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Hund alleine zu Hause: So stellt der Vierbeiner nichts an

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Kein Chaos, kein Gebell  

Allein zu Haus: So stellt Ihr Hund nichts an

08.08.2017, 07:25 Uhr | sah, dpa

Hund alleine zu Hause: So stellt der Vierbeiner nichts an. Wenn Hunde allein zu Hause sind, kommen sie auf die wildesten Ideen. Ein Trick soll das verhindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Chalabala)

Wenn Hunde allein zu Hause sind, kommen sie auf die wildesten Ideen. Ein Trick soll das verhindern. (Quelle: Chalabala/Thinkstock by Getty-Images)

Hunde, die alleine zu Hause bleiben müssen, weil Herrchen und Frauchen zur Arbeit gehen, langweilen sich oft. Im schlimmsten Fall stellen Sie dann das Haus auf den Kopf oder stören die Nachbarn mit ihrem Gebell. Mit diesem Trick soll sich das verhindern lassen.

So fühlt Ihr Hund sich nicht alleine

Musik, die es nie in die Charts geschafft hat, kommt bei haarigen Ohren scheinbar besonders gut an. Hippie-Gedudel, Klassik: Alles, was möglichst unaufgeregt klingt, wird Hunden neuerdings in Dauerschleife vorgespielt. Bei "Hallo Hasso", einem Radiosender für Hunde. Hits wie "Who Let The Dogs Out" (Baha Men) tauchen höchstens als eine Art Weckruf auf. "Da läuft Musik, von der wir denken und wissen, dass sie Hunde beruhigt", sagt Radiomoderator Stephan "Stocki" Stock.

"Wenn Hunde allein zuhause sind, dann kommen sie auf die wildesten Ideen." Stocki muss es wissen: Er hat selbst eine junge Hündin daheim und hatte die Idee zu dem Programm. "Du möchtest nicht nur, dass dein Hund sich nicht allein fühlt", erklärt der 30-Jährige. "Du musst natürlich auch gewährleisten, dass dein Hund nicht das Bellkonzert anfängt, wenn du auf der Arbeit bist."

Programm extra für Hunde

Bei dem Radiosender "Hallo Hasso" läuft Musik speziell für Vierbeiner.  (Quelle: Christoph Schmidt/dpa)Bei dem Radiosender "Hallo Hasso" läuft Musik speziell für Vierbeiner. (Quelle: Christoph Schmidt/dpa)

Wenn "Stocki" arbeitet, steht er als Morgenshow-Moderator im Studio von Radio Ton – einem Regionalsender im baden-württembergischen Heilbronn. Da er seine Podenco-Mischlingshündin Layla dorthin nicht mitnehmen konnte, kam er quasi von Berufs wegen auf die Idee eines Hunderadios. Seit dem 1. April gibt es das Digitalradio "Hallo Hasso", das sich via Internet oder über eine App abspielen lässt. Viele hielten das zunächst für einen Scherz. War es aber nicht.

Wer "Hallo Hasso" einschaltet, hört mit Bellen, Klingeln und Trompeten. Das sei ein "Ear-Catcher" für zwischendurch, erklärt der Moderator. Wer länger zuhört, stellt fest: Meistens geht es ruhig zu. Auf der Playlist stehen Coldplay und Donovan ebenso wie die Slowakische Staatsphilharmonie. Und immer wieder Titel und Interpreten rund um den Hund. Da hört man Reinhard Mey mit "Es gibt Tage, da wünscht' ich, ich wär' mein Hund" oder Dr. Elmo & Wild Blue mit "Wild Dogs of Kentucky". Zwischendurch werden immer wieder The Singing Dogs gespielt, die bekannte Songs bellend präsentieren.

"Es geht nicht darum, dass Hunde ruhig gestellt werden", betont Stocki. "Es geht eher darum, dass der Hund das Gefühl hat, er ist nicht alleine."

Funktioniert das wirklich?

