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Entbindung: Lachgas gegen den Schmerz der Wehen

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Geburtsschmerzen  

Entbindung mit Lachgas

03.01.2014, 16:13 Uhr | mmh, t-online.de

Entbindung: Lachgas gegen den Schmerz der Wehen. Wehenschmerzen fühlen sich an, als würden sie einen zerreißen - viele Frauen brauchen ein Mittel dagegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wehenschmerzen fühlen sich an, als würden sie einen zerreißen - viele Frauen brauchen ein Mittel dagegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Geburt ist mit Schmerzen verbunden. Jede Frau empfindet sie anders, jede erträgt sie anders. Also bräuchte auch jede eine andere Schmerztherapie. Lachgas würde eine absolut individuelle Anwendung ermöglichen, die die Frau sogar selbst steuern kann. Ein Frauenarzt hat sich Gedanken gemacht über die Schmerztherapie bei der Entbindung, die in Deutschland nur sehr wenige Kliniken einsetzen.

Die Angst vor den Schmerzen ist greifbar, in jedem Geburtsvorbereitungskurs wird sie thematisiert. In den Foren ist sie ein Dauerbrenner: Wie bewältigt man die Schmerzen während der Geburt? Hypnobirthing, Wassergeburt, Akupunktur, Massage, Aromen - die Palette der Mittel ist breit, doch wirksam sind sie nicht alle und der Geburtsverlauf zu wenig vorhersehbar, zumindest für erstgebärende Frauen. Nachweisbare Wirkung zeigen lediglich Lachgas und Periduralanästhesie (PDA).

So stimmen viele Frauen während der Entbindung doch einer PDA zu, die sie vielleicht in den Hebammenkursen zuvor noch vehement abgelehnt hätten. Oder empfinden die Schmerzen als fast nicht auszuhalten, so wie Natasa. "Bei der ersten Geburt waren die Schmerzen unerträglich. Du fragst dich immer wieder 'Wann ist der Horror endlich vorbei, wann darf ich endlich pressen?' Ich habe gedacht mein Bauch zerreißt."

Lachgas in der Geburtshilfe wird in Deutschland selten eingesetzt

Lachgas wäre eine sinnvolle Alternative, wird aber als Schmerzmittel in Deutschland nur selten eingesetzt. In Frankreich, Finnland oder Australien dagegen ist es Standard in der Geburtshilfe. Dabei sind die Erfahrungen bei Ärzten und Patientinnen auch hierzulande gut. Sven Kehl, Oberarzt der Frauenklinik Erlangen, verwendet eine 50/50-Lachgas-Sauerstoff-Mischung häufig, meist dann, wenn die Frauen eine PDA ablehnten.

So funktioniert die Lachgas-Methode

Die Patientin trägt eine Atemmaske, per Knopfdruck löst sie die Zufuhr von Lachgas aus. Das Mittel löscht den Schmerz nicht komplett aus, nimmt den Wehen aber die Spitzen. Weil Lachgas schnell seine Wirkung entfaltet, hilft es auch, wenn es direkt vor der Wehe eingeatmet wird und das Gehirn flutet. Anders als eine PDA behindert diese Methode nicht die Wehentätigkeit.

Positives Feedback von Patientinnen

Kehl befragte seine Patientinnen und erhielt ein überwiegend positives Feedback, fast alle würden diese Art der Schmerztherapie wieder wählen. Auf einer Skala von eins bis zehn sank für sie die Stärke des Schmerzes von neun auf fünf.

Kehls Erfahrung nach ist der häufigste Grund für die Anwendung, dass die Frauen keine PDA wollten (59 Prozent), bei etwa einem Viertel der Frauen war sie aus medizinischen Gründen nicht möglich. 68 Prozent der befragten Frauen würden dieses Mittel wieder wählen.

Einsatzmöglichkeiten von Lachgas

In manchen Fällen ist die Geburt auch schon zu weit fortgeschritten, um eine PDA zu setzen oder der Geburtshelfer will die Phase überbrücken, bis die PDA wirkt. Manche Frauen können keine PDA erhalten, beispielsweise wenn sie an einer Blutgerinnungsstörung leiden.

Geburtstrauma vermeiden

Ärzte berichten davon, dass stark empfundene Schmerzen bei Frauen ein Trauma hinterlassen können, das sogar zur Folge haben kann, dass eine weitere Schwangerschaft aus Angst vor den Geburtsschmerzen abgelehnt wird. Auch dem Posttraumatischem Belastungssyndrom könnte mit dem Mittel vorgebeugt werden, sind sich die Geburtsexperten sicher.

Außerdem erschöpft die Angst während des Geburtsverlaufs die Gebärende zusätzlich, die Geburt verzögert sich dadurch.

Das sind die Ausnahmen

Allerdings gibt es auch Indikationen, die eine Schmerztherapie mit Lachgas ausschließen. Dazu gehören Herzinsuffizienz, kardinale Dysfunktion oder ein Mangel an Folsäure oder Vitamin B 12. Der Arzt muss über die Vorgeschichte der Patientin informiert sein.

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