen hinterherlaufen. Ist das Weibchen paarungsbereit, klammert es sich an einen Busch und die Männchen umkreisen es und graben dabei einen circa 20 Zentimeter tiefen Paarungsgraben.

Dabei versuchen sie sich gegenseitig aus dem Rennen zu schubsen. In der Regel gewinnt das größte Männchen, dass sich paaren darf", berichtet Säugetierkurator Dr. Florian Sicks vom Tierpark Friedrichsfelde in Berlin.

Die Schnabeligel zählen – wie das Schnabeltier – zu einem der wenigen Säugetiere, die Eier legen. Häufig bleibt es allerdings bei einem Ei pro Jahr. "Nachdem das Baby geschlüpft ist, bleibt es noch bis zu acht Wochen in dem Körperbeutel der Mutter und nistet sich anschließend noch für zwei Monate in einem Bau ein. Dort sucht es die Mutter alle fünf bis sechs Tage auf, um es zu säugen. Im Alter von 200 Tagen werden die Jungtiere entwöhnt," erklärt Sicks.

Gibt es Ameisenigel in Deutschland?

Zwar haben diese Säugetiere keinen großen Anspruch an ihren Lebensraum, dennoch sind sie hautsächlich in den Wüstenregionen und Waldgebieten von Australien zu finden. Und: Sie lieben es warm. Allerdings können Ameisenigel weder schwitzen noch hecheln. Sie überhitzen daher recht schnell.

Aus diesem Grund sind sie eher dämmerungs- und nachtaktiv und graben sich tagsüber in den kühlenden Boden. Ameisenigel bevorzugen zwischen 20 und 32 Grad Außentemperatur. Wird es kälter, so verfallen sie kurzzeitig eine Art Kältestarre (Torpor) – teilweise halten sie sogar Winterschlaf.

In Deutschland sind Sie nur in Zoos anzutreffen. Sie können die Säugetiere beispielsweise in Berlin im Tierpark Friedrichsfelde, im Tierpark Donnersberg in Rockenhausen oder im Zoo Rostock anschauen. Sicks, Säugetierkurator im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, hat noch einen Tipp für die t-online.de-Leser:

"Wenn Sie eines der sonst recht scheuen Tiere sehen möchten, kommen Sie am besten nachmittags zur Fütterungszeit in den Zoo. Hier haben Sie die beste Chance, einen Blick auf die zwei Männchen und das Weibchen zu erhaschen.“

Sind Ameisenigel zutraulich?

Im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde leben derzeit zwei Ameisenigelmänner und ein Ameisenigelweibchen. "Eins der Männchen zählt zu den wenigen Individuen, die in einem deutschen Zoo geboren wurden. Insgesamt wurden bislang nur vier Kurzschnabeligel in deutschen Zoos geboren, davon wurden sogar nur zwei groß, einer davon im Jahr 2014 im Zoo Rostock, der nun bei uns lebt," berichtet der Experte.

Nichtsdestotrotz igeln sich die drei auch ein und halten sich am Boden fest, wenn die Pfleger kommen. Besonders bei der wöchentliche Pflegeroutine: Dem Baden. Dies führt der Zoo regelmäßig durch, um die empfindlichen Pfoten und Haut der Säuger vor dem Austrocknen zu schützen.

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