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Mehrlingsgeburt: Entstehung, Verlauf und Risiken

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Besonderheiten bei Mehrlingsgeburten  

Mehrlingsschwangerschaft: Entstehung, Verlauf und Risiken

10.08.2017, 17:30 Uhr | sca, t-online.de, LT

Mehrlingsgeburt: Entstehung, Verlauf und Risiken. Mehrlingsschwangerschaften sind sehr selten.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mehrlingsschwangerschaften sind sehr selten und mit gewissen Risiken verbunden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Von Mehrlingsschwangerschaft spricht man, wenn zwei oder mehr Kinder im Mutterleib heranwachsen. Zwillingsschwangerschaften sind relativ selten, Drillingsschwangerschaften oder Vierlingsschwangerschaften kommen noch seltener vor. In allen Fällen wird von einer Risikoschwangerschaft gesprochen.

Statistisch gesehen bringt eine von 85 Schwangeren Zwillinge auf die Welt. Die sogenannte Hellin-Regel besagt, dass es bei einer von 7.000 Geburten zur Drillingsgeburt kommt, nur eine von 600.000 Geburten ist eine Vierlingsgeburt. Die Zahlen beziehen sich auf natürliche Schwangerschaften, Hormonbehandlungen sind hierbei nicht inbegriffen. 

Wie entsteht eine Mehrlingsschwangerschaft?

98 Prozent der Mehrlingsgeburten sind Zwillinge. Hierbei wird zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen unterschieden. 
Eineiige Zwillinge besitzen dasselbe Erbgut und entstehen aus einer befruchteten Eizelle, die sich in zwei Zellkerne teilt. Wenn die Teilung erst nach dem 12. Entwicklungstag stattfindet, kommt es zu einer Fehlentwicklung. Diese hat zur Folge, dass die Föten zusammenwachsen – es entstehen siamesische Zwillinge. 

Bei zweieiigen Zwillingen ist der Vorgang etwas anders. Zwei Eizellen werden befruchtet, weshalb die Kinder auch nicht zwingend dasselbe Geschlecht haben. Wenn die werdende Mutter Drillinge oder Vierlinge erwartet, können verschiedene Kombinationen entstehen – also sowohl eineiige, als auch zweieiige Kinder. Bei künstlicher Befruchtung entstehen immer zweieiige Zwillinge, denn es werden mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt. 

Verlauf und Risiken einer Mehrlingsschwangerschaft

Mehrlingsschwangerschaften gelten generell als Risikoschwangerschaft. Damit ist nicht zwangsläufig gemeint, dass die Schwangerschaft gesundheitliche Probleme mit sich bringt – es wird nur zu intensiverer Überwachung geraten.
Es kommt beispielsweise häufiger zu Frühgeburten. Weitere Risiken sind:

  • Fehlbildungen der Babys
  • Fehlgeburten
  • Wachstumsverzögerungen der Kinder

Bei Zwillingsschwangerschaften ist es am günstigsten, wenn beide Kinder durch eine eigene Plazenta versorgt werden und in einer eigenen Fruchthöhle heranwachsen. Ist dies nicht der Fall, kann es häufiger zu Komplikationen kommen, weil die Versorgung der Kinder eventuell nicht optimal gewährleistet ist. 

Doch nicht nur für die Ungeborenen ist die Mehrlingsschwangerschaft belastender, auch die werdende Mutter wird stärker belastet, als bei einer Schwangerschaft mit nur einem Kind. Die Schwangere wird nicht nur durch das Gewicht und die Versorgung eines Kindes belastet, sondern durch mehrere. Das wirkt sich auf die Beine, den Rücken und das Bindegewebe aus. Außerdem können folgende Beschwerden auftreten:

  • Bluthochdruck
  • starke Rückenschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • starke Wasserablagerung und Blutstau in den Beinen
  • Blutarmut

Wie für jede Schwangere ist es deshalb wichtig, regelmäßig zum Arzt zu gehen und körperliche Anstrengung zu vermeiden. Auch Stress sollte aus dem Weg gegangen werden. Für den Verlauf der Schwangerschaft bedeuten die Risiken häufigere Arztbesuche und das Bedürfnis nach viel Ruhe.

Wie läuft die Mehrlingsgeburt ab?

Solange keine Komplikationen erwartet werden, können Zwillinge auf vaginalem Weg geboren werden. Für die Geburt wird mehr Klinikpersonal benötigt. Die Geburtshelfer sollten erfahren sein, denn es kann vorkommen, dass die Geburt des ersten Kindes ohne Komplikationen verläuft, sich dafür aber das zweite Baby in ungünstiger Lage befindet. 

Sollte es während der Schwangerschaft zu Komplikationen gekommen sein, wird ein Kaiserschnitt vorgenommen oder die Geburt künstlich eingeleitet. Bei Drillingen und Vierlingen hingegen wird sofort ein Kaiserschnitt durchgeführt, um Komplikationen zu vermeiden. 

Die Gebärmutter der frischgebackenen Mutter hat durch die Schwangerschaft ziemliche Strapazen hinter sich. Nach der Geburt beginnt sie, sich zurückzubilden, was länger dauern kann, als bei der Geburt von nur einem Kind. Um zu hohem Blutverlust entgegenzuwirken, wird sie deshalb medikamentös eingestellt.

Wieso sind Mehrlingsgeburten in letzter Zeit häufiger geworden?

Vor allem in der Promiwelt fällt in den letzten Jahren der Zwillingsboom auf – Beyoncé, Cristiano Ronaldo und Sarah Jessica Parker sind nur einige berühmte Namen, die sich über Zwillingsnachwuchs freuen durften. Zurückzuführen ist das auf vermehrte Hormonbehandlungen und künstliche Befruchtungen. Die Hormonbehandlungen sorgen dafür, dass nicht nur eine Eizelle pro Zyklus heranreift, sondern mehrere. Somit steigt auch die Chance auf eine Mehrlingsschwangerschaft. Einige Promis lassen ihre Kinder von Leihmüttern austragen, die künstlich befruchtet wurden. Im Gegensatz zu Deutschland, wo maximal drei Embryonen eingesetzt werden dürfen, ist die Anzahl in den USA nicht begrenzt. 

Achtlingsgeburten

Eine solche künstliche Befruchtung führte in Amerika auch zur Geburt von Achtlingen. Die Geschichte der sogenannten "Octomum" ging um die ganze Welt. Bei vergangenen Achtlingsgeburten sind viele Kinder gestorben: Im italienischen Mailand überlebten 2000 nur vier von acht Kindern. Eine Texanerin brachte 1998 erstmals in den USA Achtlinge zur Welt. Von ihnen leben heute noch sieben. 

Keines der Babys einer Britin überlebte, die 1996 gegen den Rat ihres Arztes ihre Achtlinge austrug. Von den acht Kindern einer Frau in Neapel starben 1979 sechs.

Bei dem bisher einzigen dokumentierten Fall in Deutschland haben die 1977 in Jena geborenen Achtlinge nicht überlebt. Auch für die Mutter sind Mehrlingsschwangerschaften riskant: Ihr Sterberisiko erhöht sich – im statistischen Durchschnitt – auf das Dreifache.

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