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Vertrauliche Geburt als Alternative zur Babyklappe

13.03.2013, 16:45 Uhr | AFP

 Vertrauliche Geburt als Alternative zur Babyklappe. Die "vertrauliche Geburt" soll die Babyklappe ablösen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die "vertrauliche Geburt" soll die Babyklappe ablösen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Bundesregierung will Müttern in Notlagen den Weg für eine vertrauliche Geburt im Krankenhaus ebnen. Das Kabinett stimmte einem entsprechenden Gesetzentwurf von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) zu. Die vertrauliche Geburt, bei der die Frauen für eine begrenzte Zeit anonym bleiben, soll zugleich eine Alternative zu den bestehenden Babyklappen sein. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen finden Sie hier.

Babyklappen sollen überflüssig werden

Mit dem Gesetz zur vertraulichen Geburt will die Bundesregierung die Babyklappen langfristig möglichst überflüssig machen. Die für Mütter und Kinder riskanten heimlichen Geburten außerhalb von Kliniken sollen möglichst vermieden werden. Auch soll verhindert werden, dass Neugeborene ausgesetzt oder getötet werden.

Beratung vor der Geburt

"Jeder Mensch mit Herz ist froh über jedes Kind, das durch eine Babyklappe gerettet wird", erklärte Schröder. "Wir müssen aber dringend schon viel früher verzweifelten Schwangeren ein Angebot machen, das ihnen und dem Kind wirksam und dauerhaft hilft." Dem Entwurf zufolge soll den Frauen bereits vor der Geburt eine "umfassende, niederschwellige und ergebnisoffene Beratung" angeboten werden. Dies solle der Schwangeren die Chance eröffnen, sich doch für ein Leben mit dem Kind zu entscheiden.

Geburt unter Pseudonym

Erst wenn es keine andere Lösung gibt, wird die vertrauliche Geburt angeboten. Die Frau kann dann ihr Kind unter einem Pseudonym zur Welt bringen. Das Kind wird in der Regel zur Adoption freigegeben. Mit Vollendung des 16. Lebensjahres hat es allerdings das Recht, die Identität seiner Mutter zu erfahren. Die Neuregelung soll zum 1. Mai 2014 in Kraft treten.

Überprüfung des Gesetzes in drei Jahren geplant

Anonyme Geburten sind auch heute schon möglich. Bislang fehlte aber eine bundeseinheitliche Gesetzesregelung und damit eine sichere Grundlage für die Frauen und andere Beteiligte. Wie die vertrauliche Geburt sollen auch die Babyklappen nach drei Jahren einer Prüfung unterzogen werden.

1000 anonym geborene Kinder

Laut einer Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) wurden zwischen 1999 und 2010 nahezu 1000 Kinder anonym geboren oder in eine Babyklappe gelegt. Bis zu 35 Kinder werden pro Jahr direkt nach der Geburt ausgesetzt oder getötet.

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