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Verhaltensentwicklung  

Fremdelnden Kindern nicht zu direkt näher kommen

24.10.2011, 11:14 Uhr | iri, ddp

Fremdelnden Kindern nicht zu abrupt näher kommen . Ängstliches Kind.

Fremdeln ist ganz normal und gehört zur Entwicklung des Kindes dazu. (Bild: Archiv)

Freudestrahlend will die Großmutter ihren Enkel in die Arme schließen - doch das Kleinkind starrt sie an, als wolle die es auffressen, und fängt lauthals an zu brüllen. Wenn Kinder in der Fremdelphase sind, ist ihnen außer Mama und Papa oft niemand mehr geheuer. "Fremdeln ist ein normaler Bestandteil der Kindesentwicklung", sagt Heidemarie Arnhold, Vorstandsvorsitzende des Arbeitskreises Neue Erziehung in Berlin. Es sei ein Zeichen dafür, dass das Kind nun lerne, zwischen Vertrautem und Fremdem zu unterscheiden. "Plötzlich erlebt das Kind Personen als unbekannt und reagiert auf diese Erfahrung erst einmal vorsichtig oder auch ängstlich", erklärt die Pädagogin.

Im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren ist Fremdeln normal

Manche Kinder zeigten so ein Verhalten schon im Alter von einem halben Jahr, wenn sie langsam anfingen, die Welt zu entdecken. "Oft kommt es aber auch zwischen dem achten und dem zwölften Lebensmonat zum Fremdeln", sagt Arnhold. Im Laufe des zweiten Lebensjahres legten die Kleinen dieses Verhalten meistens irgendwann von selbst ab.

Ausprägung ist Typfrage

Nicht alle Kinder fremdeln gleich: Einige sind nur etwas zurückhaltender als sonst, andere dagegen weinen schon, wenn Oma oder Opa beim Hereinkommen nur "Hallo" sagt. Wie ausgeprägt die Fremdelphase ist, hängt vom Temperament des Kindes ab, manche sind generell impulsiver, andere eher cool und gelassen. Auch Erfahrungen spielen hierbei eine wichtige Rolle, denn Kinder, die regelmäßigen Besuch gewöhnt sind, gewöhnen sich auch schneller an neue Gesichter.

Distanzbedürfnis des Kindes respektieren

Bis die Phase überstanden ist, rät Arnhold Erwachsenen zu Gelassenheit im Umgang mit den Kleinen. "Damit Besucher wissen, wie sie die Situation einschätzen müssen, kann man sie darauf hinweisen, dass das Kind momentan fremdelt", sagt Arnhold. Wichtig sei, dass die Besucher Rücksicht auf das Distanzbedürfnis des Kindes nehmen. So sollte man sich fremdelnden Kindern nicht abrupt nähern und vielleicht erst einmal durch das Spiel mit einem Stofftier indirekt Kontakt herstellen. "Reagiert das Kind ängstlich, sollte man die Annäherung sofort stoppen. In dieser Situation können nur engste Vertrauenspersonen das Kind trösten."

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