"So eine Beschallung beim Hund wirkt natürlich schon, weil sie geeignet ist, andere Geräusche zu überlagern", sagt Udo Kopernik, Züchter und Sprecher vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Das könne etwa ein Geräusch im Treppenhaus sein, weswegen der Hund sonst möglicherweise belle. Radio für Hunde sei bereits vor etwa zehn Jahren in den USA aufgekommen, erklärt er. In Deutschland sei das aber noch neu. Dass sich Formate wie "Hallo Hasso" hierzulande dauerhaft durchsetzen, bezweifelt der Fachmann allerdings.

Das müssen Sie beachten, wenn Ihr Hund alleine bleiben soll

"Das mag am ersten Tag für den Hund toll sein. Am zweiten ist der Effekt schon verpufft. Dann wird es eintönig und langweilig für ihn." Kopernik zufolge können Hunde sich auf das konzentrieren, was sie hören wollen – und lauschen dann eben doch wieder auf Schritte im Treppenhaus. Musik als Ersatz für das Herrchen sei ohnehin nicht nötig. "Einen Hund über Stunden allein zu lassen – das geht auch ohne Musik." Wichtig sei es, sich vorher und bei der Rückkehr intensiv mit dem Tier zu beschäftigen und es ans Alleinsein zu gewöhnen.

Beim Radio für Hunde projiziere der Mensch eher seine eigenen Bedürfnisse auf das Tier, glaubt er. Das dürfte auch erklären, warum es mittlerweile so viele Angebote für Bello gibt, die eigentlich eher Herrchen oder Frauchen Spaß machen. Kopernik führt solche Angebote vor allem darauf zurück, dass immer mehr Menschen ihre Vierbeiner in der Stadt halten. "Das liegt auch an dem unterschwelligen Verdacht, dass man die Bedürfnisse des Hundes nicht richtig befriedigt."

Radiomoderator Stephan "Stocki" Stock mit seiner Hündin "Layla". Die beiden hören gerne "Hallo Hasso". (Quelle: Christoph Schmidt/dpa)Radiomoderator Stephan "Stocki" Stock mit seiner Hündin "Layla". Die beiden hören gerne "Hallo Hasso". (Quelle: Christoph Schmidt/dpa)

"Stockis" Hündin Layla braucht inzwischen kein Hunderadio mehr, wenn er bei der Arbeit ist. "Ich habe mittlerweile das Glück, dass Layla relativ ruhig geworden ist", sagt er. Ab und zu gibt es "Hallo Hasso" natürlich trotzdem auf die Ohren: "Ich mache das Radio an, wenn ich mittags nach Hause komme und noch eine Runde pennen will", sagt der Moderator. "Es ist eine wunderbare Musik, um einzuschlafen."

Ein Überblick über Angebote für Hunde:

  • Fernsehen: Fernsehmacher aus Amerika haben Hunde längst als Zielgruppe für sich entdeckt. Auch in Deutschland startete kürzlich ein erster TV-Sender für Vierbeiner: DogTV.
  • Sightseeing: Urlauber lieben Sehenswürdigkeiten. Hunde heben dort nur müde das Bein. Stadtführer bieten für sie daher spezielle Touren – mit Stopps in Parks und Leckerli-Läden.
  • Dating-Apps: Auf Smartphones boomt die Dating-App Tinder, die Singles anhand von Bildern zusammenführen will. Auf diesem Wege sollen Hundebesitzer nun auch Gefährten für ihre Vierbeiner finden – mit Tindog.
  • Yoga: Doga heißt das Yoga für den Hund – eine Zusammensetzung aus dem englischen "Dog" (Hund) und dem aus dem Sanskrit stammenden "Yoga".
  • Schwimmbad: Im schwäbischen Ebersbach gibt es ein Schwimmbad nur für Hunde. Der Vorteil: Das Herumtollen ist sicherer als in See oder Fluss. Auch im hessischen Hanau gab es zeitweise ein Hallenbad für Hunde. Inzwischen ist es aber wieder geschlossen.
  • Museumsführungen: Das Kupferstichkabinett in Berlin bot zeitweise Museumsführungen für Hund und Halter. Dauerhaft kann Bello allerdings nicht durch Ausstellungen flanieren. Die Aktion war begrenzt auf eine Schau zum Thema "Wir kommen auf den Hund!".

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