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Medienerziehung: Nur 23 Prozent der Lehrer setzen PCs regelmäßig im Unterricht ein

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Nur 23 Prozent der Lehrer setzen PCs regelmäßig im Unterricht ein

09.05.2011, 14:32 Uhr | dapd

Schule 2.0 ist noch in weiter Ferne. Nur knapp ein Viertel der Lehrer in Deutschland setzt digitale Medien mehrmals wöchentlich im Unterricht ein, 40 Prozent nutzen Computer gar nicht oder sehr selten. Das geht aus repräsentativen Umfrage des Hightech-Verbands Bitkom unter 500 Lehrern an Oberschulen hervor. Derweil forderte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für jeden Schüler einen Laptop und mehr Computer-Schulungen für Lehrer.

Keine Technikmuffel

Die Lehrer sind der Umfrage zufolge beileibe keine Technikmuffel: 77 Prozent der Befragten beurteilen die Nutzung digitaler Medien in den Klassen positiv. Ihre Schüler lernten schneller und besser, wenn sie im Unterricht mit Computer und Internet arbeiteten. Allerdings stehen beim Einsatz digitaler Medien einfache Aufgaben und Tätigkeiten wie Internetrecherche oder Präsentation von Arbeitsergebnissen im Vordergrund. Nur jeder vierte Lehrer produziert mit seinen Klassen multimediale Inhalte wie Videos oder Podcasts.

Technische Hilfe fehlt

Für viele Lehrer scheint die mangelnde technische Ausstattung ihrer Schulen ein unüberwindliches Hindernis darzustellen, sich stärker mit digitalen Medien auseinanderzusetzen. 88 Prozent der Befragten fordern eine bessere technische Ausstattung der Schulen mit Computern und schnellen Internetzugängen. Genauso viele wollen besser für den Medieneinsatz geschult werden. Ein weiteres Manko ist der Umfrage zufolge, dass an den Schulen häufig jemand fehlt, der bei technischen Problemen schnell helfen kann.

Internetzugang und Whiteboards gefordert

Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer forderte, innerhalb der nächsten drei Jahre sollten alle Klassenräume mit breitbandigen, möglichst drahtlosen Internetzugängen ausgestattet werden. Das gleiche gelte für die flächendeckende Ausrüstung mit "Whiteboards". Diese berührungsempfindlichen Bildschirme mit Internetzugang sollten Schritt für Schritt die Kreidetafeln ersetzen.

Scheer wies auf "digitale Parallelwelten" an den Schulen hin. Während nahezu alle Gymnasiasten in sozialen Netzwerken aktiv seien, hätten Lehrer und Eltern dazu meist keinen Zugang. Das werde spätestens dann deutlich, wenn Probleme wie Cyber-Mobbing oder Spielsucht aufträten.

Laptop für jeden Schüler

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert für jeden Schüler einen Laptop und mehr Computer-Schulungen für Lehrer. "Es gilt, den Schülerinnen und Schülern einen souveränen und verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien zu vermitteln", sagte die stellvertretende GEW-Vorsitzende Marianne Demmer im Interview. Dafür müsse die "im Mittel unzureichende" Ausstattung in den Schulen verbessert werden.

"Es sollte mobile Endgeräte, also Laptops, in Klassenstärke geben, sie müssen vernetzt sein und einen gesicherten Internetzugang haben", erklärte Demmer. Zudem müsse die Lehreraus- und -fortbildung dringend auf das digitale Zeitalter orientiert werden. Ein großes Problem sei auch die unzureichende Wartung vorhandener Arbeitsplätze.

Medienpädagogische Konzepte fehlen

Darüber hinaus sehe sie einen grundsätzlichen Mangel in fehlenden medienpädagogischen Konzepten der Landesregierungen. "Bevor nicht klar ist, in welchem Alter mit welchem pädagogischen Konzept Schülerinnen und Schüler mit dem Computer arbeiten sollen, ist es schlecht möglich, Ausstattungsfragen sachgerecht zu lösen", fügte Demmer hinzu.

Nach den Ergebnissen der sogenannten JIM-Studie des Forschungsverbundes Südwest von 2009 arbeiteten weniger als 20 Prozent der Schüler an allgemeinbildenden Schulen mit dem Computer, sagte Demmer. Im Vergleich dazu würden Computer und Internet zu Hause von sehr viel mehr Schülern für Schulzwecke genutzt. Dass sie mit Computer und Internet für die Schule lernten, sagten 53 Prozent der Gymnasiasten, 48 Prozent der Realschüler und 41 Prozent der Hauptschüler.

Zu wenig Fortbildungsmaßnahmen

Demmer kritisierte auch, dass Lehrer zu wenig Fortbildungsmöglichkeiten hätten. "Zahlenmäßig völlig unzureichend waren die offiziellen Fortbildungsmaßnahmen der Schulträger und Landesinstitute für Lehrerfortbildung", monierte sie und wies darauf hin, sehr viele Lehrer hätten sich selbst organisiert weitergebildet und sich zumindest die technischen Basics angeeignet, um PC und Internet nutzen zu können.

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