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Wirtschaft will wieder "Kopfnoten" auf Schulzeugnissen

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Wirtschaft will wieder "Kopfnoten" auf Schulzeugnissen

08.05.2012, 18:58 Uhr | dpa

Beteiligung am Unterricht, Betragen oder Fleiß und Ordnung: Diese "Kopfnoten" sind heute auf vielen Zeugnissen nicht mehr zu finden. Die Wirtschaft hätte sie gerne wieder, um Bewerber zu beurteilen.

Bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz

Angesichts der Klagen von Unternehmen über mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger fordert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Wiedereinführung von "Kopfnoten" auf den Schulzeugnissen. Die Informationen zu Sozialkompetenzen - wie Betragen, Fleiß und Ordnung - würden es Betrieben erleichtern, auch Jugendlichen mit schlechten Schulnoten eine Chance auf einen Ausbildungsplatz zu geben, unterstrich DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann bei der Vorstellung einer Unternehmensbefragung zur aktuellen Ausbildungssituation.

Nachhilfe soll Wissenslücken der Lehrlinge schließen

Infolge der rückläufigen Schulabgängerzahlen seien heute immer mehr Betriebe bereit, ihre Ansprüche an die Bewerber abzusenken, erklärte Driftmann laut Redemanuskript. Drei Viertel der Betriebe hätten auch in diesem Jahr bei der Umfrage angegeben, dass mangelnde Deutsch- und Mathematikkenntnisse oder fehlende Sozialkompetenzen eine Ausbildung verhinderten oder erschwerten. Mehr als jeder zweite Betrieb (57 Prozent) unterstütze inzwischen mit Nachhilfeangeboten die Lehrlinge, um schulische Wissenslücken zu schließen.

"Ende der Sonntagsreden"

An die Adresse der Kultusminister gerichtet forderte Driftmann: "Beim Thema Schulbildung muss die Zeit der Sonntagsreden vorbei sein." Von der versprochenen Halbierung der Abgängerzahl ohne Schulabschluss sei man immer noch weit entfernt. "Bildungsstandards dürfen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern müssen von allen Schülern wirklich erreicht werden". Auch lernschwächere Schüler müssten besser gefördert werden.

Mehr Lehrlinge sollen übernommen werden

Laut der Umfrage sind Unternehmen heute häufiger als in den Vorjahren bereit, zur Sicherung des eigenen Fachkräftenachwuchses ihre erfolgreichen Lehrlinge in eine Festanstellung zu übernehmen. Fast 60 Prozent planten die Übernahme ihrer Auszubildenden, so Driftmann. Vor zwei Jahren seien dies erst 46 Prozent gewesen.

Die Forderung der Gewerkschaften nach Übernahme aller erfolgreichen Auszubildenden ist auch Gegenstand des aktuellen Tarifkonfliktes in der Metall- und Elektroindustrie.

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