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Elfjährige Alma Deutscher erntet Jubel für Oper Cinderella

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Alma fliegen die Melodien zu  

Elfjährige Komponistin wird für ihre Oper "Cinderella" gefeiert

30.12.2016, 12:17 Uhr | Matthias Röder, dpa

Elfjährige Alma Deutscher erntet Jubel für Oper Cinderella. Alma Deutschers Oper "Cinderella" feierte in Wien Premiere. (Quelle: dpa/Christa Fuchs/APA)

Die elfjährige Alma Deutscher hat ihre eigene Version von Aschenputtel auf die Opernbühne gebracht. Das Probenfoto zeigt (von links) Theresa Krügl als Cinderella, Lorin Wey als Prinz und Anna Voshege und Katrin Koch als Stiefschwestern. (Quelle: Christa Fuchs/APA/dpa)

Seit Mozart gilt sie als erstes Kind, das eine Oper komponiert hat: Die elfjährige Alma Deutscher wird als Wunderkind gefeiert. Gestern erntete sie in Wien begeisterten Applaus bei der Premiere ihrer Oper "Cinderella".

Ein Zauber liegt in der Luft. Und das liegt nicht am Märchen allein. Als das Wiener "Oh!pera"-Orchester unter der Leitung des brasilianischen Dirigenten Vinicius Kattah die ersten Takte der Oper "Cinderella" spielt, denken viele an eine Zahl: Elf! Elf Jahre als ist die britische Komponistin Alma Deutscher, die Grimms Märchen vom Aschenputtel in eine zweieinhalbstündige Oper verwandelt hat. 237 Seiten umfasst die Partitur. Mehr als 20 Szenen hat sich das Mädchen teils neu ausgedacht, um die Liebesgeschichte zwischen dem unscheinbaren Aschenputtel und dem Prinzen zu erzählen.

In diesem Beitrag des österreichischen TV-Senders ORF gibt es eine Höprobe von Almas Kompositionen:

Die 300 Zuschauer im Casino Baumgarten, einem Kulturzentrum am Rande Wiens, waren am 29. Dezember begeistert von der deutschsprachigen Uraufführung. Alma sagt von sich, dass ihr die Melodien nur so zufliegen. Für ihre "Cinderella" hat sie eingängige und stimmige musikalische Motive gefunden, teils fröhlich, teils dramatisch, teils elegisch. Die Schirmherrschaft über das Ereignis in der Musikstadt Wien hatte Maestro Zubin Mehta übernommen. 

Alma begleitet ihre Titelheldin auf der Violine

Im purpurnen Kleid tritt Alma an diesem Abend auf, begleitet barfuß auf der Violine spielend ihr Alter Ego Cinderella (Theresa Krügl). In Deutschers Fassung ist Aschenputtel, wie sie selbst, eine Komponistin. Die böse Stiefmutter (Catarina Coresi) und ihre beiden eher lachhaft dummen als bösen Töchter Zibaldona und Griselda sind Sängerinnen in einem Opernhaus.

Am Tag der Premiere in Wien probt die junge Komponistin Alma mit Sopranistin Theresa Krügl, die die Hauptrolle Cinderella singt. (Quelle: dpa/Christa Fuchs/APA)Am Tag der Premiere in Wien probt die junge Komponistin Alma mit Sopranistin Theresa Krügl, die die Hauptrolle Cinderella singt. (Quelle: dpa/Christa Fuchs/APA)

Deutscher begleitet "ihre" Künstler auch am Klavier, schaut gebannt und tief konzentriert dem Geschehen auf der Bühne zu. In der Pause gibt sie zahlreiche Autogramme. Schon mit sechs Jahren hatte sie eine erste Klaviersonate, mit sieben eine zwölfminütige Mini-Oper für vier Sänger und ein Streicherensemble geschrieben. "Cinderella" war in einer Kammer-Version schon in Israel zu sehen, wurde für Wien aber völlig neu bearbeitet und ergänzt. 

Clevere Inszenierung auf einer winzigen Bühne

Das erst 2014 gegründete und auf Opern spezialisierte "Oh!pera"-Ensemble hatte den Zuschlag für die Zusammenarbeit mit Deutscher bekommen. Die Wahl des Ortes traf die Elfjährige: "Ihr haben die roten Vorhänge im Saal so gut gefallen", so eine "Oh!pera"-Sprecherin.

Allerdings ist die Bühne in diesem Saal mit rund 40 Quadratmetern extrem klein. Der 29-jährige Bonner Regisseur und Tenor Dominik Am Zehnhoff-Söns hat aus der Not eine Tugend gemacht und nutzt viele Videoeinspielungen für schnelle und geräuschlose Szenenwechsel. "Es ist das erste Mal seit Wolfgang Amadeus Mozart, dass wieder ein Kind eine Oper zu Papier gebracht hat", schreibt der Regisseur im Programm. 

Alma hat das klassische Symbol aus dem Text geworfen

Alma hat es nach eigenem Bekunden immer gestört, dass im Aschenputtel-Märchen ein verlorener Schuh eine zentrale Rolle spielt. An der perfekten Passform des Schuhs wird bei den Gebrüdern Grimm das vom Ball beim Prinzen davongelaufene Mädchen später identifiziert. Nicht so bei Alma: Bei ihr ist der Prinz ein Poet. Eines seiner Gedichte vertont Aschenputtel. Beim Ball kann sie es ihm vorsingen, bevor sie flüchtet.

Der Prinz sucht nun im ganzen Land nach derjenigen, die die Liedzeile ergänzen kann. "Sie tritt ins kalte..." Ganz zum Schluss kommt er zum Opernhaus der bösen Stiefmutter, in der Aschenputtel auf dem Dachboden eingesperrt ist. Als er ansetzt, schließt sich der Kreis: "...Dunkle und versinkt in schwarzem Schnee." Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

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