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Studie: So steht es um die Bildungschancen der Kleinkinder

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Deutschlands Atlas der Bildungschancen für Kids

04.07.2013, 14:49 Uhr | AFP, dpa

Studie: So steht es um die Bildungschancen der Kleinkinder . Kitas auf dem Prüfstand: Wie steht es um die frühkindliche Bildung in Deutschland?  (Quelle: dpa)

Kitas auf dem Prüfstand: Wie steht es um die frühkindliche Bildung in Deutschland? (Quelle: dpa)

Die Bildungschancen von Kleinkindern sind nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung abhängig von der Anzahl der Erzieher in Krippen. Aber auch die Betreuungsform in Kitas spiele eine wichtige Rolle.

Im Westen fehlen Krippenplätze - in Ostdeutschland hingegen Erzieherinnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. In den ostdeutschen Krippen muss eine Vollzeitkraft demnach im Schnitt sechs Kinder betreuen und damit mehr als empfohlen. Im Westen Deutschlands sieht es personell besser aus. Dort ist eine Krippenerzieherin statistisch für 3,7 Ganztagskinder verantwortlich.

Im Westen fehlen Erzieherinnen, im Osten fehlt die Qualität

Der Länderreport "Frühkindliche Bildungssysteme" hat für jedes Bundesland die Situation in den Kindertageseinrichtungen unter die Lupe genommen. "Der Westen hat nicht genug Krippenplätze, im Osten muss hauptsächlich mehr in Qualität investiert werden", erklärte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Der Personalmangel sei die größte Hürde, wenn es ab August gelte, den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr einzulösen.

Das schlechteste Betreuungsverhältnis in den Krippen gibt es demnach in Sachsen-Anhalt, wo eine Erzieherin statistisch 6,5 Kinder betreut. In Bremen dagegen kommt eine Krippenerzieherin auf durchschnittlich 3,1 Ganztagskinder. Die Bertelsmann-Stiftung warnte vor negativen Folgen des Personalmangels für die frühkindliche Bildung. Bessere Personalschlüssel ermöglichten mehr Aktivitäten für die Kinder und förderten besser die sprachlich-kognitive und soziale Entwicklung.

Altersgemischte Gruppen in der Kritik

Kritik übten die Experten auch am Konzept der stark altersgemischten Gruppen. Die Bildungschancen der unter Dreijährigen verschlechterten sich deutlich, wenn sie statt einer Krippe eine Gruppe besuchten, in der auch ältere Kinder betreut werden. Dazu gehören Gruppen für Kinder unter vier Jahren und altersübergreifende Gruppe bis zum Schuleintritt. In allen Fällen sei sowohl im Osten als auch im Westen die Personalausstattung ungünstiger als in reinen Krippengruppen. Die Jüngsten dürften "nicht zu kurz kommen", warnte Dräger.

Die Über-Dreijährigen sind gut versorgt

Kaum noch ein Problem ist laut Studie hingegen die Zahl der Kita-Plätze für über Dreijährige, wobei eine Erzieherin in Ostdeutschland auch hier mehr Kinder betreut als im Westen. Weit voraus ist der Osten bei der Ganztagsbetreuung. Fast drei Viertel (72 Prozent) aller ostdeutschen Kinder besuchen mehr als 35 Stunden pro Woche eine Kindertageseinrichtung. Im Westen liegt dieser Anteil dagegen bei den unter Dreijährigen nur bei 43,6 Prozent. Bei den über Dreijährigen besucht sogar nur jedes dritte Kind (34,2 Prozent) im Westen ganztägig einen Kindergarten.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnte eine Qualitätsoffensive für die Kitas an. "Wir brauchen endlich eine bundesweite Regelung, in der hohe Qualitätsstandards verankert sind", erklärte GEW-Vorstandsmitglied Norbert Hocke in Frankfurt am Main. Über die Qualität des Krippenangebots dürfe weder der Zufall noch die Haushaltslage eines Landes oder einer Kommune entscheiden. "Die Länder haben jahrelang an der Qualität der Kitas gespart", kritisierte Hocke. Um Fachkräfte zu gewinnen, sollten in allen Bundesländern entsprechende Studiengänge eingerichtet werden. Zudem müsse der Erzieherberuf auch finanziell attraktiver werden.

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