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Vornamen: Warum Kevin besser ist als sein Ruf

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Wirkung von Vornamen  

Warum Kevin besser ist als sein Ruf

30.10.2012, 14:57 Uhr | dpa, t-online.de

Vornamen: Warum Kevin besser ist als sein Ruf. Vornamen: Alle Kevins sind dumm? Stimmt ja gar nicht! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Alle Kevins sind dumm? Stimmt ja gar nicht! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kevin sei kein Name, sondern eine Diagnose, soll eine Grundschullehrerin gesagt haben. Doch Vorurteile gegen Kinder mit Vornamen wie Mandy, Peggy oder Kevin sind unberechtigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Sprachwissenschaftlerin Gabriele Rodriguez. Sie erklärt, was es mit dem schlechten Ruf wirklich auf sich hat.

Viele Kevins, Ronnys und Mandys studieren

Anlass für die Untersuchung waren mehrere Vornamensstudien, die in den vergangenen Jahren Aufmerksamkeit erregt hatten. Sie hatten ergeben, dass etwa Grundschullehrer Kindern mit Namen wie Kevin oder Mandy weniger Leistung zutrauen. "Unsere Statistiken beweisen, dass es viele Akademiker gibt, die solche stereotypen Vornamen tragen", sagte Rodriguez der Wochenzeitung "Die Zeit". Die Wissenschaftlerin hatte für die Studie die Namen vieler früherer Studenten der Universität Leipzig ausgewertet. Darunter seien allein 380 Peggys, 217 Ronnys und 379 Mandys gewesen.

Alles bloß "Sozialschichten-Arroganz"

Grund für solche Vorurteile sei "Sozialschichten-Arroganz", sagte die Oldenburger Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kaiser der "Zeit". Englische Namen seien ein Trend der Mittelschicht gewesen - vor allem im Osten, teils auch in Westdeutschland. "Dann begannen Menschen aus den unteren Schichten, diese Namen zu imitieren." Das Ost- und das Unterschichten-Phänomen hätten sich im öffentlichen Bewusstsein vermengt, erläuterte die Fachfrau.

Vornamen spiegeln Sehnsüchte von Ossis und Wessis

Dass gerade in den neuen Ländern zahlreiche Kinder etwa Mandy oder Peggy genannt worden seien, habe auch politische Gründe: "Eltern suchen nach Namen, die aus dem Land ihrer Träume kommen", erklärte die Oldenburger Forscherin. Viele Ostdeutsche hätten sich vor dem Mauerfall nach dem Westen gesehnt, vor allem den USA, und entsprechend häufiger ihre Kinder Robby oder Sandy genannt. Westdeutsche hätten seit den 60er Jahren stärker Skandinavien verehrt. Ihre Kinder hießen etwa Jan oder Sören.

Nicht jeder Kevin ist verhaltensgestört

In einem Gespräch mit der Elternredaktion von t-online.de über den sogenannten Kevinismus hatte Rodriguez bereits widerlegt, dass viele Kevins verhaltensauffällig seien. "Das hängt damit zusammen, dass der Name Kevin in den 90er Jahren in extrem vielen Familien vergeben wurde", so die Sprachwissenschaftlerin. "Wenn sie jetzt tausende Kevins in den Schulen haben, ist die Wahrscheinlichkeit, darunter ein Kind mit Verhaltensauffälligkeiten zu finden, einfach höher als bei einem Andreas oder Thomas - also bei Namen, die in dieser Zeit nicht so oft vergeben wurden." Tatsächlich gehörte der Vorname Kevin in den 90er Jahren in vielen Bundesländern zu den zehn beliebtesten Vornamen.

Bei Fragen zu Vornamen gibt die Namensberatungsstelle der Universität Leipzig Auskunft: www.vornamenberatung.eu

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