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Lehrer verhängt Strafe: Wann Widerspruch möglich ist

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Zu harte Strafe?  

Wann Widerspruch gegen Strafen eines Lehrers möglich ist

04.08.2016, 18:08 Uhr | dpa-tmn

Lehrer verhängt Strafe: Wann Widerspruch möglich ist. Szene aus dem Film "The Breakfast Club" von 1985 mit Pual Gleason, Molly Ringwald und Emilio Estevez. (Quelle: dpa/Mary Evans Picture Library)

Vom Lehrer zum Nachsitzen verdonnert: Szene aus dem US-Kultfilm "The Breakfast Club" von 1985. (Quelle: Mary Evans Picture Library/dpa)

Wenn Schüler über die Stränge schlagen, dürfen Lehrer Strafen verhängen. Aber dabei gibt es Grenzen. Wenn Eltern eine Strafe für ihr Kind für überzogen halten, können sie Widerspruch beim Verwaltungsgericht einlegen. 

Möglich ist ein Widerspruch etwa für Ordnungsmaßnahmen wie das Kehren des Schulhofes, die meist mit Vorlauf angekündigt werden. Der Widerspruch hat aufschiebende Wirkung. Das bedeutet, dass die angedrohte Strafe erstmal nicht in Kraft tritt. Darauf weist Wilhelm Achelpöhler hin, Anwalt für Verwaltungsrecht in Münster. Richter müssen dann entscheiden, ob die Sanktion angemessen ist oder nicht. 

Wenn Eltern Reaktionen von Lehrern für ungerechtfertigt halten, können sie sich im ersten Schritt an die Schulleitung wenden und Beschwerde einlegen. Dann wird die Schulkonferenz darüber beraten.

Nachsitzen bis Schulverweis - was ist angemessen?

Jede Strafe des Lehrers muss verhältnismäßig sein. Zunächst können Lehrer pädagogisch reagieren: "Sie können einen Schüler in eine andere Klasse schicken oder bis zu zwei Stunden nachsitzen lassen", nennt Achelpöhler als Beispiele. Alles über diese Zeitdauer hinaus sei unverhältnismäßig. Im nächsten Schritt können Lehrer Ordnungsmaßnahmen ergreifen und das Kind etwa längere Zeit vom Unterricht ausschließen. Als schärfste Ordnungsmaßnahme gilt der Schulverweis.

"Außerdem dürfen Lehrer eingreifen, um Gefahren abzuwehren", sagt Achelpöhler. Das gilt beispielsweise, wenn Schüler auf der Klassenfahrt Drogen nehmen und damit sich oder andere gefährden. In diesem Fall darf der Lehrer den Schüler nach Hause schicken.

Lehrer wegen Freiheitsberaubung vor Gericht

Das Amtsgericht Neuss hat einen Lehrer wegen Freiheitsberaubung verurteilt. Der Pädagoge hatte einer lauten Schulklasse eine Strafarbeit aufgebrummt. Nach dem Unterricht mussten die Sechstklässler ihre Arbeiten einzeln abgeben. Dabei hatte der Lehrer mehrere Schüler daran gehindert, den Raum zu verlassen. Einer von ihnen hatte schließlich per Handy die Polizei gerufen. Vom Vorwurf der Körperverletzung wurde der Lehrer im Prozess aber freigesprochen.

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