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Schon Babys haben einen Sinn für Humor

02.03.2012, 16:25 Uhr | Dorothee Schulte, t-online.de

Schon Babys haben einen Sinn für Humor. Babys lachen viel mehr als Erwachsene. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Babys lachen viel mehr als Erwachsene. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Schon kleine Babys lächeln, wenn sie sich wohlfühlen. Kleinkinder lieben es, gekitzelt zu werden - ihr Lachen sorgt dabei für manchen gutgelaunten Sonntagvormittag im Bett. Und das glockenhelle Kinderlachen über einen lustigen Film macht auch für Eltern einen Kinobesuch zu einem herzerfrischenden Erlebnis. Welche Rolle spielt Humor in der Kindheit? Können Eltern ihn bei ihren Kindern fördern und gibt es auch negative Seiten?

Für den Volksmund ist Humor, wenn man trotzdem lacht und damit die Fähigkeit, ernste Dinge gelassen zu sehen. Andere fassen damit alles zusammen, was irgendwie komisch ist und zum Lachen anregt. Für den Begriff gibt es im Sprachgebrauch viele verschiedene Bedeutungen. Doch unabhängig von seiner Definition: Humor gehört zu unserem Leben und zwar fast von Geburt an.

Babys haben bereits einen unterschiedlichen Humor

Inwieweit die Fähigkeit angeboren ist, gewisse Dinge lustig zu finden, ist noch nicht geklärt, doch man gehe zu einem Teil von einem genetischen Einfluss aus, so die Diplom-Psychologin Sarah Auerbach, die an der Universität Zürich über Humor in der Kindheit und Jugend forscht. "Wir sehen Humor als eine Eigenschaft des Temperaments an und das Temperament einer Person ist ein stabiles Merkmal", sagt sie. Das heißt: Schon Babys zeigen ein unterschiedliches Temperament und damit auch ein unterschiedliches Humorverhalten, das auch noch besteht, wenn sie erwachsen sind. Auch hätten Studien mit erwachsenen eineiigen Zwillingen gezeigt, dass Menschen, mit gleichem Erbmaterial, ähnliche - wenn auch nicht vollkommen gleiche - Humoreigenschaften aufweisen, so die Humorforscherin.

Die Fähigkeit zu lachen ist trainierbar

Dennoch scheinen auch äußere Einflüsse eine Rolle zu spielen. Laut Auerbach haben verschiedene Untersuchungen zumindest gezeigt, dass Humor im Erwachsenalter trainierbar ist und dass mit steigendem Humor auch die Lebenszufriedenheit zunimmt. Diese Ergebnisse hält die Psychologin für übertragbar auf das Kindes- und Jugendalter. Allerdings gebe es bisher nur sehr wenig Forschung über Humor im Kindesalter und auch wenig gute Messinstrumente, um Humor zu bestimmen.

So scheinen Forscher den Humor erst seit wenigen Jahrzehnten "ernst zu nehmen". Dabei scheinen zumindest die positiven Wirkungen unerschöpflich: Lachen ist gesund, das weiß schließlich jeder. Lachen scheint zum Beispiel die Abwehrkräfte zu stärken, haben labortechnische Untersuchungen gezeigt. Außerdem soll häufiges Lachen angeblich sogar das Herzinfarktrisiko senken.

Clown-Doktoren helfen gesund zu werden

Lachen verändere unsere Stimmung und helfe Schmerzen zu lindern, sagt der Arzt und Kabarettist, Dr. Eckart von Hirschhausen. Das machen sich unter anderem Kinderkliniken seit einiger Zeit zunutze und setzen Clown-Doktoren ein, um kranken Kindern etwas vom Ernst der Aufenthalte zu nehmen. Dass Humor helfen kann, Belastungen zu verarbeiten, besagt auch ein Zitat des deutschen Schriftstellers Joachim Ringelnatz: "Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt."

Eltern sollten sich nicht verbiegen

Öfter mal "den Ernst des Lebens" beiseite zu schieben und einen "sorglosen" Standpunkt einzunehmen, scheint also für Kinder eine wichtige Hilfe zu sein, besser mit Stress umgehen zu können. Trotzdem sollten Eltern oder auch Pädagogen, die selbst nicht besonders humorvoll sind, sich nicht verbiegen, so der Diplom-Pädagoge und Erziehungswissenschaftler Dr. Ekkehard Ossowski von der Universität Osnabrück. Humor lässt sich schließlich nicht erzwingen und ein sorgloses gemeinsames Spiel könne den gleichen Zweck erfüllen.

Allgemein würden Kinder es schätzen, "wenn Erwachsene den richtigen Bogen raushaben, zwischen Ernst und Humor zu wechseln", sagt Ossowski. Kinder würden es nicht mögen, wenn Lehrer sich beispielsweise als Klassenkasper verkaufen. Wenn hingegen ein Kind selbst häufig versuche, sich als Klassenkasper in den Mittelpunkt zu stellen, könne das ein Zeichen dafür sein, dass es zu wenig Aufmerksamkeit erhalte. Prinzipiell diene Humor aber vor allem dafür, sich sozial eine gute Position zu verschaffen. Nach dem Motto: Wer andere zum Lachen bringt, ist beliebt!

Humor als Stressbewältigung

Ob besonders humorvolle Eltern aber ihre Fähigkeit, die Dinge gelassen anzugehen, an ihre Kinder weitergeben, ist laut der Psychologin Auerbach nicht empirisch gesichert aber "zu vermuten, weil Eltern ihre Kinder durch ihr Verhalten definitiv beeinflussen". Eine andere Hypothese (die sogenannte "stress and coping-Hypothese") der Forscher besagt, dass Kinder, die unter großen Belastungen, wie Armut, aufwachsen, mitunter besonders humorvoll sind. „Humor ist hier eine Reaktion auf Stress, durch die Kinder zum Beispiel versuchen, ihre Eltern aufzuheitern“.

Bezugspersonen vermitteln Kindern auch soziale und gesellschaftliche Aspekte, indem sie vorleben, über welche Witze sie lachen. So darf in Deutschland zum Beispiel nicht über Juden gelacht werden. In sehr armen Ländern findet niemand lustig, wenn Lebensmittel durch die Gegend fliegen. Über welche Dinge Kinder lachen, hängt außerdem stark von ihrem Alter ab. So stoßen laut Ossowski Witze über die Geschlechter bei Grundschulkindern auf dankbaren Boden, "weil sie die moralische Seite dahinter etwas entschärfen und zeigen, Sex ist nichts Schmutziges."

Angst, ausgelacht zu werden

Auerbach vertritt die Hypothese, dass Kinder die von ihren Eltern und Gleichaltrigen oft ausgelacht werden, später eine gesteigerte Angst vor dem "Ausgelachtwerden" entwickeln. Fachleute sprechen von Gelotophobie. Humor kann also durchaus eine negative Seite haben. Auch ironische Bemerkungen und Sarkasmus sind zumindest bei kleinen Kindern fehl am Platz, weil die diese Art von Humor noch nicht verstehen können. Diese Fähigkeit erlernen sie erst etwa mit zehn bis zwölf Jahren, so Pädagoge Ossowski.

Humor spielt also in jedem Alter eine bedeutende Rolle - auch im ganz jungen. Das zeigt sich auch schon daran, dass Kinder viel öfter lachen. Bis zu 400 Mal am Tag, wie Lachforscher dem Apothekenmagazin "Baby und die ersten Lebensjahre" zufolge vor ein paar Jahren gezählt haben. Erwachsene lachen im Schnitt aber nur noch 15 Mal.

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