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Mexiko: Facebook-Party endet tragisch - Toter nach Pferderennen

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Feier bei Facebook angekündigt  

Riesige Geburtstagsparty in Mexiko endet mit Tragödie

28.12.2016, 09:33 Uhr | dpa

Mexiko: Facebook-Party endet tragisch - Toter nach Pferderennen. Die 15-jährige Rubi bei ihrer Geburtstagsparty, umringt von zahllosen Gästen und Pressevertretern. (Quelle: AP/dpa)

Die 15-jährige Rubi bei ihrer Geburtstagsparty, umringt von zahllosen Gästen und Pressevertretern. (Quelle: AP/dpa)

In Mexiko haben mehrere tausend Menschen die öffentlich auf Facebook angekündigte Geburtstagsfeier einer 15-Jährigen besucht. Das Fest im Bundesstaat San Luis Potosí wurde allerdings von einer Tragödie überschattet: Bei einem Pferderennen zum Abschluss wurden zwei Männer von einem der Pferde überrannt.

Einer von ihnen erlag seinen Verletzungen, der andere erlitt einen Beinbruch, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte.

Einladung "an alle" bei Facebook

Die Jugendliche Rubí Ibarra García war in Mexiko berühmt geworden, als ein Einladungsvideo ihres Vaters zur Geburtstagsfeier viral ging. Der Vater hatte die Einladung "an alle" bei Facebook hochgeladen. Gemeint waren eigentlich nur Freunde, Verwandte und Nachbarn.

Der 15. Geburtstag eines Mädchens - die Quinceañera - ist in Lateinamerika von großer Bedeutung. Er markiert den Übergang vom Kind zur Frau. Zu den Feiern werden oft hunderte Gäste eingeladen.

Doch der Rummel, den Rubís ungeplant öffentliche Einladung auslöste, übertrifft alles: Mehr als eine Million Menschen kündigten im Internet an, zur Feier zu kommen. Rund 30.000 trafen nach Medienberichten auch tatsächlich im kleinen Ort La Joya ein, 400 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Rund 5000 anfahrende Fahrzeuge bildeten eine bis zu zehn Kilometer lange Schlange.

"So etwas haben wir nicht erwartet"

"Das alles ist außer Kontrolle geraten", sagte Rubis Vater Crescencio in einem Interview. "Das bedeutet nicht, dass wir nicht tatsächlich jeden einladen wollten - aber die Party war eher regional geplant, so etwas haben wir nicht erwartet."

Rubí war durch Fernsehsendungen getingelt und hatte Interviews gegeben. Musiker, Politiker und Unternehmer bemühten sich um das Mädchen. Sponsoren hatten die Zubereitung des Festmahls übernommen, der Stardesigner Mitzy ein rosafarbenes Kleid für Rubí angefertigt. Das Tourismusministerium des Bundesstaats hatte mit ihr für Reisen in die Region geworben. Sogar eine Fluglinie war auf die Geschichte aufmerksam geworden und bot ermäßigte Tickets für die Anreise zur "Party des Jahres" an. Die Presse berichtete im Minutentakt über den Verlauf der Feier.

Pfarrer mahnt zu Bescheidenheit

Zum Auftakt der Feier mahnte der Pfarrer bei einem Dank-Gottesdienst Rubí zur Bescheidenheit trotz des Rummels der letzten Wochen. Ein Rosenkranz, der dem Mädchen als Geschenk auf dem Altar überreicht werden sollte, kam wegen des Menschenandrangs vor der Kirche nicht rechtzeitig an. Der Bürgermeister der 600 Kilometer entfernten Hafenstadt San Blas trumpfte aber mit einem größeren Geschenk auf: einem roten Auto, damit das Mädchen zur Schule fahren könne.

Die 143 Einwohner von La Joya nutzten die Feier auch, um Geld zu verdienen. Sie boten Zeltplätze, Toiletten und Speisen an. Nicht alle Besucher fanden Platz an den mehreren Hundert Tischen, an denen die 1800 Portionen der Mandeltorte serviert wurden.

Zu viel Rummel – Rubí fleht um Ruhe

Der Medienandrang war Rubí und ihrer Familie letztlich viel zu viel. "Ich möchte, dass ihr mich bitte in Ruhe lasst", flehte die 15-Jährige die Journalisten an. "Tiere sind verständiger als die Presse", protestierte die Mutter.

Obwohl rund 450 Polizisten im Einsatz waren, kam es zu dem Unglück bei dem Pferderennen, bei dem es um umgerechnet 450 Euro ging. Der Eigentümer eines der teilnehmenden Tiere wurde von seinem eigenen Pferd überrannt, als er sich mitten im Rennen auf die Piste stellte, um es anzufeuern, wie die Zeitung "Excelsior" berichtete.

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