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130.000 Jugendliche sind sozial benachteiligt

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Teenager  

Ohne Familie, ohne Schule, ohne Job

25.05.2010, 15:29 Uhr | dpa

130.000 Jugendliche sind sozial benachteiligt. Junges Mädchen vor einer alten Fabrikhalle.

Immer mehr Jugendliche ohne jede Beziehung zu Familien oder Freunden. (Bild: Imago)

In Deutschland leben rund 130.000 sogenannte "unverbundene" Jugendliche zwischen 17 und 19 Jahren. Als "unverbunden" gilt, wer nicht zur Schule geht, arbeitslos ist und in keiner Beziehung lebt. Weiterhin fehlt diesen Jugendlichen die finanzielle und emotionale Unterstützung durch ihre Eltern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Die Untersuchung betrachtet den Zeitraum von 2000 bis 2008 und stützt sich auf Daten des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP). Seit 1984 werden im SOEP 12 000 private Haushalte in Deutschland befragt. Themenschwerpunkte sind unter anderem Haushaltszusammensetzung, Erwerbs- und Familienbiografie, Einkommensverläufe sowie Lebenszufriedenheit.

Ursachen der Unverbundenheit

Als Ursachen für die "Unverbundenheit" gelten laut ZEW vor allem ein niedriger Bildungsgrad der Eltern sowie instabile Familienverhältnisse. In diesen Haushalten scheinen Familien über weniger Ressourcen zu verfügen, um ihre Kinder zu unterstützen und in ihre Bildung zu investieren. Dies wirkt sich wiederum negativ auf deren berufliche Zukunft aus: "Weitere schulische oder berufliche Prüfungen können zu einer schwer überwindbaren Hürde werden", sagt Friedhelm Pfeiffer, einer der Autoren der Studie. Weiterhin falle es den Jugendlichen schwer, die Normen und Umgangsregeln der Gesellschaft einzuhalten.

Steigende Tendenz

Leben die Jugendlichen die ersten 15 Lebensjahre mit den Eltern zusammen, ist das Risiko zu scheitern um acht Prozent niedriger, als bei Jugendlichen, die bei nur einem Elternteil aufwachsen. Der Studie zufolge weist die Zahl der "unverbundenen" Jugendlichen eine steigende Tendenz auf: Betrug sie von 2000 bis 2008 13 Prozent der 17- bis 19-Jährigen, lag sie allein im Zeitraum 2006 bis 2008 bei 17,7 Prozent.

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