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Sexualität: Jugendliche immer zurückhaltender

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Sexualität  

Jugendsexualität: "Die bravste Generation seit langem"

02.09.2010, 14:26 Uhr | rev, dpa, t-online.de

Sexualität: Jugendliche immer zurückhaltender. Eine feste Beziehung ist für die meisten Teenager Voraussetzung für das "erste Mal".  (Quelle: imago)

Eine feste Beziehung ist für die meisten Teenager Voraussetzung für das "erste Mal". (Quelle: imago)

Frühreif, hypersexualisiert, süchtig nach Sexfilmen aus dem Netz und nicht zu Partnerschaften fähig - das ist die viel diskutierte und kritisierte "Generation Porno", die Eltern so viel Sorgen bereitet. Aber ist das auch gesellschaftliche Realität? Inzwischen zum siebten Mal hat das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für die Studie "Jugendsexualität" Teenager zwischen 14 und 17 Jahren und deren Eltern zum Thema Aufklärung, Sexualität und Verhütung befragt. Das Ergebnis der aktuellen Befragung zeichnet ein Bild von der heutigen Jugend, das den durch die Medien vermittelten Eindrücken deutlich widerspricht.

Teenies verhüten so sicher wie nie zuvor

Deutsche Mädchen und Jungs haben ihr "erstes Mal" später und sind insgesamt weniger sexuell aktiv als noch 2005. Das geht aus der Studie "Jugendsexualität 2010" hervor. Die Jugendlichen sind danach nicht nur zurückhaltender, sondern auch vorsichtiger: Sie verhüten so sicher wie nie zuvor. Viele benutzen sogar Pille und Kondom gleichzeitig, um Schwangerschaften und Krankheiten zu vermeiden, sagte die Direktorin der Bundeszentrale, Elisabeth Pott bei der Präsentation der Studie in Berlin. Rund 3500 Jugendliche wurden dafür 2009 befragt, darunter rund 1000 Teenager mit Migrationshintergrund. Dabei zeigten sich zum Teil deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen.

Jugendliche später sexuell aktiv

Sexuell weniger aktiv sind sowohl deutsche Jugendliche als auch solche aus Migrantenfamilien. Hatten im Jahr 2005 bereits zehn Prozent der deutschen 14-jährigen Jungen Erfahrungen im Geschlechtsverkehr, so waren es zum Zeitpunkt der aktuellen Befragung nur noch vier Prozent. Bei den Mädchen lag der Anteil nur noch bei sieben statt wie zuvor bei zwölf Prozent. Bei den 17-jährigen Mädchen hatten 2005 bereits 73 Prozent Geschlechtsverkehr gehabt. Im Jahr 2009 gaben nur noch 66 Prozent an, schon Sex gehabt zu haben. Bei den 17-jährigen Männern hatten 2005 der Studie zufolge 66 Prozent schon Sex gehabt, 2009 gaben dies ebenfalls noch 65 Prozent an.

Jungs aus Migrantenfamilien sind der Studie zufolge früher und häufiger sexuell aktiv als deutsche Gleichaltrige. So gaben 2009 zehn Prozent der 14-Jährigen an, bereits Sex gehabt zu haben. 2005 waren es allerdings noch deutlich mehr (29 Prozent.) Bei den 17-Jährigen hatten 2009 insgesamt 72 Prozent sexuelle Erfahrungen. Bei der Befragung 2005 waren es 79 Prozent. Mädchen mit Migrationshintergrund hingegen sind deutlich zurückhaltender und begründen dies damit, zu jung zu sein. Bei den 17-Jährigen hatte 2009 nur gut die Hälfte der Befragten (53 Prozent) bereits Sex. 2005 waren es 55 Prozent.

Generation Porno? "Die bravste Generation seit langem"

Als Gründe für ihre Zurückhaltung nannten die meisten Jugendlichen das Fehlen des richtigen Partners und die eigene Schüchternheit. "Der Wunsch nach Vertrauen ist ganz groß", sagte Pott. Wenn es zum Geschlechtsverkehr komme, dann meist in einer festen Beziehung. In einer Gesellschaft, die von einer hohen Flexibilität und Mobilität gekennzeichnet sei, scheine das Bedürfnis nach einer festen, vertrauensvollen Partnerschaft immer größer zu werden.

Somit verwundert es nicht, wenn Klaus Farin vom "Archiv der Jugendkulturen" in Berlin sogar von "der bravsten Generation seit langem" spricht. Der Experte für Jugendszenen beobachtet, dass die Jugendlichen heute nicht nur sexuell zurückhaltender seien. Auch die Jugendkriminalität und der Zigaretten- und Drogenkonsum gehe zurück. Stattdessen würden sich unter anderem mehr Teenager als früher politisch engagieren.

Elisabeth Pott sieht dies offenbar ähnlich: Auf die Frage nach der verrohten "Generation Porno" erklärt sie, dass es zwar Einzelfälle gäbe, diese allerdings keineswegs repräsentativ für die Masse seien. Vor knapp zwei Jahren erschien das Buch "Deutschlands sexuelle Tragödie", in dem der Jugendpastor Bernd Siggelkow von der sexuellen Verwahrlosung der deutschen Jugend berichtete. Angesichts der neuesten Zahlen scheint jedoch die Gefahr einer solchen sexuellen Tragödie recht gering zu sein.

Aufklärt werden die Jugendlichen vor allem durch ihre Eltern, aber zunehmend auch durch die Schule. Mindestens drei Viertel der Jugendlichen geben an, dass ihre Kenntnisse über Sexualität, Fortpflanzung und Verhütung aus dem Unterricht stammen - keine andere Quelle wird häufiger genannt. "Das einmalige verschämte Aufklärungsgespräch von früher ist endgültig vorbei", betont Elisabeth Pott. Vor allem Jungen nutzen zudem das Internet, um Wissenslücken zu füllen.

Sexuelle Gewalt

Erschütternd nichtsdestotrotz: Fast jedes fünfte Mädchen (19 Prozent) mit Migrationshintergrund hat bereits Erfahrungen mit sexueller Gewalt gemacht. Und auch von den deutschen Mädchen berichteten 13 Prozent von Situationen, in denen sie sich gegen unerwünschte sexuelle Übergriffe zur Wehr setzen mussten.

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