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Studie: Videos von "Ritzen" bei YouTube beliebt - Gefahr der Nachahmung

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Studie: Videos von "Ritzen" bei YouTube beliebt - Gefahr der Nachahmung  

Videos von "Ritzen" bei YouTube beliebt - Gefahr der Nachahmung

18.03.2011, 08:54 Uhr | dapd

Studie: Videos von "Ritzen" bei YouTube beliebt - Gefahr der Nachahmung . In einigen Videos bei YouTube werde Selbstverletzung verherrlicht, sagt eine Studie. (Symbolbild: imago)

In einigen Videos bei YouTube werde Selbstverletzung verherrlicht, sagt eine Studie. (Symbolbild: imago) (Quelle: imago)

Auf YouTube finden sich Videos über junge Menschen, die sich selbst mit Rasierklingen ritzen und ihren eigenen Körper verstümmeln - und diese Filme finden sogar erschreckend viel Anklang: Sie werden millionenfach angegeklickt. Ritzen als Mode bei Teenies? Eine Entwicklung, die äußerst bedenklich ist, denn solche Filme könnten für andere als Anregung dienen, warnen Wissenschaftler.

In einigen Videos auf der Internetplattform YouTube sei ganz deutlich zu sehen, wie sich Menschen mit einer Rasierklinge oder einem anderen Gegenstand selbst verletzten, in anderen werde Selbstverstümmelung verherrlicht, heißt es in einer in der Fachzeitschrift "Pediatrics" veröffentlichten Untersuchung. Nur in wenigen Filmen werde sie negativ dargestellt. Ausgewertet wurden rund 100 Videos, die insgesamt mehr als zwei Millionen mal angeschaut und zu denen viele Kommentare abgegeben wurden. Der kanadische Psychologe Stephen Lewis, ein Coautor der Studie, betonte, er habe bei YouTube mehr als 5.000 Filme dieser Art entdeckt.

YouTube solle auf Therapieangebote verweisen

Eltern und Gesundheitsexperten sollten sich vergegenwärtigen, dass es solche Videos gebe und dass sie das Problem der Selbstverstümmelung verschärfen könnten, sagte Lewis, der an der University of Guelph in Orlando im US-Staat Florida tätig ist. Er und die anderen Autoren der Studie empfehlen, dass YouTube auf Links mit Hilfs- und Therapieangeboten verweist, wenn jemand bei der Suchfunktion Wörter wie "ritzen" oder "selbst verletzen" eingibt.

Eine Unternehmenssprecherin erklärte, man wolle diesen Vorschlag prüfen. Sie verwies auf YouTube-Standards, wonach Inhalte, die zu gefährlichen Aktionen ermutigen, nicht zulässig seien. Nutzer seien aufgerufen, auf solche Filme aufmerksam zu machen. Ein YouTube-Team überprüfe dies dann und entferne Videos gegebenenfalls. Es seien bereits Selbstverstümmelungsfilme von der Plattform genommen worden, betonte sie.

Gefahr der Nachahmung

Ein Video zeigt den Psychologen Tracy Knight von der Western Illinois University, der sich in einer Art Interview zu Selbstverletzungen äußert. Der Film wurde mehr als 14.000 Mal angeklickt, rund 80 Kommentare wurden dazu verfasst. Der Film beginnt mit einer Szene, in der sich eine junge Frau am Bein Verletzungen zufügt. Knight erklärte, ein Student habe das Video aufgezeichnet. Er habe nicht gewusst, dass es auf YouTube zu sehen sei. Der Psychologe sagte, solche Filme könnten Nachahmungstaten provozieren. Zugleich sei ihre Veröffentlichung bei YouTube auch eine Möglichkeit, das Problem des "Ritzens" ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und breit zu diskutieren.

Vor allem Jugendliche betroffen

Nach Lewis' Angaben fügen sich vor allem Jugendliche selbst Verletzungen zu. Der Therapeut Barent Walsh erklärte, bei den Betroffenen handele es sich um Menschen, die zu Ängsten und Depressionen neigten. Dass Bilder und Filme von Selbstverstümmelungen andere zum Nachahmen anregen könnten, sei schon länger bekannt. Die neue Studie rücke jetzt YouTube ins Zentrum der Aufmerksamkeit: YouTube könnte schon allein wegen der Art und Weise, wie es funktioniere, sehr großen Einfluss ausüben.

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