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Geburtenrate: Deutsche, nehmt die Kinder nicht so wichtig!

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Forscher rät: Eltern, nehmt die Kinder nicht so wichtig!

20.06.2013, 14:38 Uhr | Friedemann Kohler, dpa

Geburtenrate: Deutsche, nehmt die Kinder nicht so wichtig!. Haben die Deutschen ein unrealistisches Familienideal? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Haben die Deutschen ein unrealistisches Familienideal? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Deutschen machen zu viel Aufhebens um Kinder, darum setzen sie immer weniger auf die Welt. Mit dieser These konfrontiert der Bevölkerungsforscher Norbert Schneider alle, die sich darüber die Köpfe zermartern, wie man die Geburtenrate steigern kann: mehr Kindergeld, mehr Kita-Plätze, mehr Teilzeitjobs? Nein, mit Geld geht es nicht, ist Schneider überzeugt. Sein Rat an die Eltern: Nehmt Kinder nicht wichtiger als euch selbst!

Schneider sieht ein überzogenes Elternideal als einen Grund für die niedrige Geburtenzahl in Deutschland. Es gehe nicht um fehlendes Geld, sondern um Kultur: "Es wird erwartet, dass Eltern ganz für die Kinder da sind. Damit ist Elternschaft immer unattraktiver geworden", hat der Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa erläutert. Die Behörde in Wiesbaden berät seit 40 Jahren die Bundesregierung in Fragen des demografischen Wandels.

Unerfüllbare Erwartungen an die Mütter

Gerade die Erwartungen an moderne Mütter seien widersprüchlich und nicht zu erfüllen. "In diesen Konflikt wollen sich die Menschen nicht begeben. Die Gesellschaft erwartet erwerbstätige Mütter, die unabhängig von ihrem Mann sind, die sich aber auch intensiv um die Kinder kümmern" - so beschreibt Schneider die Überforderung.

Es gebe kaum positive Leitbilder: Mütter seien entweder "Rabenmütter", "Heimchen am Herd" oder "Latte-Macchiato-Mütter", für die sich alles nur ums Kind drehe. Kinderbetreuung außer Haus gelte immer noch als minderwertig, auch wenn sich dies langsam ändere. Das Leitbild mit der Spannung zwischen Frauenemanzipation und Kindeswohl hat sich nach seiner Überzeugung seit den 1980er Jahren entwickelt.

Was wir von anderen Ländern lernen können

Schneider sieht Deutschland in einem Kulturwandel. Andere Länder hätten andere Antworten gefunden - mit besseren Ergebnissen für die Geburtenrate. "Frankreich ist immer noch ein patriarchalisches Land, das Familienbild ist traditioneller." Dort sei das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern distanzierter: "Die Bedürfnisse der Erwachsenen gehen vor, Kinder stehen nicht so im Mittelpunkt wie in Deutschland." Nordische Länder wie Dänemark hätten dagegen die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt gestellt. Sie würden früh und umfassend betreut und gefördert. Doch auch dies entlaste die berufstätigen Eltern.

Bessere Kinderbetreuung und Teilzeitmodelle nötig

Deutschland müsse seine Kinderbetreuung noch verbessern, folgert Schneider. Auch seien vielfältige Möglichkeiten von Teilzeitarbeit notwendig. "Wir wissen, dass viele Mütter Arbeitszeiten zwischen 27 und 32 Stunden anstreben." Väter wollten eher 35 als 40 Stunden arbeiten. Das gebe Familien die Freiheit, ihre Lebensform zu wählen. Vor allem aber müsse man inneren Druck von den Eltern nehmen. "Wir brauchen mehr Gelassenheit", findet Schneider. "Die Idee ist falsch, dass Kinder sich besser entwickeln, wenn man sich permanent um sie kümmert."

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