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Pubertät: Wenn das eigene Kind anfängt zu rebellieren

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Provozierende Teenies  

Eltern sollten sich nicht alles gefallen lassen

23.02.2015, 10:28 Uhr | dapd

 Pubertät: Wenn das eigene Kind anfängt zu rebellieren.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Provozieren, rebellieren, beleidigen - muss das sein? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Mama, du kannst mich mal! Du hast mir gar nichts mehr zu sagen!" An ihren Eltern haben Jugendliche meist eine Menge auszusetzen. Mama und Papa sind mal zu spießig, mal zu schrill, mal zu schwatzhaft - und im Grunde einfach nur peinlich. "Die Entwertung der eigenen Eltern ist ein natürlicher und wichtiger Teil des Entwicklungsprozesses in der Pubertät", erklärt Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

In der Kindheit hätten die Eltern erst einmal einen sehr hohen Stellenwert, die Kinder orientierten sich an ihnen und eiferten ihnen nach. Mit der Pubertät werde dann allmählich der Wunsch geweckt, eigene Wege zu gehen und von den Eltern unabhängig zu werden. "Um diese Loslösung zu bewerkstelligen, müssen die Jugendlichen ihre Eltern erst einmal durch Gegenwehr und negative Beurteilungen von ihrem Sockel stoßen", erklärt Gerth. Dieses Verhalten sei normal und sollte nicht ständig zu Grundsatzdiskussionen zwischen den Generationen führen.

Bei Beleidigungen Grenzen aufzeigen

Trotzdem müssen sich Mütter und Väter von autonomiebedürftigen Teenagern nicht alles gefallen lassen. "Manche Jugendliche werden ihren Eltern gegenüber sehr ausfallend und beleidigend. Dagegen sollte man sich unbedingt wehren", betont Gerth. Es sei wichtig, in solchen Situationen sofort eine deutliche Grenze aufzuzeigen und sich diese Behandlung ausdrücklich zu verbitten. Diese Erfahrung ermögliche es dem Jugendlichen auch, soziale Verhaltensweisen zu erlernen.

Eltern sollten selbstbewusst sein

Zwar solle man über Kritikpunkte des Jugendlichen nachdenken und überlegen, ob man sich in Zukunft vielleicht anders verhalten möchte. "Auf keinen Fall sollte man aber versuchen, sich anzubiedern und auf alle Veränderungswünsche des Heranwachsenden einzugehen", sagt Gerth. Eltern sollten Selbstbewusstsein zeigen und zu sich stehen - beide Seiten müssten aushalten lernen, dass es zwischen Eltern und Kindern eben auch Unterschiede gibt.

Mit anderen Teenie-Eltern austauschen

Auch wenn sie Teil eines natürlichen Ablösungsprozesses sind, können die kritischen Kommentare der eigenen Kinder Eltern ganz schön wehtun. "Paare sollten sich in dieser Zeit ganz besonders unterstützen und viel miteinander reden", empfiehlt Gerth. Wichtig sei, dass man sich immer wieder daran erinnere, sich die Angriffe durch den Pubertierenden nicht so zu Herzen zu nehmen. Auch der Austausch mit anderen Teenager-Eltern sei hilfreich: "Da merkt man schnell, dass diese Konflikte ein allgemeines Problem sind und man nicht alleine mit solchen Anfeindungen zu kämpfen hat."

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